Die Wiederentdeckung des Mittelalters: Korrespondenzortprojekt macht frühe Denkmalpflege in Mitteld

Die Wiederentdeckung des Mittelalters: Korrespondenzortprojekt macht frühe Denkmalpflege in Mitteldeutschland erlebbar

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(ots) - Die Entstehung der Denkmalpflege ist eng mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüchen verbunden. Säkularisation, Kriege und Modernisierungsdruck führten im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert zu Funktionsverlust, Vernachlässigung und Zerstörung zahlreicher historischer Bauten. Als Reaktion darauf formierte sich eine Denkmalschutzbewegung, in der staatliche Interessen, bürgerschaftliches Engagement und wissenschaftliche Perspektiven zusammenkamen. Sie trug wesentlich dazu bei, Denkmale als Träger kollektiver Identität zu begreifen - ein Verständnis, das bis heute nachwirkt.

Ausgehend von der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress entstand mit der preußischen Provinz Sachsen eine Region ohne historische Zusammengehörigkeit, aber mit einer außergewöhnlich hohen Dichte an erhaltenen mittelalterlichen Bauten. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde dieses Erbe wiederentdeckt und zunehmend erschlossen. Ruinen wurden zu beliebten Bildmotiven der Romantiker, historische Orte zu Ausflugszielen. Kunsthistoriker wie Franz Kugler und Ludwig Puttrich vermittelten ihre Beobachtungen über Publikationen einer breiten Leserschaft. Karl Friedrich Schinkel setzte mit seinem 1815 verfassten "Memorandum zur Denkmalpflege" einen wesentlichen Impuls zur Entstehung der institutionalisierten Denkmalpflege. Die preußischen Könige unterstützten diese Entwicklung aktiv, wie beispielsweise die Förderung der Domreparatur in Magdeburg ab 1825 durch Friedrich Wilhelm III. zeigt.

Vor diesem Hintergrund führt das Zentrum für Mittelalterausstellungen e.V. (ZMA) von Mai bis Oktober 2026 das Korrespondenzortprojekt "Die Wiederentdeckung des Mittelalters. Frühe Denkmalpflege im Herzen Mitteldeutschlands" durch. Anknüpfend an die Sonderausstellung "Erbauung (an) der Vergangenheit. Der Magdeburger Dom und die Wiederentdeckung des Mittelalters in Preußen", die noch bis zum 17. Mai im Kulturhistorischen Museum Magdeburg zu sehen ist, macht das Projekt die Geschichte der Denkmalpflege an 13 Partnerorten kulturtouristisch erlebbar.



Das Projekt wurde am 7. Mai im Kaiser-Otto-Saal des Kulturhistorischen Museums Magdeburg mit einer Podiumsdiskussion feierlich eröffnet und die zugehörige kulturtouristische Broschüre präsentiert. Prof. Dr. Christian Antz, Prof. Dr. Ute Engel, Dr. Elisabeth Rüber-Schütte und Prof. Dr. Barbara Welzel diskutierten über die Relevanz dieser historischen Erfahrungen für die Herausforderungen unserer heutigen Zeit und machten deutlich, dass viele der heutigen aktuellen Konflikte der Denkmalpflege strukturell schon im 19.Jahrhundert angelegt waren.

Mit dem Korrespondenzortprojekt möchte das ZMA einen Beitrag dazu leisten, die historischen Wurzeln der Denkmalpflege entlang der Straße der Romanik und darüber hinaus sichtbar zu machen. Hier können authentische Schauplätze der frühen Denkmalpflege entdeckt werden, die ihrerseits zu Dialogen über den Umgang mit kulturellem Erbe anregen. "Die Wiederentdeckung des Mittelalters" gibt damit neue Impulse für den Kulturtourismus in Mitteldeutschland.

Pressekontakt:

Zentrum für Mittelalterausstellungen e.V.
Engel Friederike Holst
Otto-von-Guericke-Str. 68-73,
39104 Magdeburg
Tel. 0391/5403583,
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www.mittelalterausstellungen.de


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