Zu viel Gehalt, zu wenig Vermögen? Der häufigste Denkfehler bei Geschäftsführern

Zu viel Gehalt, zu wenig Vermögen? Der häufigste Denkfehler bei Geschäftsführern

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(ots) - Hohe Geschäftsführergehälter führen schnell in den Spitzensteuersatz – und damit zu einer unnötig hohen Steuerlast. Gleichzeitig bleibt oft weniger Kapital übrig, das tatsächlich in den Vermögensaufbau fließen kann. Gerade bei sechsstelligen Einkommen summiert sich dieser Effekt erheblich.

In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass sich Geschäftsführer zu viel Gehalt auszahlen und dadurch Steuervorteile verschenken. Statt nur auf versteuerte Gehälter zu setzen, lassen sich Gewinne gezielt im Unternehmen für die Versorgung des Geschäftsführers einsetzen oder in geeignete Strukturen überführen. So entsteht Vermögen effizienter und die Steuerlast sinkt gleichzeitig. Im Folgenden erfahren Sie, welche typischen Fehler Geschäftsführer machen und welche Strategien sich in der Praxis bewährt haben.

Der zentrale Denkfehler: Fokus auf Gehalt statt auf Struktur

In der Praxis zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: Viele Geschäftsführer orientieren sich stark an der Höhe ihres Einkommens, während die Struktur des Vermögensaufbaus in den Hintergrund tritt. Zwar werden häufig hohe Gehälter gezahlt, jedoch entsteht dadurch eine hohe private Steuerlast. Gleichzeitig beschränkt sich der private Vermögensaufbau oft auf überschaubare monatliche Sparbeträge.

Darüber hinaus bleibt das Kapital im Unternehmen ungenutzt. Obwohl bewusst auf weitere Gehaltserhöhungen verzichtet wird, um die Steuerlast nicht weiter zu steigern, wird vorhandene Liquidität nicht konsequent investiert. Stattdessen verbleiben Mittel nahezu unverzinst auf Konten und verlieren damit real an Wert. In der Summe entsteht so ein ineffizientes Gesamtbild aus hoher Besteuerung und ungenutztem Kapital.

Warum der klassische private Vermögensaufbau an Grenzen stößt

Ein wesentlicher Grund liegt im progressiven Einkommensteuersystem. Mit steigendem Gehalt erhöht sich nicht nur die absolute Steuerlast, sondern auch der Grenzsteuersatz. Jedes zusätzliche Gehalt steht somit nur noch zu knapp mehr als 50 Prozent für den Vermögensaufbau zur Verfügung.



Hinzu kommt die nachgelagerte Besteuerung im Privatvermögen. Kapitalerträge werden während der Laufzeit sowie bei Umschichtungen und Entnahmen besteuert. Dadurch wird der Zinseszinseffekt spürbar reduziert. Insbesondere bei langfristigen Anlagen summiert sich dieser Effekt und mindert die tatsächliche Rendite deutlich.

Vor diesem Hintergrund ist der ausschließliche Fokus auf private Anlagen häufig nicht ausreichend, um Vermögen effizient aufzubauen.

Vermögensaufbau über das Unternehmen gezielt nutzen

Eine Alternative besteht darin, den Vermögensaufbau stärker über die eigene Gesellschaft zu gestalten. Voraussetzung ist in der Regel eine eigentümergeführte Kapitalgesellschaft, in der entsprechende Entscheidungsspielräume bestehen.

Zunächst bleibt ein privates Depot sinnvoll, da es Flexibilität und kurzfristige Verfügbarkeit sichert. Sobald jedoch eine gewisse Vermögensgröße erreicht ist, kann es zielführend sein, zusätzliche Mittel nicht mehr ausschließlich privat anzulegen. Stattdessen lassen sich Gewinne innerhalb des Unternehmens gezielt einsetzen oder in geeignete Vorsorgestrukturen überführen.

Auf diese Weise wird vermieden, dass Kapital zunächst voll versteuert werden muss, bevor es investiert wird. Gleichzeitig kann vorhandene Liquidität produktiv genutzt werden, anstatt ungenutzt im Unternehmen zu verbleiben.

Integration moderner Anlageformen

Unabhängig von der gewählten Struktur spielen ETFs und Aktien eine zentrale Rolle. Sie lassen sich sowohl im privaten als auch im unternehmerischen Kontext einsetzen und bieten die notwendige Flexibilität für unterschiedliche Anlagestrategien.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Produktauswahl. Mit wachsendem Vermögen gewinnt die Strukturierung des Portfolios an Bedeutung. Während bei kleineren Beträgen einfache Lösungen ausreichen können, erfordert ein höheres Anlagevolumen eine differenziertere Allokation. Ziel ist es, Risiko und Rendite in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen und die vorhandenen Möglichkeiten konsequent auszuschöpfen.

Für wen diese Strategien besonders relevant sind

Besonders relevant ist dieses Thema für Geschäftsführer, die über eine eigene Kapitalgesellschaft verfügen und nicht in die gesetzliche Rentenversicherung eingebunden sind. In diesen Fällen besteht nicht nur die Notwendigkeit, eigenständig vorzusorgen, sondern auch die Möglichkeit, unterschiedliche Gestaltungsansätze zu nutzen.

Mit steigendem Einkommen und wachsendem Unternehmensgewinn nimmt die Bedeutung einer durchdachten Struktur deutlich zu. Bereits ab einem soliden mittleren Einkommen lohnt es sich, die bestehende Strategie zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Letztlich verschiebt sich damit der Fokus: Weg von der Maximierung des Gehalts, hin zu einer strukturierten Steuerung von Einkommen, Steuern und Vermögen. Wer diesen Perspektivwechsel vollzieht, schafft die Grundlage für einen nachhaltig effizienteren Vermögensaufbau.

Über Sebastian Ohligschläger:

Sebastian Ohligschläger ist Gründer von Ohligschläger Consulting und berät Geschäftsführer sowie Vorstände zur steueroptimierten Altersvorsorge. Er entwickelt Versorgungsmodelle, die Investitionen in ETFs und Aktien auf Unternehmensebene ermöglichen. Sein Ansatz verbindet Vermögensaufbau mit steuerlicher Effizienz und klaren Strukturen. Mehr Informationen unter: https://ohligschlaeger-consulting.de/

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Inhaber: Sebastian Ohligschläger
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Datum: 09.06.2026 - 08:14 Uhr
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