Wirkstoffforschung mit virtuellen Patienten - Forschende bei Sanofi erstellen Digitale Zwillinge
ID: 2256350

(ots) - Schätzungsweise fünf bis acht Prozent der Menschen in Deutschland leiden an einer Autoimmunerkrankung wie Asthma, Rheumatoide Arthritis oder entzündliche Darmerkrankungen. Die Entwicklung neuer Medikamente gegen diese Erkrankungen ist langwierig und komplex. Um die Forschung grundlegend zu beschleunigen, arbeitet Markus Rehberg an der Schnittstelle von Ingenieurswissenschaften, Mathematik und Biologie. Er und sein Team erstellen sogenannte virtuelle Patienten, um die Wirksamkeit neuer Medikamente zu modellieren, bevor diese in klinischen Studien getestet werden.
"Biologie hat mich schon immer fasziniert, besonders, dass selbst kleinste Lebewesen wie Mikroben komplexe Aufgaben bewältigen können, an denen Roboter und moderne Elektronik noch immer scheitern", erzählt Markus Rehberg. Der promovierte Ingenieur arbeitet im Bereich Disease Modelling innerhalb der Translational Medicine Unit (TMU) am Sanofi BioCampus in Frankfurt. Dort entwickelt er sogenannte "Quantitative Systempharmakologie (QSP)"-Modelle.
Diese Modelle bilden pathophysiologische Prozesse des Menschen von der molekularen Ebene bis hin zu komplexen Gewebestrukturen detailliert ab. "Man kann sich das als ein System von Gleichungen vorstellen, das chemische und zelluläre Prozesse beschreibt", erklärt Rehberg. Mithilfe von anonymisierten Patient*innendaten werden die Modelle anschließend auf individuelle Krankheitsverläufe abgestimmt und präzisiert. "Das ist aufwendig, aber erlaubt uns, biologische Zusammenhänge und die Unterschiede zwischen Patienten zu verstehen", erläutert der Ingenieur.
Nach dem Abschluss seines ingenieurwissenschaftlichen Studiums promovierte Rehberg, erforschte den Zellstoffwechsel mithilfe mathematischer Modelle und entschied sich dann für die Medikamentenforschung, wie er sagt: "Ich bin überzeugt, dass wir biologische Systeme mit Konzepten der Ingenieurwissenschaften umfassender entschlüsseln können". Das hat mich von der Grundlagenforschung in die angewandte Arzneimittelentwicklung geführt."
Mit virtuellen Patienten zu realen Medikamenten
Am BioCampus leitet der Ingenieur den QSP-Bereich. Sein Team vereint dabei unterschiedliche Kompetenzen: Biologie, Mathematik und Informatik. "Wir sind gleichzeitig Wissenschaftler, Analysten und Entwickler", erzählt er. "Diese Vielseitigkeit ist nicht nur besonders, sie spiegelt auch unsere Antwort auf die wissenschaftlichen Anforderungen wider und macht unseren Alltag zudem ausgesprochen abwechslungsreich." Das gebündelte Fachwissen fließt in die Entwicklung von virtuellen Patienten ein. Sobald diese erstellt sind, kann das Team eine Vielzahl unterschiedlicher Wirkstoffe am Computer testen, die Wirkung modellieren und helfen die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Bereits heute erforscht das QSP-Team in enger Zusammenarbeit mit anderen Funktionen in der Forschung und Entwicklung in Frankfurt verschiedenste Medikamente. Es gibt Rückmeldung dazu, ob beispielsweise die Halbwertszeit, die Bindung an das Zielmolekül oder die Dosierung eines Wirkstoffes angepasst werden sollte, um bei möglichst vielen Patient*innen eine größtmögliche Wirkung zu erzielen. Dafür greift das Team auf eine große Menge an Daten zurück, die aus vielen verschiedenen Quellen stammen: von einfachen Bindungsdaten über Biomarker-Auswertungen aus dem Labor bis hin zu eigenen und externen klinischen Studien. "Das erfordert genaue Abstimmungen mit allen beteiligten Funktionen und gelingt nur durch gute Zusammenarbeit und einem gemeinsamen Ziel: Patient*innen zu helfen", erklärt Rehberg. Die enge Zusammenarbeit mit den Expert*innen vor Ort ist dabei eine unverzichtbare Grundlage der Arbeit.
Das Forschungsteam hat früh damit begonnen, künstliche Intelligenz gezielt für seine Arbeit einzusetzen. So hilft KI dabei, Datensätze zu analysieren, Modellstrukturen zu überprüfen und zu optimieren sowie virtuelle Patienten zu generieren. Das ermöglicht robustere und aussagekräftigere Vorhersagen.
In Kooperation mit führenden KI-Forschungsinstituten arbeitet das Team zudem daran, QSP-Modelle mit neuesten KI-Methoden zu kombinieren. "Ziel ist es, zusätzliche Zusammenhänge wie Komorbiditäten und demografische Faktoren in die Modelle zu integrieren, um individuelle Patient*innen noch präziser als digitale Zwillinge abzubilden", erläutert Markus Rehberg.
Die erfolgreiche Integration hochauflösender Einzelzelldaten, also einer Single-Cell-RNA-Sequenzierung, in die Erstellung virtueller Patientenzwillinge ist ein bedeutender Schritt auf dem Weg, Moleküle konsequent zuerst am Computer zu testen, nach dem Prinzip "In Silico First". "So können wir komplexe Erkrankungen in bislang unerreichtem Maß analysieren", sagt Rehberg. "Alle Daten und Erkenntnisse fließen laufend in unsere Datenbanken ein, damit wir unsere Modelle weiter optimieren und unser Wissen über das Immunsystem für die Erstellung zukünftiger virtueller Patienten nutzbar machen können."
Die Erkenntnisse können dazu beitragen, besonders vielversprechende Wirkstoffe frühzeitig zu identifizieren und die Entwicklung mithilfe optimierter Studiendesigns zu beschleunigen. "Perspektivisch wird die Medizin zunehmend individualisierter und damit in Form von Precision Medicine noch effizienter werden. Für die Umsetzbarkeit in der klinischen Praxis könnten QSP-Modelle und virtuelle Patientenzwillinge einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie helfen, Therapien präzise auf einzelne Patient*innen abzustimmen", fasst Rehberg zusammen.
Pressekontakt:
Sanofi in Deutschland
Unternehmenskommunikation
presse@sanofi.com
Original-Content von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.06.2026 - 10:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2256350
Anzahl Zeichen: 5988
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Frankfurt/Main
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 220 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Wirkstoffforschung mit virtuellen Patienten - Forschende bei Sanofi erstellen Digitale Zwillinge"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Wenn Juckreiz zur Dauerbelastung wird, gerät das Leben schnell aus dem Gleichgewicht. Genau das erleben Menschen mit Prurigo nodularis (PN): Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung kann den Alltag erheblich beeinträchtigen, wird aber oft erst spät diagnostiziert. Die Plattform "Leben mit
Neuer Podcast MS on air: Multiple Sklerose besser verstehen ...
Multiple Sklerose besser verstehen, Warnsignale früher erkennen, selbstbestimmt handeln: Dafür startet der neue Podcast "MS on air" von Sanofi. Das Format im Rahmen der Patientenservices von MS-Begleiter richtet sich an die rund 300.000 Betroffenen in Deutschland, ihre Angehörigen sowie
Entwicklung von neuen Medikamenten: Wie die Durchführung klinischer Studien bei Sanofi koordiniert wird ...
Klinische Studien sind mit der wichtigste Schritt bei der Entwicklung von Medikamenten. Mit ihnen werden neue Wirkstoffe unter realen Bedingungen getestet. Die genau geplanten Studien unterliegen daher hohen Sicherheitskriterien. Das funktioniert nur mit einer guten Organisation, wie Manuela Kleiner
Weitere Mitteilungen von Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Servier Deutschland: 30 Jahre langfristiges Engagement für Patientinnen und Patienten ...
- Standort München sorgt seit 1996 für Zugang zu innovativen Therapien in Bereichen mit hohem medizinischem Bedarf - Fokus Hämatologie/Onkologie - Zukünftig auch seltene neurologische Erkrankungen - Deutschland als Hub Europe für internationale klinische Studien - KI als Chance: Trans
Award: Deutschlands Qualitäts-Sieger 2026 / Qualität als Kaufanreiz - Über 34.000 Kundenurteile bestimmen die stärksten Anbieter in 55 Kategorien ...
Egal ob Dienstleister oder Produzent - wer überzeugende Qualität liefert, gewinnt das Vertrauen seiner Kunden. Genau das würdigt der Award "Deutschlands Qualitäts-Sieger". Bereits zum zweiten Mal vergeben das Deutsche Institut für Service-Qualität und der Nachrichtensender ntv gemein
ZEQ gründet Kompetenzfeld Wissenschaftsmanagement ...
Mit dem neuen Kompetenzfeld verbindet ZEQ seine langjährige Erfahrung in der Beratung von Universitätsklinika und wissenschaftsnahen Einrichtungen mit der ausgewiesenen Expertise von Professor Ingo Autenrieth. Wissenschaft professionell steuern Universitätsklinika und Medizinfakultäten, Wiss
Sommerferien als Risiko: Angst vor Zwangsverheiratung und Ehrgewalt / ZORA - Anlauf- und Beratungsstelle für Mädchen* und junge Frauen* macht auf die Gefährdung in den Ferienmonaten aufmerksam ...
Mit den Sommerferien beginnt die Vorfreude auf den Urlaub. Für einige Mädchen* und junge Frauen* sind diese Reisen jedoch mit großer Angst verbunden, da sie einem erhöhten Risiko von Zwangsverheiratung, Ehrgewalt oder familiärem Druck ausgesetzt sein können. "Ehrgewalt" umfasst ver




