Pharma Deutschland und die Dental-Industrie fordern Korrektur bei PFAS-Regeln zum Schutz der Patientenversorgung
ID: 2251327

(ots) - Gemeinsames Positionspapier fordert umfassende Ausnahme für das Gesundheitswesen
Pharma Deutschland und der Verband der Deutschen Dental-Industrie (VDDI) fordern eine grundlegende Überarbeitung der geplanten europäischen PFAS-Beschränkung für den Gesundheitsbereich. In einem gemeinsamen Positionspapier warnen beide Verbände davor, dass die derzeit diskutierten Regeln die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteln und Medizinprodukten gefährden können. Was von der Europäischen Union als Umweltschutzmaßnahme gedacht ist, darf nicht dazu führen, dass notwendige Arzneimittel, Medizinprodukte und zahnmedizinische Produkte schwerer verfügbar werden. Deshalb braucht es aus Sicht der beiden Verbände umfassende und dauerhafte Ausnahmen für den Gesundheitssektor.
PFAS werden unter anderem bei der Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten bspw. in Filtern, Dichtungen, Schläuchen, Verpackungen sowie in Bestandteilen von Medizinprodukten eingesetzt, weil sie besonders widerstandsfähig und zuverlässig sind. Insbesondere wäre das Fehlen von PFAS in der sterilen Arzneimittelherstellung und bei Verpackungskomponenten für empfindliche Präparate kritisch, wo Materialwechsel die Qualität, Haltbarkeit und Verfügbarkeit von Produkten beeinträchtigen können.
Wenn wichtige Materialien, Bauteile oder Wirk- und Hilfsstoffe wegfallen, können Arzneimittel und Medizinprodukte im schlimmsten Fall nicht mehr verlässlich hergestellt, eingesetzt oder geliefert werden. Das kann zu Therapieunterbrechungen, eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten und zusätzlicher Unsicherheit im Versorgungsalltag führen.
Die Verbände betonen zugleich, dass sich die Branche der Risiken bewusst ist, die von bestimmten PFAS für Umwelt und Gesundheit ausgehen können. Unternehmen arbeiten bereits daran, PFAS dort zu ersetzen, wo dies technisch und regulatorisch möglich ist, Lieferketten besser zu analysieren und neue Alternativen zu entwickeln. Viele größere Unternehmen engagieren sich dazu bereits in einer öffentlich-privaten Partnerschaft im Rahmen der Innovative Health Initiative.
Allerdings lassen sich selbst dort, wo Ersatzlösungen grundsätzlich denkbar sind, im Gesundheitswesen nicht einfach von heute auf morgen einführen. Neue Materialien müssen geprüft, behördlich bewertet und in bestehende Herstellungsprozesse eingebunden werden. Nach Angaben der Verbände kann das viele Jahre dauern, in einzelnen Fällen sogar bis zu 20 Jahre. Die bislang vorgesehenen befristeten Ausnahmen reichen dafür aus Sicht der Verbände nicht aus. Notwendig ist aus Sicht der Verbände deshalb ein differenzierter Ansatz: problematische Emissionen senken, Ersatzstoffe gezielt fördern und gleichzeitig unverzichtbare Anwendungen für die Versorgung absichern.
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Datum: 15.05.2026 - 10:00 Uhr
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