Fraunhofer IGD zeigt neue Assistenztechnologien auf der DMEA
CareCam medical kann modular am Aufrichter eines Pflege- oder Krankenhausbettes angebracht werden. (Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)(firmenpresse) - Kontaktlose Vitaldatenerfassung für Pflege und Zuhause: KI-gestützte Sensorik ermöglicht kontaktlose Erfassung von Puls, Atmung und Aktivitätsmustern
Wie können digitale Technologien Pflegekräfte entlasten und gleichzeitig ältere Menschen dabei unterstützen, länger selbstständig zu Hause zu leben? Antworten darauf zeigt das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD auf der DMEA 2026, eines der in Europa führenden Events für Digital Health, in Berlin. Im Mittelpunkt stehen neue Entwicklungen zur kontaktlosen Vitaldatenerfassung sowie KI-basierte Assistenzsysteme für Pflege und Gesundheit.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die CareCam medical. Sie ermöglicht die berührungslose Erfassung von Vitalparametern wie Puls, Atemfrequenz, Herzratenvariabilität oder Bewegungsmustern mithilfe verschiedener Sensoren und KI-basierter Analyseverfahren. Die Sensorik kann modular am Aufrichter eines Pflege- oder Krankenhausbettes angebracht werden und ermöglicht so eine kontinuierliche Beobachtung, ohne zusätzliche Geräte direkt am Körper der Patientinnen und Patienten wie bei vielen klassischen Monitoringverfahren. Zum Einsatz kommen unter anderem kamerabasierte Systeme zur Analyse minimaler Hautfarbveränderungen, Tiefen- bzw. LiDAR-Sensorik zur Erfassung von Atembewegungen sowie Wärmebildsensorik zur Analyse von Oberflächentemperaturen. Ergänzend können Bewegungsmuster im Bett oder Aktivitätsveränderungen kontinuierlich erfasst werden.
Multisensorik und KI ermöglichen neue Formen des Monitorings
Die Sensordaten werden mithilfe von einer KI kontinuierlich ausgewertet. Dabei werden aus den einzelnen Messsignalen charakteristische Muster extrahiert und miteinander kombiniert. So lassen sich beispielsweise Veränderungen in Vitalparametern oder Aktivitätsmustern erkennen, die auf gesundheitliche Veränderungen hinweisen können."Kontaktlose Vitaldatenerfassung eröffnet neue Möglichkeiten für die Gesundheitsversorgung", sagt Dr.-Ing. Gerald Bieber vom Fraunhofer IGD. "Sie kann sowohl im häuslichen Umfeld als auch perspektivisch im Krankenhaus eingesetzt werden und Pflegekräfte mit zusätzlichen Informationen über den Zustand von Patientinnen und Patienten unterstützen."
Ein mögliches Einsatzszenario ist die Unterstützung von Pflegeprozessen. Digitale Assistenzsysteme können beispielsweise Aktivitätsmuster im Bett analysieren, Veränderungen der Atmung erkennen oder Hinweise auf gesundheitliche Auffälligkeiten geben. Diese Informationen können Pflegekräfte dabei unterstützen, Prioritäten im Arbeitsalltag zu setzen und schneller auf kritische Situationen zu reagieren.
Intelligente Assistenz für ein selbstbestimmtes Leben im Alter
Ein Beispiel für die praktische Anwendung dieser Forschung ist das neu gestartete, ZIM-geförderte Projekt "SUSI - Smartes und sicheres KI-basiertes Assistenzsystem für unabhängige Senioren". Ziel des Projekts ist ein intelligentes Assistenzsystem für das häusliche Umfeld, das ältere Menschen im Alltag unterstützt und Veränderungen im Gesundheitszustand frühzeitig erkennen kann.
SUSI kombiniert verschiedene Sensoren mit Methoden der künstlichen Intelligenz und baut auf Technologien zur kontaktlosen Vitaldatenerfassung auf. Das System kann unter anderem Puls, Atmung oder Bewegungsmuster analysieren und daraus Trends im Gesundheitszustand ableiten. Ergänzend erinnert es an Medikamente oder Arzttermine und kann - wenn gewünscht - Angehörige informieren. Ziel ist es nicht, medizinische Diagnosen zu stellen, sondern Hinweise auf mögliche Veränderungen frühzeitig sichtbar zu machen.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Schutz der Privatsphäre. Die Auswertung der Sensordaten erfolgt grundsätzlich lokal auf dem Gerät. Nutzerinnen und Nutzer entscheiden selbst, welche Informationen weitergegeben werden. Langfristig könnten solche Technologien auch eine Brücke zwischen häuslicher Betreuung und klinischer Versorgung schlagen. Werden Gesundheitsdaten bereits im Alltag erfasst, könnten diese Informationen bei einem Krankenhausaufenthalt zusätzliche Hinweise zum Gesundheitsverlauf liefern und so medizinische Entscheidungen unterstützen.
Das Projekt SUSI wird gemeinsam mit der Deep Care GmbH und der Hochschule Offenburg umgesetzt. Während Deep Care eine modulare Hardwareplattform entwickelt, arbeitet die Hochschule Offenburg an benutzerfreundlichen Interaktionskonzepten und einem empathischen KI-Agenten. Das Fraunhofer IGD bringt seine Expertise in der kontaktlosen Vitaldatenerfassung sowie in der KI-gestützten Analyse von Gesundheitsdaten ein.
Wie diese Technologien in der Praxis eingesetzt werden können, zeigt Dr.-Ing. Gerald Bieber auch in einem Vortrag auf der DMEA. Unter dem Titel "CareCam medical - Kontaktlose Vitaldatenerfassung am Krankenbett" stellt er aktuelle Entwicklungen der CareCam-Technologie und deren Einsatzmöglichkeiten in Pflege und Krankenhaus vor.
Weiterführende Informationen
- Vortrag auf der DMEA 2026:CareCam medical - Kontaktlose Vitaldatenerfassung am Krankenbett
- Kongress-Session: Next Level Care- KI, Telepflege & Tools, die Alltag wirklich verändern
- Mittwoch, 22. April- 12:55-13:55 Uhr
- Stage 6.2 (Session K010)
- Referent:Dr.-Ing. Gerald Bieber /Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Weitere Informationen zur CareCam medical: https://www.igd.fraunhofer.de/de/produkte/gesundheit-und-pflege/carecam-medical.html
Weitere Informationen zu SUSI: https://www.igd.fraunhofer.de/de/forschung/oeffentliche-projekte/gesundheit-und-pflege/susi-ki-assistenz-fuer-ein-selbststaendiges-leben-im-alter.html
Alle Exponate des Fraunhofer IGD auf der DMEA 2026: https://www.igd.fraunhofer.de/de/veranstaltungen/dmea.html
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Fraunhofer IGD auf der DMEA 2026
21. April 2026 -23. April
Fraunhofer- Gemeinschaftsstand
Halle 2.2,Stand D-109Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Über das Fraunhofer IGD:
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD setzt seit über 30 Jahren Standards im Visual Computing, der bild- und modellbasierten Informatik. Die rund 260 Mitarbeitenden des Fraunhofer IGD unterstützen Unternehmen und Institutionen der Branchen Manufacturing and Mobility, Gesundheit und Pflege, Bioökonomie, Infrastruktur und Public Services sowie Maritime Wirtschaft. Das Fraunhofer IGD bietet konkrete technologische Lösungen und hilft bei der strategischen Entwicklung. Die Forscherinnen und Forscher betreiben Problemanalyse, konzipieren Soft- und Hardwaresysteme, entwickeln Prototypen und realisieren und implementieren visuell-interaktive Systeme. Schwerpunkte sind Mensch-Maschine-Interaktion, Virtual und Augmented Reality, künstliche Intelligenz, interaktive Simulation, Modellbildung sowie 3D-Druck und 3D-Scanning. Das Fraunhofer IGD betreibt seit 1987 Spitzenforschung und begleitet an seinen zwei Standorten Darmstadt und Rostock den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel mit anwendungsorientierten Lösungen. Internationale Relevanz entfalten seine Produkte durch die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Schwesterinstitut an den Standorten Graz und Klagenfurt sowie die Beteiligung an verschiedensten EU-Projekten.
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Datum: 26.03.2026 - 10:25 Uhr
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