Einfuhren steigen merklich an, Exportentwicklung weiter schwach / Brossardt: "Exporte in die USA brechen im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 20 Prozent ein"
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(ots) - Die bayerische Wirtschaft exportierte im Februar 2026 Waren im Wert von rund 19,2 Milliarden Euro, das waren 0,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Importe stiegen im selben Zeitraum um 5,6 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro. Die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. betrachtet die heute vom Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen mit Vorsicht. "Es ist positiv, dass der Außenhandel vorerst weiterhin leicht im Aufwind scheint. Zu bedenken ist aber, dass es sich um Zahlen handelt, die den Zeitraum vor Ausbruch des Iran-Kriegs abbilden. Wir müssen deshalb davon ausgehen, dass die Zahlen aufgrund dieses Konflikts und der Blockade der Straße von Hormus wieder ins Negative rutschen werden. Die schwierige außenwirtschaftliche Lage hat die für uns so zentrale bayerische Exportwirtschaft weiterhin fest im Griff. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren: Die schwarz-rote Bundesregierung muss die so dringend benötigten strukturellen Reformen zügig umsetzen, um unseren Standort gerade im Angesicht der massiven weltweiten Unsicherheiten von innen heraus möglichst attraktiv zu gestalten", sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die Betrachtung wichtiger Exportmärkte zeigt eine differenzierte Lage. "Ein schmerzhafter Rückschlag: Im Vergleich zum Vorjahresmonat brachen die Ausfuhren in die USA, dem größten bayerischen Absatzmarkt, um knapp 20 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro ein. Die unberechenbare Zoll- und Handelspolitik von Donald Trump belastet den bayerisch-amerikanischen Handel weiterhin stark. Zudem sanken auch die Exporte in die Volksrepublik China um zehn Prozent. Grund hierfür ist neben der wirtschaftlichen Schwäche in China vor allem die Konkurrenz aus dem Reich der Mitte selbst, die durch Wettbewerbsverzerrungen zusätzlich bestärkt wird. Ein Lichtblick ist dagegen der Handel mit Europa: Die gesamten Ausfuhren des Freistaats in die EU-Länder stiegen um rund zehn Prozent. Vor allem die Exporte nach Österreich, Frankreich, Italien und Polen konnten ausgeweitet werden. Umso stärker die globale Unsicherheit ist, umso mehr erweist sich der europäische Binnenmarkt als Stabilitätsanker für die bayerische Wirtschaft. Diesen gilt es daher entschieden zu stärken", so Brossardt.
Der Blick auf die Ausfuhren der wichtigsten Exportgüter bleibt durchwachsen. "Sowohl bei den Pkw als auch Maschinen sehen wir im Februar erneut Rückgänge, um 12,1 beziehungsweise 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Klar ist: Wir verlieren weiter bei den Gütern, deren weltweiter Verkauf jahrzehntelang zu unserem wirtschaftlichen Markenkern gehörte", erklärt Brossardt und ergänzt: "Wir stehen vor einer extrem schwierigen Lage. Das derzeitige Chaos in der Weltwirtschaft lässt sich aber eben nur schwer beeinflussen. Daher ist es umso wichtiger, dass wir unseren heimischen Unternehmen die nötige Rückendeckung verschaffen - dafür braucht es schnell wieder attraktive Standortbedingungen. Die schwarz-rote Bundesregierung muss dafür endlich den Mut aufbringen, unbequeme Entscheidungen zu treffen und tiefgreifende Reformen rasch umzusetzen."
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Datum: 20.04.2026 - 15:19 Uhr
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