Thomé: „Dauerstaus und jahrelange Einschränkungen dürfen nicht zum Normalzustand im Saarland werden“
ID: 2255824
„Die saarländische Wirtschaft steht zur notwendigen Sanierung unserer Infrastruktur. Aber sie erwartet zu Recht, dass Baustellen professionell geplant, koordiniert und kommuniziert werden. Was wir derzeit erleben, ist für viele Unternehmen kaum noch tragbar: Beschäftigte, Kunden und Lieferverkehre verlieren täglich wertvolle Zeit im Stau, Abläufe geraten durcheinander, Kosten steigen. Die Rückmeldungen aus den Betrieben zeigen klar: Die Belastungsgrenze ist vielerorts erreicht. Baustellen dürfen nicht länger isoliert betrachtet werden, sondern müssen als Teil eines funktionierenden Verkehrssystems gesteuert werden. Wir brauchen eine bessere Abstimmung der Maßnahmen, mehr Transparenz und deutlich mehr Tempo bei der Umsetzung. Dauerstaus und jahrelange Einschränkungen dürfen nicht zum Normalzustand auf den Verkehrsachsen des Saarlandes werden“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé.
Besonders kritisch sehen die Unternehmen die Häufung mehrerer gleichzeitig bestehender Verkehrseinschränkungen. Neben der Grundsanierung der A 620 zwischen Völklingen und Saarbrücken sorgen derzeit auch die Einschränkungen auf der A 6 zwischen den Anschlussstellen St. Ingbert-West und Rohrbach, auf der A 8 bei Neunkirchen sowie die Situation rund um die Saarbrücke in Mettlach für zusätzliche Belastungen. Die Folge sind längere Fahrzeiten, Umwegverkehre und eine spürbar schlechtere Erreichbarkeit von Unternehmen, Innenstädten und Gewerbestandorten.
Unternehmen berichten der IHK insbesondere von Verzögerungen im Liefer- und Logistikverkehr, steigenden Transportkosten, eingeschränkter Erreichbarkeit von Betriebsstandorten sowie rückläufigen Kundenfrequenzen im Handel und in der Gastronomie. Hinzu kommen teilweise unzureichende Informationen über Umleitungen und fehlende Hinweise darauf, dass Gewerbestandorte, Innenstädte, Gastronomiebetriebe und touristische Ziele weiterhin erreichbar sind.
„Erreichbarkeit ist für viele Betriebe keine Komfortfrage, sondern eine wirtschaftliche Existenzfrage. Wenn Kunden, Gäste oder Lieferanten den Eindruck gewinnen, Innenstädte, Gewerbestandorte oder touristische Ziele seien kaum erreichbar, entstehen Schäden, die weit über die eigentliche Bauzeit hinausreichen. Deshalb reicht es nicht, Umleitungen auszuschildern. Es muss aktiv kommuniziert werden, welche Standorte erreichbar sind und wie man dorthin kommt“, so Thomé.
Die IHK erwartet nun, dass dem begonnenen Dialog zügig konkrete Verbesserungen folgen. Aus Sicht der Wirtschaft müssen die Autobahn GmbH, das saarländische Verkehrsministerium sowie die betroffenen Kommunen die Steuerung der laufenden Maßnahmen deutlich verbessern.
Auf Basis dieser Rückmeldungen hat die IHK ein Maßnahmenpapier für ein leistungsfähigeres Baustellenmanagement im Saarland entwickelt. Im Mittelpunkt stehen eine bessere Steuerung der Baumaßnahmen, mehr Transparenz gegenüber den Betroffenen und eine schnellere Umsetzung wichtiger Infrastrukturprojekte.
Die IHK schlägt insbesondere folgende Maßnahmen vor:
Beschleunigung der Baumaßnahmen auf der A 620 durch zusätzliche Bauzeitenfenster und die Prüfung alternativer Sperrkonzepte in verkehrsarmen Zeiten
Prüfung zusätzlicher Fahrspuren während der Hauptverkehrszeiten
Räumliche Anpassung des Baustellen- und Absperrbereichs zwischen Völklingen und Saarbrücken-Gersweiler zur Entschärfung der täglichen Stausituation
Regelmäßige Informationsveranstaltungen und eine transparente Information über den Baufortschritt
Einführung eines landesweiten Baustellenkoordinators zur besseren Abstimmung von Straßen- und Schienenbaumaßnahmen
Deutliche Verbesserung des Verkehrsleit- und Informationsmanagements durch digitale Echtzeitinformationen und frühzeitige Warnhinweise bei drohenden Staus
Dauerhafte Ausweisung leistungsfähiger und hindernisfreier Umleitungsstrecken
Einrichtung einer schnellen Eingreiftruppe aus Polizei, Straßenwacht und Abschleppdiensten zur zügigen Räumung von Unfällen im Baustellenbereich
Bessere Kommunikation der Erreichbarkeit von Gewerbestandorten, Innenstädten, Gastronomiebetrieben und touristischen Einrichtungen
Ausbau von Park-and-Ride-Angeboten zur Stärkung des Umstiegs auf den öffentlichen Nahverkehr
Beschleunigung des Neubaus der Saarbrücke in Mettlach
Prüfung zusätzlicher Anreize zur Verlagerung von Verkehren auf den öffentlichen Nahverkehr, beispielsweise durch kostenfreie ÖPNV-Angebote an Samstagen
„Die Geduld vieler Unternehmen ist spürbar strapaziert. Jetzt müssen die Verantwortlichen zeigen, dass sie Baustellen nicht nur verwalten, sondern wirksam steuern können. Modernes Baustellenmanagement heißt: klare Koordination, transparente Kommunikation, belastbare Umleitungen und spürbare Entlastung für Wirtschaft und Pendler. Die Probleme sind bekannt – jetzt braucht es keine weiteren Absichtserklärungen, sondern konkrete Verbesserungen. Genau das erwarten die Unternehmen zu Recht“, betont Thomé.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 08.06.2026 - 10:57 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2255824
Anzahl Zeichen: 5800
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Frauke SchollDr. Mathias Hafner
Stadt:
Saarbrücken
Telefon: +49 (681) 9520-301+49 (681) 9520-300
Kategorie:
Transport - Logistik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 215 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Thomé: „Dauerstaus und jahrelange Einschränkungen dürfen nicht zum Normalzustand im Saarland werden“"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Deutschlands Wirtschaft steht unter massivem Druck. Hohe Kosten, schwache Investitionen und zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck belasten insbesondere den industriellen Mittelstand. Gleichzeitig gewinnt die steuerpolitische Debatte spürbar an Dynamik. Denn klar ist: Ohne international wett
Saar-Arbeitsmarkt ohne Dynamik ...
„Nach einem enttäuschenden April verzeichnet der saarländische Arbeitsmarkt im Mai zwar eine leichte Frühjahrsbelebung. Dieses schwache Plus darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dem saarländischen Arbeitsmarkt zunehmend schwerfällt, Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bring
Saarwirtschaft kommt weiterhin nicht in Fahrt ...
Die wirtschaftliche Erholung im Saarland kommt angesichts der angespannten geopolitischen Lage und ausbleibender struktureller Reformen in Deutschland weiterhin nicht voran. Darauf deuten die Rückmeldungen der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und zu den Erwartungen für die kommenden s
Weitere Mitteilungen von Industrie- und Handelskammer des Saarlandes
Retail Management Software mit ERP Anbindung an Warenwirtschaftssysteme für den Einzelhandel ...
Viele Einzelhändler verfügen bereits über ein ERP oder Warenwirtschaftssystem. Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch häufig in der Filiale: Bestände werden manuell korrigiert, Wareneingänge verzögert gebucht, Retouren unvollständig dokumentiert oder Preisänderungen nicht rechtzeitig
Logistik unter S/4HANA ...
Ob S/4HANA-Einführung, die dringend notwendige Ablösung des klassischen SAP WM oder neue Dynamik in der Geschäftsentwicklung: Früher oder später stehen Logistikverantwortliche vor der entscheidenden Frage: Welches SAP-Lagerverwaltungssystem ist künftig das richtige für uns? Die digitale Tra
F-Trucks Deutschland beim Truck-Grand-Prix 2026 ...
Wenn sich vom 10. bis 12. Juli 2026 die europäische Transport- und Logistikbranche am Nürburgring zum 39. Internationalen Shell ADAC Truck-Grand-Prix trifft, ist auch die F-Trucks Deutschland GmbH wieder mit dabei. Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht der neue Ford F-MAX GEN 2.0, der den Besuch
Inventurdifferenzen im Modehandel: Was die Jahresinventur wirklich sichtbar macht ...
Filialketten im Fashion- und Textilhandel kämpfen jährlich mit Bestandsabweichungen. Die Ursachen liegen selten in der Inventur selbst, sondern in Prozesslücken, die das ganze Jahr über Fehler produzieren. Dieser Artikel erläutert, wie eine präzise Jahresinventur diese Schwachstellen aufdeckt




