18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025
ID: 2252870

(ots) -
- Insgesamt 206 600 Wohnungen fertiggestellt - niedrigster Wert seit 2012
- Bauüberhang mit 760 700 genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen Ende 2025 auf Vorjahresniveau, davon 307 200 bereits im Bau
- Durchschnittliche Dauer zwischen Baugenehmigung und Fertigstellung eines Wohngebäudes seit 2020 um 7 Monate verlängert
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 206 600 Wohnungen gebaut. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 18,0 % oder 45 400 Wohnungen weniger als im Vorjahr. Damit sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen im zweiten Jahr in Folge deutlich (2024: -14,4 % zum Vorjahr), nachdem sie in den Jahren 2021 bis 2023 jeweils bei rund 294 000 gelegen hatte. Zuvor war die Zahl neuer Wohnungen von ihrem Tiefststand von 159 000 im Jahr 2009 auf den Höchststand von 306 400 im Jahr 2020 gestiegen. Niedriger als im Jahr 2025 war die Zahl neuer Wohnungen zuletzt im Jahr 2012 (200 500). In den Ergebnissen sind sowohl Wohnungen in neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden als auch neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden enthalten.
Rückgänge bei allen Wohngebäudearten
In neu errichteten Wohngebäuden wurden im Jahr 2025 insgesamt 172 600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 20,0 % oder 43 300 Neubauwohnungen weniger als im Vorjahr. Rückgänge gab es sowohl bei den meist von Privatpersonen errichteten Ein- und Zweifamilienhäusern als auch bei den vor allem von Unternehmen gebauten Mehrfamilienhäusern: Mit 41 800 Einfamilienhäusern wurden 23,3 % oder 12 700 weniger fertiggestellt als im Vorjahr. Die Zahl neuer Wohnungen in Zweifamilienhäusern fiel um 21,4 % oder 3 800 auf 13 800. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, wurden 109 800 Neubauwohnungen geschaffen, das waren 18,9 % oder 25 500 weniger als im Jahr 2024. In neu errichteten Wohnheimen sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen um 15,1 % oder 1 300 auf 7 200.
In neuen Nichtwohngebäuden entstanden im Jahr 2025 insgesamt 3 300 Wohnungen und damit 31,8 % oder 1 500 weniger als im Vorjahr. Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.
Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden im Jahr 2025 insgesamt 30 700 Wohnungen fertiggestellt, das waren 1,8 % oder 600 weniger als im Vorjahr.
Zahl fertiggestellter Neubauwohnungen sinkt im Osten doppelt so stark wie im Westen
In der regionalen Betrachtung zeigt sich, dass die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen in Wohngebäuden im Jahr 2025 im Osten prozentual mehr als doppelt so stark zurückging wie im Westen. Während die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen im Westen gegenüber dem Vorjahr um 16,7 % (-29 200 auf 145 700) abnahm, sank die Zahl im Osten um 34,3 % (-14 000 auf 26 900). Besonders deutlich war der Unterschied bei Mehrfamilienhäusern: Während im Jahr 2025 im Westen 13,9 % oder 15 000 weniger Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern fertiggestellt wurden, waren es im Osten 38,3 % oder 10 600 Wohnungen weniger als im Vorjahr.
Rückgang bei Bauvorhaben von Privatpersonen besonders deutlich
Nach Bauherrengruppen betrachtet entfielen von den im Jahr 2025 fertiggestellten Neubauwohnungen 89 500 auf Unternehmen (-17,8 % oder -19 400 zum Vorjahr) und 72 300 auf Privatpersonen (-23,7 % oder -22 400). Von Trägern der öffentlichen Hand wurden 7 900 Neubauwohnungen fertiggestellt (-15,6 % oder -1 500), von Organisationen ohne Erwerbszweck 2 900 (+1,7 % oder +50).
Durchschnittlich 27 Monate von der Genehmigung bis zur Fertigstellung im Neubau
Die durchschnittliche Abwicklungsdauer von Neubauwohnungen in Wohngebäuden, also die Zeit von der Genehmigungserteilung bis zur Fertigstellung, hat sich bei den im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäuden auf 27 Monate verlängert. Im Jahr 2024 hatte der Bau einer Wohnung noch durchschnittlich 26 Monate gedauert, im Jahr 2020 lediglich 20 Monate.
Neubauwohnungen mit durchschnittlich 95,2 Quadratmetern Wohnfläche
Eine Neubauwohnung hatte im Jahr 2025 eine durchschnittliche Wohnfläche von 95,2 Quadratmetern. Damit hielt der Trend zu kleineren Wohnungen an. Die bisher größte durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung war im Jahr 2007 mit 116,4 Quadratmetern gemessen worden, seitdem nahm die durchschnittliche Wohnungsgröße ab.
Bauüberhang auf Vorjahresniveau
Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen stieg im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 10,6 % auf 238 100 und war damit höher als die Zahl der fertiggestellten Wohnungen. Der Bauüberhang, das sind bereits genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen, bewegte sich zum Jahresende 2025 mit 760 700 Wohnungen auf Vorjahresniveau (2024: 759 700). Davon befanden sich 307 200 Wohnungen bereits im Bau (158 600 Wohnungen davon waren im Rohbau fertiggestellt).
35 700 erloschene Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2025
Im Jahr 2025 erloschen 35 700 Baugenehmigungen, das war der höchste Wert seit 2002 und ein Anstieg um rund ein Viertel gegenüber 2024 und um etwa die Hälfte gegenüber den Jahren 2022 und 2023 (2024: 29 000; 2023: 22 700; 2022: 22 800). Zur Zahl der im Bauüberhang enthaltenen Bauvorhaben, deren Genehmigung zwar noch nicht erloschen sind, die aber nicht mehr weiterverfolgt werden, liegen keine Informationen vor.
3,8 % weniger umbauter Raum bei Nichtwohngebäuden
Auch die Bauaktivität bei Nichtwohngebäuden ist im Jahr 2025 erneut zurückgegangen. Nichtwohngebäude sind zum Beispiel Fabrikgebäude und Lagerhallen, Büro- und Verwaltungsgebäude oder landwirtschaftliche Betriebsgebäude. Der zentrale Indikator für die Bauaktivität bei Nichtwohngebäuden ist der umbaute Raum. Bei den im Jahr 2025 fertiggestellten Nichtwohngebäuden verringerte sich der umbaute Raum gegenüber dem Jahr 2024 um 3,8 % auf 170,9 Millionen Kubikmeter. Besonders stark war der Rückgang bei den Büro- und Verwaltungsgebäuden mit -19,5 %.
Methodische Hinweise:
Die Angaben beruhen im Wesentlichen auf den Anfang Mai 2026 in Statistischen Ämtern der Länder vorliegenden Meldungen von unteren Bauaufsichtsbehörden sowie in Ausnahmefällen von Bauherrinnen und Bauherren. Über die Behandlung, den Umfang und die Entwicklung von Nachmeldungen informiert der Qualitätsbericht zur Statistik.
Weitere Informationen:
Detaillierte Ergebnisse und lange Zeitreihen zu den Baugenehmigungen, den Baufertigstellungen sowie zum Bauüberhang sind über die Tabellen 31111, 31121 und 31131 in der Datenbank GENESIS-Online abrufbar. Weitere Ergebnisse zur Bautätigkeit bieten auch die Themenseite "Bauen" im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.
Über die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2025 (vorläufige Ergebnisse) informiert die Pressemitteilung Nr. 052 vom 18. Februar 2026. Vorläufige Ergebnisse zu den Baugenehmigungen im 1. Quartal 2026 bietet die Pressemitteilung Nr. 166 vom 18. Mai 2026.
Ergebnisse zum Thema Bauen sind auch im "Dashboard Konjunktur" (www.dashboard-konjunktur.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Bautätigkeit
Telefon: +49 611 75 2442
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44
Original-Content von: Statistisches Bundesamt, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.05.2026 - 08:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2252870
Anzahl Zeichen: 8172
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
WIESBADEN
Kategorie:
Unternehmensberatung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 195 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Statistisches Bundesamt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Ob Stifte, Hefte oder Bücher - der Schulanfang nach den Sommerferien ist in der Regel mit einigen Anschaffungen verbunden. Für den Kauf von Schulbüchern, Schreib- und Zeichenmaterialien mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Juni 2026 mehr ausgeben als noch ein Jahr zuvor. Wie das Statistisc
Stark erhöhte Sterbefallzahlen während der Hitzewelle Ende des 2. Quartals 2026 / Sterbefallzahlen in der letzten Juniwoche 32 % über dem Vergleichswert der Vorjahre ...
Im 2. Quartal 2026 sind in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) rund 243 600 Menschen gestorben. Die Sterbefallzahlen bewegten sich zumeist im Bereich der mittleren Werte der vier Vorjahre oder merklich darunter. Ausnahmen waren erhöhte Sterbefallzahlen in
Großhandelspreise im Juni 2026: +4,9 % gegenüber Juni 2025 ...
Großhandelsverkaufspreise, Juni 2026 +4,9 % zum Vorjahresmonat -0,7 % zum Vormonat Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Juni 2026 um 4,9 % höher als im Juni 2025. Im Mai 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +5,9 % gelegen, im April 2026 bei +6,3 %. Ausschlagg
Weitere Mitteilungen von Statistisches Bundesamt
Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2026 / Wirtschaftsleistung um 0,3 % höher als im Vorquartal ...
Bruttoinlandsprodukt (BIP), 1. Quartal 2026 +0,3 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt) +0,5 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt) +0,4 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt) Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 -
Vom Anfang bis zum Ende gedacht: Der zirkuläre LOOP Markt in Haimhausen ...
Im Einzelhandel dreht sich die Nachhaltigkeitsdebatte meist um Verpackungen. Dabei verbraucht allein der Bau eines Supermarkts enorme Mengen an Rohstoffen, die nach dem Abriss größtenteils auf der Deponie landen. Die RATISBONA Handelsimmobilien mit Sitz in Regensburg setzt deshalb auf zirkuläres
Warum viele Mittelständler trotz Digitalisierung ineffizient arbeiten – und wie die AUTOMATTERS GmbH Prozesse mit KI automatisiert ...
Steigende Auftragszahlen, Fachkräftemangel und immer komplexere Abläufe setzen viele Industrie- und B2B-Unternehmen massiv unter Druck. Trotzdem laufen zahlreiche interne Prozesse weiterhin manuell über Excel, E-Mails oder einzelne Insellösungen. Wie Unternehmen durch gezielte KI-Prozessautomati
Volle Auftragsbücher, zu wenig Gewinn: Die A&M Beratung erklärt, wann Werbung für Handwerksbetriebe wirklich sinnvoll ist ...
Volle Auftragsbücher, ausgelastete Teams und trotzdem zu wenig Gewinn am Monatsende: Viele Handwerksbetriebe kennen genau dieses Problem. Der Kalender ist voll, doch ein großer Teil der Zeit fließt in Aufträge, die wirtschaftlich zu wenig bringen. Entscheidend ist deshalb nicht, ob ein Betrieb a




