Kriege und Konflikte: Sexualisierte Gewalt gegen Kinder um 35 Prozent gestiegen / SOS-Kinderdörfer zum Internationalen Tag für die Beseitigung sexueller Gewalt in Konflikten am 19. Juni
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(ots) - Sexuelle Ausbeutung und Missbrauch von Kindern als Mittel der Kriegsführung haben in den letzten Jahren um 35 Prozent zugenommen. Die Hauptbetroffenen sind Mädchen, schon Kleinkinder zählen dazu. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer zum Internationalen Tag für die Beseitigung sexueller Gewalt in Konflikten am 19. Juni hin. Die Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit der Zunahme kriegerischer Konflikte: 2025 haben die globalen Militärausgaben mit 2,9 Billionen US-Dollar einen neuen Rekordwert erreicht. Sexualisierte Gewalt wird von Kriegsparteien als Mittel der Herrschaft eingesetzt, als Foltermethode oder im Tausch gegen Nahrung. Laut UN leben inzwischen etwa 676 Millionen Mädchen und Frauen im 50-Kilometer-Umkreis von Konflikten. "Durch die Schließung von Kinderschutzräumen und fehlende Überwachungsinstanzen wird die Ausübung sexualisierter Gewalt für Täter immer einfacher. Die internationale Gemeinschaft und die Regierungen der Länder müssen mehr in die Prävention solcher Verbrechen investieren, die Taten mit aller Schärfe ahnden und Überlebenden die nötige Hilfe ermöglichen", sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.
Mangelhafte Versorgungslage der Betroffenen
Aufgrund der eklatanten Zunahme bewaffneter Konflikte und der vielerorts prekären Sicherheitslage werden die Versorgung der Betroffenen und die Strafverfolgung immer schwieriger. Die Angriffe erfolgen in Wohnhäusern und Geflüchtetencamps, auf Fluchtrouten und in Gefängnissen. Viele Überlebende haben keinen Zugang zu rechtlichen, psychosozialen und medizinischen Dienstleistungen und fürchten Stigmatisierung.
Länder, in denen sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe häufig vorkommt
- Seit rund 15 Jahren herrscht in der Zentralafrikanischen Republik Bürgerkrieg zwischen Streitkräften der Regierung und Rebellenallianzen, unter anderem ist es auch ein Kampf zwischen christlichen und muslimischen Gruppierungen. 2024 wurden von der UN Vergehen an 191 Mädchen und 215 Frauen dokumentiert. Haupttäter waren Angehörige von Rebellengruppen. Vergewaltigungen und sexuelle Sklaverei dienten etwa zur Erlangung der Kontrolle über Bergbaustandorte und zur Schwächung muslimischer Gemeinschaften.
- In Kolumbien dauern die bewaffneten Konflikte zwischen Regierungstruppen, Guerillagruppen und Drogenkartellen seit langem an. 2024 hat die UN 80 Fälle von sexualisierter Gewalt registriert, dabei handelte es sich in 49 Fällen um Kinder. Sie wurden etwa im Kontext von Menschenhandel und Rekrutierungen als Kindersoldatinnen sexuell ausgebeutet. Die nationale Opferstelle des Landes verzeichnete insgesamt 1100 Fälle, ein Anstieg von 68 Prozent gegenüber 2023.
- Im Jemen tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg zwischen Regierung und Huthi-Milizen. Sexualisierte Gewalt ist weit verbreitet. Laut UN kommen die Fälle meist nicht zur Meldung, die Angst vor Vergeltungmaßnahmen ist zu groß. Bekannt ist, dass es in sogenannten Sommercamps, die die Huthis zur Indoktrinierung von Kindern nutzen, viele Vergewaltigungen gibt. Auch haben Zwangsrekrutierungen für eine weibliche Huthi-Spezialeinheit oftmals sexuelle Ausbeutung und Zwangsheirat zur Folge.
So helfen die SOS-Kinderdörfer
In den Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer erhalten Kinder und Frauen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, medizinische und psychosoziale Unterstützung. Mütter, die infolge einer Vergewaltigung ein Kind gebären, geben dies oft weg, weil es ihnen nicht gelingt, eine Bindung zum Kind aufzubauen. In den SOS-Kinderdörfern finden diese Kinder ein neues, sicheres Zuhause. Zudem leisten die SOS-Kinderdörfer Aufklärungsarbeit und setzen in den Gemeinden Präventionsmaßnahmen um.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de
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Datum: 17.06.2026 - 07:41 Uhr
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