Frühe Hilfen für Kinder von depressiven Eltern / Betriebskrankenkassen erweitern ihr Vorsorgeprogramm
ID: 2259654

(ots) - Bis zu fünfzehn Prozent der Mütter und bis zu zehn Prozent der Väter sind vor oder nach der Geburt ihres Kindes von einer Depression betroffen. Doch bei bis zu 90 Prozent der Betroffenen bleiben diese sogenannten peripartalen Depressionen unentdeckt und können auch die Gesundheit des Kindes beeinflussen. Erste Hinweise der Studie UPlusE (U-Untersuchung für Kinder plus Eltern beim Pädiater zur Förderung der kindlichen Entwicklung) zeigen, dass eine Frühbehandlung helfen kann, psychische Erkrankungen frühzeitig zu stabilisieren und langfristige Belastungen zu reduzieren. Diese Erkenntnisse sind Anlass der Betriebskrankenkassen (BKK) zum 1. Juli 2026 ihr Leistungsangebot der frühkindlichen Vorsorgeuntersuchungen anzupassen, um postpartale Depressionen frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Die neue Zusatzleistung erweitert den Rahmenvertrag „Starke Kids by BKK“ des BKK Landesverbandes Bayern mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ), der seit 2007 besteht.
Dr. Ralf Langejürgen, Vorstand BKK Landesverband Bayern: „Die Studie UPlusE hat uns eindrücklich gezeigt, dass in der Regelversorgung Depressionen oft zu spät erkannt werden, aber frühzeitige Hilfen essenziell für die Gesundheit der Familien sind. Dass wir uns als BKK in dieser Form engagieren, hat wesentlich mit der Innovationskraft und der beispielhaften Versorgungsorientierung der BKK-Gemeinschaft zu tun.“
Dr. Michael Hubmann, Präsident des BVKJ: „Viele Eltern sprechen seelische Belastungen nach der Geburt nicht von selbst an. Das Screening über die PraxisApp ‚Meine pädiatrische Praxis‘ hilft, dass wir die Familien auch bei psychischen Belastungen umfassend und unmittelbar in der Kinder- und Jugendarztpraxis begleiten können. Wesentlich in der Zusammenarbeit mit den Betriebskrankenkassen war und ist der innovative und flexible Ansatz der BKK mit dem es uns gelingt, Innovationen in den Praxisalltag zu bringen.“
Die Erweiterung des Rahmenvertrages Starke Kids by BKK um UPlusE ergänzt die Vorsorgeuntersuchungen U3 oder U4 des Kindes, um auch die psychische Gesundheit der Eltern in den Blick zu nehmen. Dazu beantwortet ein Elternteil über die PraxisApp ‚Meine pädiatrische Praxis‘ einige Fragen zum eigenen psychischen Wohlbefinden und zu möglichen Belastungen im Alltag. Mittels eines digital-standardisierten Fragebogens können Eltern mit einem Risiko für eine postpartale Depression erkannt werden. Die Ergebnisse des Screenings werden anschließend in der kinder- und jugendmedizinischen Praxis besprochen. Gibt es Hinweise auf eine stärkere Belastung oder eine mögliche postpartale Depression, werden die Betroffenen an passende Beratungs- und Behandlungsangebote vermittelt, wie psychologische oder psychiatrische Fachkräfte, peripartalpsychiatrische Ambulanzen, Frühe Hilfen oder Erziehungsberatungsstellen.
Hintergrund:
UPlusE - U-Untersuchung für Kinder PLUS Eltern beim Pädiater zur Förderung der kindlichen Entwicklung mit Impuls aus frauenärztlicher Schwangerenvorsorge ist eine Studie, die federführend von Dr. Susanne Simen, Oberärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Nürnberg zusammen mit dem BKK Landesverband Bayern, dem BVKJ als Konsortialpartner und zahlreichen weiteren Institutionen initiiert wurde. Die Studie wird über den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss mit einer Laufzeit von 42 Monaten gefördert und endet im Dezember 2026.
Peripartale Depressionen sind häufig. Etwa 10-15 Prozent der Mütter, aber auch 5-10 Prozent der Väter sind betroffen, aber weniger als 10 Prozent der Betroffenen werden frühzeitig erkannt. Dabei ist die psychische Gesundheit von Eltern in der Peripartalzeit elementar wichtig für eine gesunde Entwicklung der Kinder. Werden sie nicht erkannt sind schwerwiegende psychische und physische Folgeerkrankungen deutlich wahrscheinlicher.
UPlusE wurde im aktuellen Masterplan Prävention des Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention als relevantes Beispiel für präventive Maßnahmen im Bereich psychischer Gesundheit aufgenommen. Damit wird die Bedeutung frühzeitiger Unterstützung und evidenzbasierter Versorgungskonzepte für belastete Familien auf Landesebene hervorgehoben. Zuletzt haben am 24. Juni 2026 auch die Regierungsfraktionen im Bayerischen Landtag einen Antrag gestellt, UPlusE nach Auslaufen der Innovationsfondsförderung in den Regelleistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung zu nehmen.
Der BKK Landesverband Bayern vertritt als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Interessen der Betriebskrankenkassen und ihrer Versicherten in Bayern. Aktuell zählt der BKK Landesverband Bayern 14 Betriebskrankenkassen als Mitglieder mit rund 3,3 Millionen Versicherten (Kassensitz). In Bayern selbst leben rund 2,7 Millionen Menschen, die bei einer Betriebskrankenkasse (BKK) versichert sind. Damit verfügen die Betriebskrankenkassen im Freistaat über einen GKV-Marktanteil von 23 Prozent.
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) ist die berufliche Interessenvertretung der Kinder- und Jugendärzt*innen in Deutschland. Mit seinen rund 11.900 Mitgliedern aus Praxen, Kliniken und dem öffentlichen Gesundheitswesen setzt er sich aktiv für die bestmögliche gesundheitliche Versorgung der Kinder und Jugendlichen ein.
Weiterführende Links:
www.bkk-familyplus.de
www.bvkj.de
www.kinderaerzte-im-netz.de
www.upluse.de
Kontakt:
BKK Landesverband Bayern
Pressesprecherin
Manuela Osterloh / Telefon: 089/74579-421
E-Mail: presse@bkk-lv-bayern.de / Internet: www.bkk-bayern.de
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ)
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Christin Schleheck / Telefon: 0221 68909-11
E-Mail: christin.schleheck@bvkj.de / Internet: www.bvkj.de
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Datum: 01.07.2026 - 10:55 Uhr
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