Geschäftsklimaindex 01/2026: Stimmungsaufhellung im Consulting
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(ots) - Der aktuelle Geschäftsklimaindex für den Consultingmarkt, der vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) quartalsweise erhoben wird, zeigt auf verhaltenem Niveau eine leichte Steigerung um 0,5 Punkte auf 89,2 und entkoppelt sich damit erstmalig seit Q3/2020 positiv vom ifo-Geschäftsklimaindex, der letztes Quartal erneut gesunken ist. Die Aussichten für die nächsten sechs Monate fallen optimistisch aus, was besonders im Jahresvergleich auffällt. Der Anteil günstiger Geschäftserwartungen steigt im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 24 Prozent auf 30 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Anteil ungünstiger Erwartungen von 23 Prozent auf 20 Prozent. "Ungeachtet der derzeit spürbaren Aufbruchstimmung, ist die Beratungsbranche natürlich nach wie vor sehr von der Entwicklung der wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland und damit auch von den geopolitischen Begebenheiten abhängig", sagt Iris Grewe, BDU-Präsidentin.
Optimistische Erwartungen in fast allen Beratungsbereichen
Der Geschäftsklimaindex ist in allen Beratungsbereichen gestiegen mit Ausnahme der HR-Beratung, die einen Rückgang um -0,6 Punkte (Index: 82) verzeichnet. Gleichzeitig sehen hier auch 33 Prozent ungünstigere Geschäftsaussichten, sodass dieser Beratungsbereich weiterhin von einer negativen Entwicklung ausgeht.
Das stärkste Wachstum des Indexwerts entfällt mit +0,9 Punkten auf die Organisations- und Prozessberatung (Index: 86). Den insgesamt höchsten Geschäftsklimaindex erreicht erneut die Sanierungsberatung mit 106 Punkten (+0,4). Hier sehen außerdem 52 Prozent der Befragten günstigere Geschäftsaussichten, was wiederum als Zeichen dafür gewertet werden kann, dass überdurchschnittlich viele der deutschen Wirtschaftsunternehmen mit ökonomischen Herausforderungen konfrontiert sind. Neben der Sanierungsberatung erwarten auch die Strategieberatung (36%), IT-Beratung (33%) und Organisations- und Prozessberatung (25%) in den nächsten sechs Monaten eine günstigere Geschäftsentwicklung.
Nach Größenklassen verzeichnen die Beratungen zwischen 10 und 50 Mio. Euro Umsatz (+4,4 Punkte) und über 50 Mio. Euro Umsatz (+4,5 Punkte) den höchsten Anstieg im Geschäftsklima. Allerdings sind auch kleinere Beratungen für die kommenden Monate wieder optimistischer: Während aktuell noch 41 Prozent der kleinen Beratungen unter 250.000 Euro Jahresumsatz ihre Geschäftslage als unter Budget beschreiben, so sinkt dieser Anteil mit Blick auf die nächsten sechs Monate auf 24 Prozent.
Veränderung in der Mitarbeitendenstruktur erwartet
58 Prozent der befragten Beratungen geben an, aktuell pyramidal organisiert zu sein. 32 Prozent weisen eine diamantförmige Struktur auf. Hier kündigt sich eine Veränderung in den nächsten fünf Jahren an. Dann erwarten 45 Prozent eine diamantförmige Struktur, sodass der Schwerpunkt der Mitarbeitenden eher auf der mittleren Ebene liegen würde. 44 Prozent gehen weiterhin von einer pyramidalen Organisationsstruktur aus. "Die Integration und Anwendung von neuen KI-Tools erlaubt einen Produktivitätsschub und ändert die Art, wie wir arbeiten, sodass weniger Teammitglieder zur strukturierten und repetitiven Datenbearbeitung benötigt werden. Dies wirkt wiederum auf die Personalstruktur in den Unternehmen. Ungeachtet dessen setzen viele Beratungshäuser nach wie vor im Bereich des Nachwuchses auf Berufseinsteiger und junge Talente, die jedoch teilweise bereits mit anderen Aufgaben als bisher betraut werden", erläutert Iris Grewe.
Über den BDU:
Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V. sind aktuell rund 600 Unternehmen mit 19.000 Beraterinnen und Beratern organisiert. Damit zählt der BDU weltweit zu den drei führenden Wirtschafts- und Berufsverbänden der Consultingwirtschaft.
Zur Systematik
Der an die Systematik des ifo-Instituts angelehnte BDU-Geschäftsklimaindex (GKI) erscheint quartalsweise und bildet die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Erwartungen der Branche an die geschäftliche Entwicklung ab.
Größenklassen: Der BDU-Geschäftsklimaindex ordnet die Beratungen in die fünf Kategorien Große Beratungen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro, Mittelgroße Beratungen (1 bis 10 Millionen bzw. 10 bis 50 Millionen Euro) sowie Kleinere Beratungen (1 Million bis 250.000 bzw. unter 250.000 Euro).
Beratungsfelder: Organisations- und Prozessberatung, Strategieberatung, IT-Beratung, HR-Beratung, Sanierungsberatung
Teilnehmende: An der Befragung haben sich insgesamt 235 Beraterinnen und Berater beteiligt.
Pressekontakt:
Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V.
Annette Sausen
Joseph-Schumpeter-Allee 29 | 53227 Bonn
T +49 (0) 228 9161-14 | annette.sausen@bdu.de
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Datum: 17.04.2026 - 10:19 Uhr
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