NordArt 2026: Künstler Bernd Reiter zeigt als Sonderprojekt eine Installation über Macht, politische Gewalt und die Wiederkehr historischer Konflikte
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„Kunst spricht eine universelle Sprache, die keine Grenzen, keine Zölle und keine ideologischen Mauern kennt.“ Landtagspräsidentin Kristina Herbst bei der feierlichen Eröffnung der NordArt 2026
Bernd Reiter vor seiner Installation „Ironie des Schicksals“ auf der NordArt 2026; (c) Bernd Reiteri(firmenpresse) - Mit einer feierlichen Eröffnung startete die NordArt 2026 im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf, die zu den größten jährlichen Ausstellungen für zeitgenössische Kunst in Europa zählt. Insgesamt 203 Künstlerinnen und Künstler aus 50 Ländern präsentieren in diesem Jahr ihre Arbeiten auf dem weitläufigen Gelände der historischen Eisengießerei Carlshütte: Auf 22.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in den historischen Industriehallen, im 80.000 Quadratmeter großen Skulpturenpark und in der charmanten Wagenremise lädt die NordArt zu einer internationalen Begegnung mit Kunst ein. Erwartet werden laut Veranstalter insgesamt 110.000 Besucher. Die Ausstellung läuft bis zum 4. Oktober 2026.
Thematischer Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe ist das Baltikum. Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus Litauen, Lettland und Estland geben Einblick in eine Region, die durch Fremdherrschaft, den Wunsch nach Unabhängigkeit und die Suche nach kultureller Identität geprägt wird.
Um Macht, politische Gewalt, Medienkritik und historische Wiederholungen geht es auch in Bernd Reiters großformatiger Multimedia-Installation „Ironie des Schicksals“, die als Sonderprojekt auf der NordArt 2026 gezeigt wird.
Eine MiG-21, legendärer Überschall-Kampfjet der Sowjetunion, trifft auf zwei rabenschwarze amerikanische Straßenkreuzer: einen Cadillac und ein Oldsmobile. 40 schwarze TV-Flachbildschirme schneiden sich wie messerscharfe Schrapnells in die Oberflächen des Abfangjägers und der beiden Limousinen. Was zunächst wie ein dramatischer Zusammenprall wirkt, verdichtet sich bei näherer Betrachtung zu einem Bild politischer Machtverhältnisse: Ost und West, militärische Drohung und zivile Repräsentation, historische Blockbildung und gegenwärtige Eskalation geraten ineinander.
Auf den Bildschirmen laufen Bewegtbilder aus dem Ukraine-Krieg: Kampf, Zerstörung und Leid, ergänzt durch politische Bilder jener Machtblöcke, die diesen Krieg prägen. Der Künstler stellt dabei keine einzelnen Personen in den Vordergrund, sondern richtet den Blick auf die größeren Kräfte dahinter: Großmachtlogik, Einflusszonen, Abschreckung und mediale Selbstinszenierung.
Das monumentale Werk spricht von einer Wiederkehr historischer Muster: von Machtprojektion, Stellvertreterlogik, ideologischer Verhärtung und dem wiederholten Scheitern daran, aus früheren Katastrophen zu lernen. Die Arbeit entstand 2016 und wurde unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine fortgeschrieben und neu auf die Gegenwart bezogen.
Bernd Reiter sagt: „Der bewaffnete Konflikt ist nicht weit weg, er hat Europa erreicht – politisch, medial und moralisch.“ Er führt aus: „Meine Arbeit versteht sich als eindringliches Mahnmal unserer Zeit. Sie soll das Bewusstsein für die Gefahren politischer Machtkonflikte schärfen, zur Reflexion anregen und die Hoffnung bewahren, dass sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen.“
Bernd Reiter, 1948 in Köln geboren, arbeitet seit Jahrzehnten mit Skulptur, Installation, Malerei und raumgreifenden Assemblagen. Seine Werke verbinden industrielle Materialien, vorgefundene Objekte und mediale Elemente mit gesellschaftlichen Themen. Wiederkehrend geht es um Macht, Verantwortung, Krieg und die Frage, wie Kunst in politische und moralische Gegenwart eingreifen kann. Reiter lebt und arbeitet in Köln.
Weitere Informationen: https://bernd-reiter.de/
NordArt 2026
Jeden Sommer wird die historische Eisengießerei Carlshütte in Schleswig-Holstein zur Bühne für eine der größten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa. Mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher erleben hier Kunst aus aller Welt in einer imposanten industriellen Kulisse. Jährlich werden aus rund 3.000 internationalen Bewerbungen etwa 200 Künstlerinnen und Künstler ausgewählt. Parallel zur Ausstellung bietet die NordArt ein vielfältiges Kulturprogramm mit Konzerten, Performances, Führungen und Sonderveranstaltungen.
NordArt
Vorwerksallee
24782 Büdelsdorf
Weitere Informationen: https://www.nordart.de/
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Datum: 10.07.2026 - 16:38 Uhr
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