Nordzucker-Jahresabschluss 2025/26: Konsequente Maßnahmen in einem extrem herausfordernden Marktumf

Nordzucker-Jahresabschluss 2025/26: Konsequente Maßnahmen in einem extrem herausfordernden Marktumfeld

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(ots) - Der Nordzucker Konzern hat das Geschäftsjahr 2025/26 in einem außergewöhnlich herausfordernden Marktumfeld abgeschlossen. Zwei sehr ertragreiche Rübenernten in Folge, hohe Bestände im EU-Zuckermarkt und stark gefallene Absatzpreise belasteten die Ertragslage. Der Umsatz ging auf rund 2,34 Milliarden Euro zurück und das operative Ergebnis lag bei minus 226 Millionen Euro. Nordzucker hat frühzeitig mit einem konsequenten Maßnahmenpaket reagiert, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stabilisieren und zu stärken.

"Die Zuckerbranche ist aktuell von einer extrem herausfordernden Marktlage betroffen. Zwei sehr hohe Ernten in Folge in Europa haben ein deutliches Überangebot verursacht, das die Preise massiv unter Druck gesetzt hat", erläuterte Lars Gorissen, Chief Executive Officer (CEO) der Nordzucker AG, bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Braunschweig. "Diese Marktdynamik gehört zu unserem Geschäft, ist in dieser Ausprägung jedoch außergewöhnlich. Entscheidend ist, dass wir aktiv gegensteuern: mit unserer Strategie, unseren nochmals nachgeschärften Exzellenzinitiativen und einem zusätzlichen Sofortprogramm."

Zwei besonders ertragreiche Rübenernten und ein strukturell rückläufiger Zuckerkonsum haben zu hohen Beständen im EU-Zuckermarkt beigetragen. Gleichzeitig verstärken sinkende Weltmarktpreise infolge hoher Produktionsmengen auf dem Weltmarkt den Preisdruck weiter.

Nordzucker hat in einer durchschnittlich langen Kampagne rund 2,8 Millionen Tonnen Zucker aus Rüben erzeugt - etwas weniger als im Vorjahr. Die Verarbeitungsleistung lag dabei auf einem insgesamt hohen Niveau. Die australische Tochter Mackay Sugar Ltd. erzeugte rund 0,6 Millionen Tonnen Rohzucker aus Zuckerrohr. Der Umsatz des Nordzucker Konzerns sank im Geschäftsjahr 2025/26 auf rund 2,34 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,77 Milliarden Euro). Hauptursache war das deutlich niedrigere Preisniveau für Zucker in Europa und auf dem Weltmarkt. Der Jahresfehlbetrag vor Fremdanteilen lag bei minus 171,7 Millionen Euro nach 84,5 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf minus 226 Millionen Euro (Vorjahr: plus 100,5 Millionen Euro) - inklusive einer Belastung durch Sondereffekte in Europa von rund minus 160 Millionen Euro. Das Unternehmen verzeichnet damit ein historisch niedriges Ergebnis.



Daraus resultierend werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 9. Juli 2026 vorschlagen, keine Dividende für das Geschäftsjahr 2025/26 auszuschütten (Vorjahr: 0,40 Euro pro Aktie).

Ergebnisentwicklung durch Marktdynamik geprägt

"Der Preisverfall, der sich seit Herbst 2024 am Markt abzeichnete, wirkte sich im Geschäftsjahr 2025/26 voll im Ergebnis aus", sagte Alexander Bott, Chief Financial Officer (CFO) von Nordzucker, mit Blick auf die Kennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres. "Unsere frühzeitig eingeleiteten Exzellenz- und Kostensenkungsmaßnahmen zeigen Wirkung. Dennoch konnten die negativen Markteffekte im Berichtsjahr nicht vollständig ausgeglichen werden." Bott ergänzte: "Wir haben frühzeitig wirkungsvolle Maßnahmen auf den Weg gebracht und setzen diese schrittweise um. Das stärkt unsere Resilienz gegenüber zukünftigen volatilen Marktentwicklungen." Bereits umgesetzte Maßnahmen wirken sich, aufgrund des Geschäftsmodells, erst mit einem Zeitverzug positiv auf die Ergebnisentwicklung aus.

Das negative Ergebnis ist vor allem auf das europäische Zuckergeschäft zurückzuführen. Das Rohrzuckergeschäft konnte vor diesem wirtschaftlichen Hintergrund 0,3 Millionen Euro zum Konzern-EBIT beitragen. Der Jahresüberschuss lag bei plus 1,5 Millionen Euro. Die in den vergangenen Jahren vorangetriebenen Aktivitäten, um das Geschäft in Australien zu optimieren und die Profitabilität zu verbessern - insbesondere die Verfügbarkeit der Werke -, zahlen sich weiter aus. Die Vermögens- und Finanzlage im Konzern bleibt solide, die Eigenkapitalquote liegt weiterhin auf hohem Niveau bei 55 Prozent.

Maßnahmenpakete stärken Kostenstruktur und Resilienz

Angesichts der Marktvolatilität hat Nordzucker bestehende Exzellenzinitiativen weiter intensiviert und ein zusätzliches Sofortprogramm aufgelegt. Im Fokus stehen dabei die Reduzierung von Verwaltungskosten, dazu zählen Personal- und Sachkosten, außerdem die Anpassung der Netzwerkstruktur und die Steigerung der Profitabilität, insbesondere im Deutschland-Geschäft.

"Angesichts dieses Marktumfelds ist Abwarten keine Option. Genau deshalb sind die eingeleiteten strukturellen Maßnahmen und der klare Kostenfokus entscheidend", betonte Alexander Godow. "Wir passen unser Netzwerk an die veränderten Marktbedingungen an und stärken unsere operative Leistungsfähigkeit." Bereits umgesetzt wurden strukturelle Anpassungen unter anderem in Finnland und der Slowakei. Ziel ist ein robustes, effizienteres und wettbewerbsfähiges Produktions- und Logistiknetzwerk, das Herausforderungen besser abfedern kann.

Zur Optimierung und Stärkung des Kerngeschäfts Rübe setzt Nordzucker konzernweite Exzellenzinitiativen um. In Deutschland wurde zudem gemeinsam mit den Anbauerinnen und Anbauern ein angepasstes Rübenpreismodell eingeführt, das agiler und flexibler auf die Marktlage reagieren kann. "Zuckerproduktion und Rübenanbau funktionieren nur gemeinsam", sagte Lars Gorissen. "Das neue Rübenpreismodell in Deutschland ist ein wichtiger Schritt und Signal für andere Nordzucker-Länder. Es stärkt den zukunftsfähigen Rübenanbau in Europa."

Dekarbonisierung wirkt auch wirtschaftlich

Trotz des aktuellen Ergebnisdrucks treibt Nordzucker die Dekarbonisierung der Produktion und die Investitionen in die Werke voran - auch vor dem Hintergrund steigender Anforderungen von Kunden, Gesellschaft und Gesetzgebung. So investierte Nordzucker im Geschäftsjahr 2025/26 rund 160 Millionen Euro in seine europäischen Standorte.

Darüber hinaus setzt Nordzucker im Rahmen des eigenen GoGreen-Programms weitere Dekarbonisierungsprojekte um, darunter einen neuen Extraktionsturm in Schladen sowie die Erweiterungen von Verdampfstationen in den Werken in Uelzen, Klein Wanzleben und Clauen. "Wir haben in den vergangenen Jahren intensiv in die Dekarbonisierung investiert. Das zahlt sich jetzt aus: wirtschaftlich und in der CO2-Reduktion unserer Produkte. Damit verbessern wir unsere Kostenstruktur, reduzieren perspektivisch die Abhängigkeit von volatilen Energiepreisen und erfüllen Kundenanforderungen", so Godow.

Strategie Fields for Growth gibt Richtung vor

Mit der Strategie Fields for Growth verfolgt Nordzucker einen klaren Kurs bis 2033: ein gewachsenes, diversifizierteres und profitables Unternehmen. "Fields for Growth gibt uns eine klare Strategie: Ziel ist, unser Geschäft stärker zu diversifizieren und unsere Abhängigkeit vom europäischen Markt zu verringern, jedoch gleichzeitig unsere Marktposition in Europa möglichst auszubauen", betonte Lars Gorissen.

Nordzucker setzt beim Wachstum auf die Erweiterung des Geschäftsbereichs Rohr, der bereits heute mit dem Geschäft in Australien einen Beitrag zum Konzernergebnis leistet und resilienter in den Marktzyklen funktioniert. Der beabsichtigte Einstieg in den Wachstumsmarkt für alternative Proteine und funktionale Zutaten für Lebensmittel (Smart Ingredients) rundet die Wachstums- und Diversifizierungsstrategie ab. Nordzucker sieht nach wie vor großes Potenzial in diesem Markt. Die Strategie zum Markteintritt ist auf mögliche Partnerschaften und Beteiligungen ausgerichtet.

Ausblick: Rückkehr zur Profitabilität bleibt im Fokus

Zur Entlastung des Markts hat Nordzucker erneut die Anbaufläche reduziert. Das Unternehmen geht daher davon aus, dass sich die Balance zwischen Angebot und Nachfrage verbessert, und erwartet mit dem neuen Anbaujahr eine schrittweise Erholung des Preisniveaus.Nordzucker rechnet damit, dass die eingeleiteten Maßnahmen zur Anpassung der Kostenstruktur schrittweise Wirkung entfalten, und budgetiert für das Geschäftsjahr 2026/27 ein negatives EBIT im mittleren zweistelligen Millionenbereich.Ziel des Unternehmens ist es, im Geschäftsjahr 2027/28 wieder ein positives EBIT zu erzielen - im Wesentlichen getragen durch die Beiträge aus Exzellenzinitiativen, das Sofortprogramm sowie durch angepasste Preis- und Kostenstrukturen. "Wir haben die richtigen Weichen gestellt, um aus eigener Kraft in einem herausfordernden Umfeld wieder profitabel zu wirtschaften", fasste Gorissen zusammen. "Das gibt uns Klarheit und Zuversicht für den Weg nach vorn."

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Nordzucker

Nordzucker ist einer der weltweit führenden Hersteller von Zucker aus Zuckerrüben und Zuckerrohr. Der Konzern gewinnt Zuckerprodukte in verschiedenen Formen, wie Weißzucker, Rohzucker, Raffinade, Biozucker, Spezialitäten und flüssige Zucker. Darüber hinaus produziert Nordzucker Futtermittel, Melasse, Düngemittel und Kraftstoffe sowie Strom. Im Geschäftsjahr 2025/26 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro. Mit seiner Strategie Fields for Growth setzt Nordzucker zwei Schwerpunkte: die Stärkung der Wirtschaftlichkeit des bestehenden Geschäfts sowie die gezielte Diversifizierung und Wachstum. Nordzucker fokussiert sich im Rahmen der Strategie zudem auf das Ziel, bis spätestens 2050 die Produktion in den Werken CO2-neutral zu betreiben. Dies wird um Ziele zur Reduktion des CO2-Ausstoßes im Rübenanbau ergänzt. Hochwertige Produkte und Dienstleistungen, Wachstumsperspektiven und kontinuierliche Verbesserungen sind die treibende Kraft hinter einem engagierten und internationalen Team von rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 19 europäischen und australischen Produktionsstandorten.

www.nordzucker.com

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Nicole Dinter
Head of Communication & Public Affairs
Nordzucker Group
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Nordzucker AG Küchenstraße 9 38100 Braunschweig Tel. +49 531 2411 158
mailto:nicole.dinter@nordzucker.com
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Aufsichtsratsvorsitzender: Jochen Johannes Juister
Vorstand: Dr. Lars Gorissen (Vors.)
Alexander Bott | Alexander Godow

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