Hans Bausch Mediapreis für Pascal Schneiders und Birgit Stark

Hans Bausch Mediapreis für Pascal Schneiders und Birgit Stark

ID: 2256938

(ots) - Der prämierte Artikel zeigt Risiken für die journalistische Qualität und demokratische Öffentlichkeit auf, wenn Social Media-Plattformen den Zugang zu Nachrichten bestimmen. Die Autoren stellen konkrete Lösungsansätze für Plattformen, Politik und Redaktionen vor / Preisverleihung per Livestream am Mittwoch, 17. Juni 2026, ab 18:30 Uhr

Soziale Medien haben die Art und Weise der öffentlichen Kommunikation stark verändert: Bestimmten früher insbesondere professionelle Medienschaffende über die Verbreitung von Informationen, so erreichen heutzutage auch Social Media-Influencer oder andere Personen ohne journalistische Ausbildung ein großes Publikum. Klassische Nachrichtenmedien sind mittlerweile auf diese sozialen Plattformen angewiesen, um weiterhin die Menschen zu erreichen - sie müssen sich dabei den Regeln und Erwartungen dieser Plattformen anpassen, was die Qualität der Nachrichten beeinträchtigen kann. Ausgehend von dieser Plattformisierung bietet der Artikel von Schneiders und Stark einen ganzheitlichen Ansatz, um die Probleme zu analysieren und Lösungen zu finden.

Sicherung der Nachrichtenqualität in plattformbasierten Nachrichtenökosystemen

Schneiders und Stark entwickeln ein innovatives und klar strukturiertes Modell, das systematisch Produktion, Distribution und Rezeption von Nachrichtenqualität analysiert und damit den Prozess der Erstellung und Verbreitung von Nachrichten ganzheitlich betrachtet. Der Artikel verbindet zentrale Debatten der Kommunikationswissenschaft - wie den Einfluss sozialer Medien, die Rolle von Meinungsführern und die Bedeutung demokratischer Öffentlichkeit - zu einem verständlichen und gut durchdachten Modell. So werden die komplexen Veränderungen durch soziale Medien nicht nur beschrieben, sondern auch analysiert und verglichen. Darüber hinaus leistet die Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung normativer Maßstäbe von Nachrichtenqualität: Die präzise und zugleich praxisnahe Definition von Qualität (Aspekte wie Genauigkeit, Relevanz, Vielfalt und Unabhängigkeit) schafft eine tragfähige Grundlage für Forschung und Regulierung. Besonders wertvoll ist dabei die Verknüpfung von Analyse und Handlungsempfehlungen - dazu gehören Vorschläge wie die Förderung journalistischer Produktion über algorithmische Transparenz bis hin zur Stärkung von Medienkompetenz. Diese Empfehlungen sind sowohl theoretisch fundiert als auch politisch anschlussfähig, insbesondere im europäischen Kontext.



Begründung der Jury

Die Jury zeichnet den Artikel "Ensuring News Quality in Platformized News Ecosystems: Shortcomings and Recommendations for an Epistemic Governance" der Kommunikationswissenschaftler Dr. Pascal Schneiders und Prof. Dr. Birgit Stark von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz aus, der durch seine gesellschaftliche Relevanz besticht: Der Beitrag adressiert zentrale Herausforderungen demokratischer Öffentlichkeit in einer von Plattformen geprägten Medienumgebung und zeigt überzeugend, wie die Sicherung von Nachrichtenqualität eng mit den epistemischen Rechten der Bürgerinnen und Bürger verbunden ist. Insgesamt handelt es sich um eine herausragende, interdisziplinär anschlussfähige und politisch hoch relevante Arbeit, die sowohl für die wissenschaftliche Diskussion als auch für medienpolitische Entscheidungsprozesse wegweisende Impulse liefert.

SWR Intendant Kai Gniffke: "Was macht die Qualität von Nachrichten aus? Die Arbeit liefert dazu ein hilfreiches Modell in drei Stufen: Es braucht hochwertige Recherche und Informationen, gute Sichtbarkeit auf Plattformen, um die Menschen zu erreichen und unbedingt ein hohes Maß an Verständlichkeit. Wenn all das zutrifft, können Nachrichten dazu beitragen, dass die Menschen gut informiert sind und so sinnvolle Diskussionen in der Gesellschaft stattfinden."

Die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Karla Pollmann sagt: "Die Qualität öffentlich zugänglicher Information definiert die Substanz unserer demokratischen Kultur. Forschung wie die von Pascal Schneiders und Birgit Stark verbindet analytische Schärfe mit einem klaren Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft. Sie zeigt, dass wir die Gestaltung digitaler Öffentlichkeiten nicht allein technologischen Dynamiken überlassen dürfen, sondern sie aktiv und gemeinsam im Sinne von ethischer Transparenz, Vielfalt und Verlässlichkeit weiterentwickeln müssen."

Über den Autor und die Autorin

Dr. Pascal Schneiders ist Wissenschaftler am Department of Communication der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte sind Plattformisierung, Nachrichtenqualität und Medienpolitik im digitalen Wandel. Schneiders arbeitet insbesondere an Fragen epistemischer Governance und demokratischer Öffentlichkeit. Im November 2024 promovierte er am Institut für Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zum Thema Plattformisierung des Nachrichtenökosystems.

Dr. Birgit Stark ist Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ihr Fokus liegt auf Mediennutzung, digitale Öffentlichkeit und Regulierung von Plattformen. Sie hat eine langjährige Expertise in empirischer Kommunikationsforschung und Medienpolitikberatung.

Hintergrund: Der Hans Bausch Mediapreis des SWR

Die gemeinnützige Stiftung Hans Bausch Mediapreis des SWR dient der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Innovation im Medienbereich. Dies wird durch die Verleihung des gleichnamigen Mediapreises in Höhe von 5.000 Euro verwirklicht, der einmal jährlich für eine wissenschaftliche Arbeit im deutschsprachigen Raum verliehen wird. Bei der Verleihung des Preises kooperiert der SWR eng mit dem Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen.

Fachjury aus Medienpraxis und -forschung

Mitglieder des Vorstandes der Stiftung sowie der personenidentischen Jury sind:


- Professor Kai Gniffke, SWR Intendant sowie Vorsitzender Vorstand und Jury des Hans Bausch Mediapreises des SWR
- Stefanie Schneider, SWR Landessenderdirektorin Baden-Württemberg
- Thomas Dauser, SWR Direktor Innovationsmanagement und Digitale Transformation
- Professorin Tanja Thomas, Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen mit dem Schwerpunkt Transformation der Medienkultur
- Professorin Martina Thiele, Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung
- Professor Christian Nuernbergk, Lehrstuhl für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Trier

Pressekontakt:

Stefanie Zenke, Südwestrundfunk, Unternehmenssprecherin Telefon +49 711 929-11030 kommunikation@SWR.de
Christfried Dornis, Universität Tübingen, Leiter Stabsstelle Hochschulkommunikation, Telefon +49 7071 29-76788, presse@uni-tuebingen.de


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Datum: 12.06.2026 - 15:07 Uhr
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