MEW zum Gebäudemodernisierungsgesetz: Technologieoffenheit muss auch in der Praxis gelten
ID: 2250734
Die Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland (MEW) begrüßt, dass der Referentenentwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz grundsätzlich alle technisch vorhandenen Wärmeträger und Erfüllungsoptionen berücksichtigt. Positiv bewertet der Verband insbesondere, dass auch hybride Lösungen möglich bleiben. Sie können Hauseigentümern eine praxistaugliche Modernisierung der Wärmeversorgung mit überschaubaren Investitionen ermöglichen.
Zugleich sieht der MEW im Entwurf erhebliche Schwächen. Die angelegte Technologieoffenheit müsse auch in der konkreten Ausgestaltung des Gesetzes gewährleistet werden. Flüssige und gasförmige erneuerbare Energieträger dürften nicht durch kostenmäßige Nachteile gegenüber Wärmepumpe und Fernwärme faktisch aus dem Wärmemarkt gedrängt werden.
„Klimaschutz im Gebäudesektor braucht realistische, bezahlbare und technologieoffene Lösungen“, erklärt Thomas Johannsen, Geschäftsführer des MEW. „Das Ziel ist die Defossilisierung des Wärmesektors – nicht die Eliminierung einzelner Heiztechnologien. Flüssige und gasförmige erneuerbare Energieträger müssen als gleichwertige Erfüllungsoptionen erhalten bleiben.“
Kritisch bewertet der MEW insbesondere die vorgesehene Kostenverteilung beim Einsatz von Bioöl und Biogas. Die hälftige Teilung der Mehrkosten für biogene Brennstoffe sowie der CO?-Abgabe gemäß Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) und den Netzentgelten (nur Biogas) führt zu einer zusätzlichen Belastung der Vermieter. Dadurch würden Investitionen in moderne Heizungsanlagen und klimafreundlichere Brennstoffe wirtschaftlich unattraktiver. Statt Modernisierung anzureizen, könnte die Regelung dazu führen, dass Eigentümer bestehende Heizungsanlagen möglichst lange weiter betreiben.
Auch aus mietrechtlicher Sicht hält der MEW die pauschale 50:50-Kostenteilung für problematisch, da Heizkosten maßgeblich vom individuellen Verbrauchsverhalten abhängen. Zudem bleibt unklar, wie die Kostenteilung nach 2040 ausgestaltet werden soll. Für Eigentümer, Vermieter und Energielieferanten fehlt damit Planungssicherheit. Der MEW spricht sich daher für die Streichung der vorgesehenen Kostenteilung aus.
Statt komplexer Einzelregelungen fordert der Verband eine bürokratiearme Umsetzung erneuerbarer Anteile über eine massenbilanziell erfüllbare Quote bei den Inverkehrbringern. Dieser Ansatz habe sich im Kraftstoffsektor bewährt und würde private Hauseigentümer von individuellen Nachweis- und Erfüllungspflichten entlasten.
Zudem fordert der MEW eine technologieoffene Aktualisierung der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV), damit moderne erneuerbare flüssige Brennstoffe rechtssicher eingesetzt werden können. Eine Länderöffnungsklausel lehnt der Verband ab, da sie zu unterschiedlichen Anforderungen, Rechtsunsicherheit und zusätzlicher Komplexität führen würde.
Gerade im ländlichen Raum bleiben flüssige erneuerbare Energieträger aus Sicht des MEW eine wichtige Option, da Alternativen wie Fernwärme oder Gasnetze häufig nicht verfügbar sind und andere Heiztechnologien hohe Investitionskosten verursachen können.
Der MEW fordert daher eine technologieoffene, praxistaugliche und bürokratiearme Ausgestaltung des Gebäudemodernisierungsgesetzes. Entscheidend ist, Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor wirksam zu senken – unabhängig davon, mit welcher klimafreundlichen Technologie und welchem erneuerbaren Energieträger dieses Ziel erreicht wird.
Die gesamte Stellungnahme finden Sie hier zum Download.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 12.05.2026 - 12:51 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2250734
Anzahl Zeichen: 4267
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Jan Grubert
Stadt:
Berlin
Telefon: +49 (30) 8095045-43
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 166 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"MEW zum Gebäudemodernisierungsgesetz: Technologieoffenheit muss auch in der Praxis gelten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
MEW Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das vom Bundeskabinett verabschiedete Kraftstoffmaßnahmenpaket führt zu Rechtsunsicherheit für eine gesamte Branche und ist verfassungsrechtlich bedenklich. Davor warnen die Verbände en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie, Allianz für Mobilität und Energie afm+e, Bundesverband Freier Ta
THG-Quote: MEW fordert Planungssicherheit für den Mittelstand ...
Die Reform der THG-Quote ist im Bundestag angekommen. Mit der ersten Lesung startet das parlamentarische Verfahren. Der MEW begrüßt die Weiterentwicklung, fordert jedoch eine rechtssichere, praktikable Ausgestaltung, die Investitionen ermöglicht und den Markthochlauf klimafreundlicher Kraftstoffe
Weiterentwicklung der THG-Quote: Planungssicherheit für den Mittelstand schaffen ...
Die MEW begrüßt die geplante Weiterentwicklung der THG-Quote als wichtiges Signal für Investoren und Mittelstand. Die Fortschreibung bis 2040 schafft Planungssicherheit und stärkt die THG-Quote als zentrales Instrument zur Defossilisierung des Verkehrs. Die Mittelständische Energiewirtschaft De
Weitere Mitteilungen von MEW Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland e.V.
ABO Energy erreicht Meilensteine auf dem Sanierungspfad und definiert Handlungsfelder für eine erfolgreiche Neuausrichtung ...
Als „Meilenstein auf dem Pfad der Sanierung“ bewertet Britta Hübner (Chief Restructuring Officer, CRO) den gestern vorgelegten ersten Entwurf des Sanierungsgutachtens. Der Entwurf des Gutachtens kommt zu dem vorläufigen Schluss, dass ABO Energy sanierungsfähig sei. Der Entwurf enthält darüb
Textilabfall ist kein Müllproblem mehr. Es ist ein Rohstoffmarkt. ...
Das Kölner Start-up CRCL entwickelt mit Apatura ein kreislauffähiges Granulat aus Alttextilien - und adressiert damit einen Markt, den Regulierung, Entsorgungskosten und Rohstoffbedarf neu ordnen. Köln, 12. Mai 2026 - Jedes Jahr entstehen weltweit rund 120 Millionen Tonnen Textilabfälle. Der
Omexom gewinnt 5-Jahres-Vertrag für Betrieb und Wartung elektrischer Anlagen von sechs Windparks ...
Omexom in Deutschland übernimmt erneut die Wartung mehrerer niederländischer Offshore-Windparks in der Nordsee. Nach einer erfolgreichen Vertragslaufzeit von 2021 bis 2025 wurde der Dienstleistungsvertrag für die Wartung der elektrischen Infrastruktur, einschließlich der Offshore-Umspannwerke fÃ
Drohnen im Einsatz für die Energiewende: Effiziente Kontrolle von Stromnetzen ...
Der Einsatz moderner Drohnentechnologie hält zunehmend Einzug in die Energiebranche. Der Stromnetzbetreiber WEMAG Netz GmbH (WNG) setzt seit gut einem Jahr verstärkt auf unbemannte Flugsysteme, um Stromleitungen zu inspizieren, effizient zu überwachen und zu dokumentieren. Die Technologie gilt al




