Die Ermittlungen entlang der Donau haben begonnen: Erste Spuren aus Brigach und Breg gesichert
ID: 2260912
Jeder Kraulschlag ein Beweis: Dr. Joseph Heß schwimmt mit Wasser 3.0 durch zehn Länder, um die Mikroplastik-Belastung der Donau erstmals sichtbar zu machen.
Die ersten Spuren: Brigach und Breg als Tatort Nummer eins
Noch bevor Joseph Heß am Wochenende zu seiner Expedition aufgebrochen ist, haben die Forschenden von Wasser 3.0 bereits vorgearbeitet: An Brigach und Breg, den beiden Quellflüssen, die sich in Donaueschingen zur Donau vereinen, wurden vorab Proben gesichert und ausgewertet. Die ersten Ergebnisse sind bereits jetzt öffentlich einsehbar – dokumentiert auf der Global Map of Microplastics, der weltweit ersten interaktiven Plattform zur standardisierten Erfassung und Visualisierung von Mikroplastik-Belastungen in Gewässern. Der Fall beginnt damit nicht bei null, sondern mit einem ersten belastbaren Indiz genau an der Quelle des Flusses.
Für die Spurensicherung entlang der Donau setzt das Team seine patentierte Mikroplastik-Analytik ein: Fluoreszenzmarker färben Mikroplastik-Partikel selektiv an, sodass sie zuverlässig von natürlichen Partikeln unterschieden und ausgezählt werden können – schneller und kostengünstiger als mit klassischen Labormethoden.
„Die Werte aus Brigach und Breg sind unser Ausgangsbefund – ab jetzt kommt an jedem Kilometer der Donau ein neues Indiz hinzu", erläutert Katrin Schuhen, Gründerin und Geschäftsführerin von Wasser 3.0.
Der Fall: Warum ermittelt wird
Bislang existieren keine einheitlichen, länderübergreifenden Daten zur Mikroplastik-Belastung der Donau – der Fall war, wissenschaftlich betrachtet, bislang ungeklärt. Aussagen zur Belastung beruhen bis heute nur auf Schätzungen. Ohne belastbare Beweislage kann die EU-Politik jedoch nicht handeln. Genau diese Lücke schließt das flächendeckende Mikroplastik Mapping, das in der Donau-Kartierung den diesjährigen Höhepunkt findet. Bereits im Mai und Juni diesen Jahres war das Team um Schuhen bereits an Neiße und Neckar unterwegs.
Für Joseph Heß, promovierter Wirtschaftsingenieur und passionierter Extremschwimmer, ist es der bislang größte Fall seiner Karriere. Zuvor durchschwamm er bereits den Rhein in Rekordzeit, die Elbe, die Straße von Gibraltar sowie den Fehmarnbelt. Bis zu 43.000 Kraulschläge pro Tag, 8 bis 10 Stunden im Wasser – für die Donau nimmt er sich nun die längste und anspruchsvollste Ermittlung seines Lebens vor. „Ich schwimme nicht für einen Rekord, sondern für die Wissenschaft“, so Heß.
Keine Forschungs-Fördertöpfe für einen Fall dieser Größe
Ein Fall dieser Dimension – 2.850 Kilometer, zehn Länder, 60 Tage, ein durchgehendes wissenschaftliches Monitoring – passt in keine klassische Förderkulisse. Öffentliche Fördertöpfe sind in der Regel auf kleinere, klar abgegrenzte Vorhaben ausgelegt; für ein Unterfangen dieser Größenordnung gibt es sie schlicht nicht, auch weil viele potenzielle Geldgeber ein Projekt dieses Ausmaßes zunächst für kaum lösbar halten. Das Mikroplastik Mapping der Donau wird deshalb über Spenden und Unternehmenspartnerschaften finanziert.
Die Unterstützer: Von Tag 1 an mit an Bord
Bereits zum Start der Expedition unterstützen mehrere Partner den Fall: Als Deutschland-Partner der Donau Challenge ist VisualVest an Bord, auch der Drogeriemarkt dm sowie Regis24 haben offizielle Kilometerpatenschaften übernommen. Ebenso ist die Planet Hero Stiftung der Zurich Gruppe Deutschland Teil des Bündnisses, wie auch der niederländische UV-C-Spezialist Van Remmen UV Technology sowie die Karlsruher Kreativagentur Qreate.
„Jeder dieser Partner hat sich entschieden, nicht erst abzuwarten, ob wir den Fall lösen, sondern von Anfang an mit zu ermitteln. Das ist keine Selbstverständlichkeit bei einem Projekt, das es in dieser Form noch nie gegeben hat", berichtet Katrin Schuhen.
Der Fall ist noch nicht gelöst: Weitere Partner gesucht
Trotz der bereits gewonnenen Sponsoren ist die Finanzierung der gesamten 60-tägigen Expedition noch nicht gesichert. Wasser 3.0 sucht weiterhin Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen, die als Kilometerpartner, Sponsor oder über Spenden Teil der Ermittlung werden möchten. Jeder Kilometer der Donau kann übernommen werden.
„Es ist noch nicht zu spät, Teil dieser Geschichte zu werden", sagt Schuhen. „Jeder Kilometer, jede Spende, jede Partnerschaft bringt uns näher an die Lösung des Falls – und an eine Datengrundlage, die es in dieser Form noch nirgendwo in Europa gibt."
Zum Weiterlesen: „Kriminalfall Mikroplastik“
Wer der Ermittlungsarbeit von Katrin Schuhen tiefer folgen möchte, findet sie jetzt auch zwischen zwei Buchdeckeln: In „Kriminalfall Mikroplastik“ nimmt die Chemikerin und Gesundheitspädagogin die Ermittlungen in einem der größten Umweltfälle unserer Zeit auf – keine Anklageschrift, keine Panikmache, sondern eine Beweisaufnahme mit Fakten, Verantwortlichen und konkreten Handlungsoptionen. Auf 150 Seiten, klimaneutral und nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip produziert, macht das Buch einen unsichtbaren Täter sichtbar: Mikroplastik in Wasser, Nahrung und Luft. 100 Prozent der Erlöse fließen in die Donau Challenge und weitere Forschungs- und Bildungsarbeit zu Wasser ohne Mikroplastik.
Über DONAU 2850
DONAU 2850 oder auch Donau Challenge ist eine gemeinsame Expedition des Extremschwimmers Dr. Joseph Heß und der Wasser 3.0 gGmbH. Über 60 Tage schwimmt Heß rund 2.850 Kilometer von der Donauquelle in Donaueschingen bis zur Mündung ins Schwarze Meer. Begleitend entnimmt ein wissenschaftliches Team über 250 Wasserproben für die erste vollständige Mikroplastik-Kartierung der Donau. Die Ergebnisse fließen in die Global Map of Microplastics ein und sollen wissenschaftliche Grundlagen für EU-Politik und Gewässerschutz schaffen.
Die Wasser 3.0 gGmbH ist ein unabhängiges, gemeinnütziges Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe, das sich seit 2020 für Wasser ohne Mikroplastik und Mikroschadstoffe einsetzt. Das interdisziplinäre Team entwickelt innovative Technologien zur Detektion und Entfernung von Mikroplastik, darunter die eigene standardisierte Mikroplastik-Analytik, und wurde vom World Economic Forum als Top Innovator ausgezeichnet. Mehr über Team, Mission und Nachhaltigkeitsziele unter wasserdreinull.de.
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Die Wasser 3.0 gGmbH ist ein unabhängiges, gemeinnütziges Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe, das sich seit 2020 für Wasser ohne Mikroplastik und Mikroschadstoffe einsetzt. Das interdisziplinäre Team entwickelt innovative Technologien zur Detektion und Entfernung von Mikroplastik, darunter die eigene standardisierte Mikroplastik-Analytik, und wurde vom World Economic Forum als Top Innovator ausgezeichnet. Mehr über Team, Mission und Nachhaltigkeitsziele unter wasserdreinull.de.
Datum: 08.07.2026 - 09:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2260912
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Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Katrin Schuhen
Stadt:
Donaueschingen/Ulm
Kategorie:
Energie & Umwelt
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