Wird Bitcoin von KI gehackt? Frank Thelen verkauft alles – Experte erklärt, was hinter den Gerüchten steckt
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Tatsächlich lösen die Berichte etwas Verunsicherung aus, aber man sieht deutlich, dass der Markt nicht dran glaubt und dafür gibt es gute Gründe. Hier erfahren Sie, warum Bitcoin bislang als nahezu unhackbar gilt und welche Rolle Quantencomputer und KI wirklich für die Zukunft der Kryptowährungen spielen könnten.
Warum Bitcoin bisher als sicher gilt
Die Sicherheit von Bitcoin beruht auf mehreren technischen Mechanismen. Das Netzwerk verarbeitet Transaktionen bewusst langsam: Im Durchschnitt entsteht nur etwa alle zehn Minuten ein neuer Block. Gerade diese Verzögerung erhöht die Sicherheit, weil Manipulationen dadurch deutlich erschwert werden.
Hinzu kommt die Transparenz der Blockchain. Sämtliche Transaktionen sind öffentlich einsehbar und dauerhaft gespeichert. Ein größerer Angriff könnte daher nicht unbemerkt stattfinden.
Außerdem sichern weltweit verteilte Mining-Knoten das Netzwerk mit enormer Rechenleistung ab. Diese sogenannte Hashrate ist inzwischen so groß, dass weder einzelne Hackergruppen noch Staaten Bitcoin realistisch übernehmen könnten.
Quantencomputer bedrohen nicht das Netzwerk selbst
In der aktuellen Debatte werden häufig zwei Dinge verwechselt: das Bitcoin-Netzwerk und einzelne Wallets. Jede Bitcoin-Adresse besteht aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel funktioniert wie eine sichtbare Kontonummer, an die Bitcoin gesendet werden können. Der private Schlüssel dagegen ist der eigentliche Zugangscode.
Bislang gilt die dahinterliegende Kryptografie als praktisch unknackbar. Klassische Computer würden für einen Angriff unvorstellbar lange benötigen. Theoretisch könnten Quantencomputer dieses Problem irgendwann lösen. Dafür wäre der sogenannte Shor-Algorithmus verantwortlich – ein mathematisches Verfahren, das speziell für Quantencomputer entwickelt wurde. Allerdings würde dadurch nicht die Blockchain selbst zerstört. Gefährdet wären vielmehr einzelne Wallets, insbesondere ältere Bitcoin-Adressen, bei denen der öffentliche Schlüssel bereits sichtbar geworden ist.
Wie realistisch ist die Gefahr?
Die technische Realität liegt derzeit deutlich hinter den Schlagzeilen zurück. Zwar existieren bereits Quantencomputer, doch ihre Leistung reicht bei Weitem nicht aus, um moderne Bitcoin-Verschlüsselung anzugreifen. Bislang konnten Forscher mit Quantencomputern lediglich sehr kleine Zahlen zerlegen. Die Kryptografie von Bitcoin arbeitet dagegen mit extrem großen Zahlenräumen. Der Abstand zwischen beiden Größenordnungen ist enorm.
Zudem muss zwischen physischen und logischen Qubits unterschieden werden. Physische Qubits sind die fehleranfälligen Hardware-Bausteine heutiger Quantencomputer. Erst durch die Kombination vieler physischer Qubits entstehen stabile logische Qubits.
Experten gehen davon aus, dass für einen ernsthaften Angriff auf Bitcoin rund 1.500 logische Qubits nötig wären. Aktuelle Systeme liegen davon noch weit entfernt. Auch Institutionen wie das US-Standardisierungsinstitut NIST rechnen eher mit einem langfristigen Risiko und setzen Übergangsfristen bis in die 2030er-Jahre an. Die von Frank Thelen oft zitierte Drei-Jahres-Prognose gilt deshalb in Fachkreisen als unrealistisch.
Die Bitcoin-Community arbeitet bereits an Lösungen
Die Diskussion über quantensichere Kryptografie ist innerhalb der Entwickler-Community keineswegs neu. Tatsächlich existieren bereits konkrete Vorschläge für sogenannte Post-Quanten-Lösungen.
Mit dem „Bitcoin Improvement Proposal 360“ wurde Anfang 2026 ein Konzept vorgestellt, das neue quantensichere Adresstypen ermöglichen soll. Entwickler arbeiten bereits an entsprechenden Übergangslösungen, damit Nutzer ihre Bestände rechtzeitig auf sichere Wallet-Strukturen übertragen können.
Selbst wenn Quantencomputer eines Tages leistungsfähig genug werden sollten, würde die Branche also nicht unvorbereitet getroffen.
Warum KI Bitcoin nicht „hacken“ kann
Besonders irreführend ist die Behauptung, Künstliche Intelligenz könne Bitcoin entschlüsseln. Technisch betrachtet handelt es sich dabei um zwei völlig unterschiedliche Bereiche.
KI-Systeme basieren auf Mustererkennung – sie sind Sprachmodelle, keine Rechensysteme. Sie analysieren Daten und automatisieren Prozesse, können kryptografische Verfahren jedoch nicht einfach aushebeln.
Wenn von „gehackten Wallets durch KI“ die Rede ist, steckt meist etwas anderes dahinter. Häufig helfen KI-Modelle lediglich dabei, verlorene Passwörter, beschädigte Datenträger oder vergessene Seed-Phrases wiederherzustellen. Dafür müssen allerdings bereits Nutzerdaten vorliegen. Die eigentliche Bitcoin-Kryptografie wird dadurch nicht gebrochen.
Was Anleger aus der Debatte mitnehmen sollten
Die aktuelle Diskussion zeigt vor allem, wie stark technologische Schlagzeilen emotional aufgeladen werden. Viele „Bitcoin-Killer“-Narrative wirken spektakulär, sind technisch jedoch nur eingeschränkt belastbar.
Seit der Entstehung von Bitcoin vor 17 Jahren sagen Medien und selbsternannte Experten immer wieder dessen Ende voraus. Bislang haben sich diese Prognosen nicht bewahrheitet. Auch die Diskussion um Quantencomputer und mögliche Angriffe auf die Bitcoin-Kryptografie ist nicht neu – sie wurde bereits 2014, 2017 und 2022 intensiv geführt. Viele der heute geäußerten Befürchtungen sind daher Wiederholungen bekannter Debatten.
Entscheidend ist deshalb die Unterscheidung zwischen Netzwerk-Risiken und Wallet-Risiken. Während Quantencomputer langfristig tatsächlich ein Thema werden könnten, existieren bereits heute Konzepte für Gegenmaßnahmen.
Gleichzeitig bleibt wichtig festzuhalten: Kein technisches System ist vollkommen unangreifbar. Auch Bitcoin besitzt Risiken und Schwächen, über die offen diskutiert werden sollte. Die Vorstellung, dass KI Bitcoin in naher Zukunft einfach „hackt“, gehört nach aktuellem Stand der Technik jedoch klar in den Bereich medialer Übertreibung.
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Datum: 22.06.2026 - 08:15 Uhr
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