Visum in Aussicht, Zukunft verspielt? Warum ausländische Fachkräfte in eine gefährliche Zwischenphase geraten
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Viele entscheiden sich in genau dieser Phase noch einmal um – nicht gegen den Job, sondern gegen das System. Nachfolgend lesen Sie, warum diese Übergangsphase für ausländische Fachkräfte so problematisch ist und was sich dringend ändern muss, damit Deutschland im Wettbewerb um Talente nicht weiter zurückfällt.
Ein Problem, über das kaum gesprochen wird
Über den Fachkräftemangel wird in Deutschland viel diskutiert. Deutlich seltener geht es jedoch um die monatelange Zwischenphase zwischen erfolgreicher Rekrutierung und tatsächlicher Einreise internationaler Fachkräfte. Dabei entscheidet sich oft genau hier, ob qualifizierte Bewerber ihren Weg nach Deutschland tatsächlich fortsetzen oder sich am Ende doch für ein anderes Land entscheiden.
Besonders problematisch ist, dass selbst Bewerber mit bereits unterschriebenem Arbeitsvertrag und intensiver Vorbereitung häufig in langwierige Verfahren ohne echte Planungssicherheit geraten.
Hoher Einsatz schon lange vor der Einreise
Wer als internationale Pflegekraft nach Deutschland kommen möchte, investiert oft schon Monate vor der Einreise viel Zeit, Geld und persönliche Energie. Dazu zählen Sprachausbildungen, die Vorbereitung auf Fachsprachenprüfungen und Kenntnisprüfungen, Übersetzungen und Beglaubigungen sowie umfangreiche Visaunterlagen. Teilweise geben Bewerber sogar ihren bisherigen Arbeitsplatz auf, um sich ganz auf den Prozess zu konzentrieren.
Umso schwerer wiegt es, wenn Verfahren sich über viele Monate hinziehen. Denn Sprachzertifikate sind nur begrenzt gültig. Dauert die Bearbeitung zu lange, droht der Nachweis abzulaufen. Dann müssen Prüfungen erneut abgelegt werden. Der bereits geleistete Aufwand verliert an Wert, der Weg nach Deutschland beginnt praktisch von vorn.
Im Verfahren weit fortgeschritten – und doch ohne echte Chance
Besonders widersprüchlich ist die Lage für jene, die im Anerkennungsprozess bereits weit gekommen sind. Bewerber mit B2-Sprachzertifikat und einem sogenannten Defizitbescheid gelten eigentlich als fortgeschritten. Ein Defizitbescheid ist der behördliche Bescheid, der festhält, welche Inhalte für die volle Anerkennung noch fehlen. Trotzdem haben gerade diese Kandidaten oft Schwierigkeiten, überhaupt noch einen Arbeitgeber zu finden.
Der Grund liegt in der langen Verfahrensdauer. Zertifikate nähern sich dem Ablauf, während Arbeitgeber vor weiterer Unsicherheit und zusätzlichem Zeitaufwand zurückschrecken. Was eigentlich ein Fortschritt sein sollte, wird damit zur Last. Für die Betroffenen bleibt ein Zustand des Wartens – ohne klare Richtung, ohne sichere Perspektive.
Aus der Praxis berichten Vermittler und Arbeitgeber inzwischen zunehmend von Kandidaten, die trotz weit fortgeschrittener Verfahren abspringen oder sich letztlich für andere Länder entscheiden.
Wenn jede Stelle anders prüft
Neben den langen Fristen belastet viele Bewerber vor allem die fehlende Einheitlichkeit im Verfahren. Je nach Behörde oder Sachbearbeitung werden Unterlagen und Voraussetzungen unterschiedlich bewertet. Manche Kandidaten erhalten zunächst positive Rückmeldungen, später folgen dann neue Anforderungen oder unerklärliche Verzögerungen.
Für die Betroffenen hat das spürbare Folgen und wirft neue Fragen auf:
- Reicht das vorhandene Zertifikat noch aus?
- Müssen weitere Prüfungen absolviert werden?
- Wartet der Arbeitgeber weiter?
- Lässt sich die eigene Zukunft überhaupt noch auf Deutschland ausrichten?
Gerade diese Ungewissheit wird zur eigentlichen Schwachstelle des Systems.
Deutschland verliert Talente in der Zwischenphase
Im internationalen Wettbewerb zählt längst nicht mehr nur das Arbeitsplatzangebot. Auch der Weg dorthin muss verlässlich, nachvollziehbar und zügig sein. Andere Länder werben gezielt mit schnelleren, digitaleren und klarer strukturierten Verfahren. Wer monatelang in einem unübersichtlichen Prozess feststeckt, beginnt zu vergleichen – und zieht irgendwann Konsequenzen.
Darum stellt sich nicht nur die Frage, ob Deutschland attraktive Arbeitsplätze bieten kann. Entscheidend ist ebenso, ob das Land den Weg zur Einreise so gestaltet, dass motivierte Fachkräfte ihn tatsächlich zu Ende gehen.
Die eigentliche Frage lautet daher: Verliert Deutschland internationale Fachkräfte nicht beim Recruiting – sondern in der Zeit zwischen Zusage und tatsächlicher Einreise?
Über Jason Heinen:
Jason Heinen ist Gründer und Geschäftsführer der Saisy Germany UG und Experte für die Rekrutierung internationaler Pflegefachkräfte. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Pflegebranche unterstützt er deutsche Einrichtungen bei der nachhaltigen Gewinnung und Integration von Fachkräften aus Drittländern. Weitere Informationen unter: www.saisygermany.com
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Datum: 18.05.2026 - 14:20 Uhr
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