Pharma Deutschland diskutiert neue Ansätze für Impfkommunikation
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(ots) - Kommunikationsdefizite und Desinformation sind zentrale Gründe für stagnierende Impfquoten
Unter dem Titel "ImpfTalk - Auch schon geimpft? - Neue Wege der Impfluence" brachte Pharma Deutschland am 27. April 2026 Vertreterinnen und Vertreter aus Gesundheitswesen, Wissenschaft, Politik und Kommunikation zusammen.
Ziel der Veranstaltung war es, die Ursachen für niedrige Impfquoten in Deutschland zu analysieren und neue Wege zu entwickeln, wie Menschen besser erreicht und für Impfungen gewonnen werden können. "Obwohl Impfungen zu den wirksamsten Präventionsmaßnahmen gehören, werden die angestrebten Impfquoten in Deutschland vielfach nicht erreicht. Neben Zugangsproblemen gewinnen insbesondere Kommunikationsdefizite und die Verbreitung von Desinformation an Bedeutung," sagte Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin Pharma Deutschland.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie Impfangebote besser zugänglich gemacht und neue Kommunikationsstrategien in Zeiten wachsender Desinformation gestaltet werden können. Praxisbeispiele zeigten, dass niedrigschwellige Angebote nach wie vor ein zentraler Hebel sind. Impfangebote an Orten des Alltags, flexible Angebote in Arztpraxen ohne lange Wartezeiten oder Impfungen in Apotheken können dazu beitragen, Menschen einfacher und direkter zu erreichen. Konsens bestand unter den Referierenden darin, dass eine hohe Impfbereitschaft heute nicht mehr in gleichem Maße vorhanden ist und Impfungen nun vermehrt kommunikativ begleitet werden müssen. Eine Aufgabe, die von Hausarztpraxen und Apotheken nicht allein gestemmt werden kann.
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die zunehmende Verbreitung von Desinformation rund um das Thema Impfen. Die Diskussion machte deutlich, dass sich Impfdebatten im digitalen Raum grundlegend verändert haben. Desinformation wird häufig gezielt eingesetzt, um Unsicherheit zu erzeugen und Vertrauen in Institutionen, Wissenschaft und medizinische Empfehlungen zu schwächen. Hinzu kommt, dass Soziale Medien emotionalisierende Inhalte, vereinfachte Erklärungen und polarisierende Botschaften begünstigen. Erfolgreiche Gegenkommunikation müsse verständlich, glaubwürdig und nah an den Lebensrealitäten der Menschen sein. Gleichzeitig brauche es mehr Medienkompetenz sowie vertrauenswürdige Stimmen, die Orientierung geben und wissenschaftliche Informationen verständlich vermitteln.
Die Teilnehmenden waren sich einig, dass dem nicht allein mit Faktenchecks begegnet werden kann. Erfolgreiche Impfkommunikation müsse heute verständlich, glaubwürdig und zielgruppengerecht sein. Neben der Korrektur von Falschinformationen gewinne vor allem der frühzeitige Aufbau von Vertrauen an Bedeutung. Eine zentrale Rolle spielen dabei glaubwürdige Multiplikatoren - etwa Ärztinnen und Ärzte, Apotheken, lokale Akteure oder auch neue digitale Formate auf Social Media. Einigkeit bestand darüber, dass Impfkommunikation künftig stärker als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden muss.
"Impfen ist nicht nur eine Frage der Verfügbarkeit, sondern vor allem eine Frage des Vertrauens und der richtigen Ansprache", so das Fazit von Dorothee Brakmann. "Wenn es gelingt, niedrigschwellige Angebote mit glaubwürdiger Kommunikation zu verbinden, können wir die Impfbereitschaft langfristig stärken."
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Datum: 08.05.2026 - 10:54 Uhr
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