Große Zustimmung zum neuen elektronischen Medikationsplan in der Patientenakte
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(ots) - Ab heute wird im Rahmen einer Pilotierungsphase der neue elektronische Medikationsplan in der elektronischen Patientenakte (ePA) Schritt für Schritt in die Versorgung eingeführt. Die Einführung bei den Leistungserbringern beginnt in mehreren Modellregionen und soll bis zum Herbst abgeschlossen sein. Die neue Möglichkeit, bisher schriftlich geführte Medikationspläne mit Hinweisen zur Dosierung und Einnahme der Medikamente künftig in der ePA zu speichern, wird in einer repräsentativen Forsa-Befragung im Auftrag des AOK-Bundesverbandes ganz überwiegend positiv gesehen: 90 Prozent der Befragten finden diese neue Option sehr gut oder eher gut, nur 5 Prozent bewerten dies weniger gut oder gar nicht gut.
Besonderen Zuspruch finden in der Befragung der bessere Überblick für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte über die Medikation und ihr Einblick in verordnete Medikamente und Dosierungen (90 Prozent beziehungsweise 89 Prozent Zustimmung). Deutlich weniger Zustimmung gibt es mit 80 Prozent dagegen für den möglichen Einblick von Apothekerinnen und Apothekern in die eigenen Medikamente und deren Dosierung. Vergleichsweise gute Bewertungen erhalten die Unterstützung bei der Vermeidung von gefährlichen Wechselwirkungen zwischen Medikamenten (88 Prozent) sowie der gute Überblick über die eigenen Medikamente durch den elektronischen Medikationsplan in der ePA (86 Prozent). 85 Prozent der Befragten stimmen zudem der Aussage zu, dass der elektronische Medikationsplan die Sicherheit erhöhen kann, wenn pflegende Angehörige bei der Medikamenteneinnahme helfen.
Start mit Pilotierungsphase bis zum Herbst
"Der elektronische Medikationsplan ist eine wichtige Ergänzung und wird den Nutzwert der elektronischen Patientenakte für die Versicherten ganz entscheidend erhöhen", betont die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann. Schon die automatisch aus dem E-Rezept heraus befüllte Medikationsliste in der ePA sorge nach den bisherigen Rückmeldungen aus der Praxis für einen großen Mehrwert, weil sie allen behandelten Ärztinnen und Ärzten einen Überblick über die verschriebene Medikation ermögliche. "Dies wird mit dem Medikationsplan noch um die Möglichkeit zum Eintragen von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie durch Informationen zur Dosierung und Hinweisen zur Einnahme ergänzt." Allerdings befinde sich der digital gestützte Medikationsprozess zunächst noch in der Pilotierungsphase, so Reimann. "Bis alle Software-Systeme der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte den elektronischen Medikationsplan unterstützen, wird es noch bis zum Herbst dauern. In vielen Fällen braucht es also noch etwas Geduld, bis der neue Service genutzt werden kann."
Ein Drittel der Befragten nehmen drei oder mehr verordnete Medikamente ein
Anspruch auf das Anlegen eines elektronischen Medikationsplans oder eines entsprechenden Dokuments auf Papier haben alle Patientinnen und Patienten, die mindestens drei ärztlich verordnete Medikamente einnehmen. Dies betrifft laut der aktuellen Forsa-Befragung etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) der befragten gesetzlich Versicherten. Von diesen Befragten haben nach eigenen Angaben knapp zwei Drittel (62 Prozent) bereits einen Medikationsplan in Papierform von ihrem behandelnden Arzt oder ihrer behandelnden Ärztin erhalten. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Personen mit Mehrfachmedikation stark an: So nehmen unter den Befragten, die 60 Jahre oder älter sind, nach eigenen Angaben knapp zwei Drittel (60 Prozent) drei oder mehr ärztlich verordnete Medikamente ein. In dieser Altersgruppe ist auch der Anteil der Befragten, die bereits einen schriftlichen Medikationsplan erhalten haben, mit 73 Prozent am höchsten.
Innerhalb der elektronischen Patientenakte können Versicherte künftig auch ihren Widerspruch gegen das Anlegen eines elektronischen Medikationsplans dokumentieren. Von dieser Möglichkeit will laut der Befragung aber nur ein sehr kleiner Anteil der Befragten Gebrauch machen. Mit "Ja" antworteten hier nur ein Prozent der Befragten, die nicht bereits grundsätzlich der ePA widersprochen haben.
Informationsstand zur ePA seit dem vergangenen Jahr kaum verbessert
Der Informationsstand beim Thema elektronische Patientenakte hat sich seit der letzten Befragung im August und September 2025 kaum verändert: Während sich 2025 noch 45 Prozent der Befragten sehr gut oder eher gut über die ePA informiert fühlten, hat sich dieser Anteil in der aktuellen Befragung mit 47 Prozent nur leicht verbessert. Im Gegenzug sank der Anteil derer, die sich weniger gut oder gar nicht gut informiert fühlen, von 54 auf 51 Prozent.
Thema ePA in der Arztpraxis weiterhin kaum angesprochen
Außerdem zeigt die aktuelle Befragung, dass die ePA trotz der seit 1. Oktober 2025 geltenden Verpflichtung zur Befüllung durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte weiterhin kaum ein Thema beim Arztbesuch ist: Vier Fünftel (81 Prozent) der Menschen mit einem Arztbesuch im laufenden Jahr geben an, dass die ePA in der Arztpraxis bisher kein Thema gewesen sei. Damit ist dieser Anteil seit der letzten Befragung nur um 3 Prozent gesunken.
Auf der anderen Seite stieg der Anteil derer, die vom Arzt, der Ärztin oder Praxisangestellten auf das Thema angesprochen wurde, von 9 auf 12 Prozent. 7 Prozent haben das Thema selbst angesprochen, das ist nur 1 Prozent mehr als in der Vorgänger-Befragung aus dem Sommer 2025. "Diese Ergebnisse sind ernüchternd, zumal wir bereits umfassende Informationen zur ePA anbieten und unsere Versicherten aktiv über die Patientenakte informiert haben. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Implementierung und Nutzung der elektronischen Patientenakte kein Sprint, sondern ein Marathon ist", so AOK-Vorständin Reimann. "Entscheidend wird sein, die ePA stärker mit konkreten Mehrwerten für die Versicherten zu verbinden und den Zugang weiter zu vereinfachen."
Neues Identifikationsverfahren erleichtert den ePA-Zugang
Mit einem neuen, rein digitalen Identifizierungsverfahren über die Nect Wallet App habe die AOK ihren Versicherten zuletzt bereits den Zugang zur ePA erleichtert. "Wenn digitale Identitäten auch über die Gesundheitsversorgung hinaus im Rahmen weiterer Anwendungen genutzt werden können, kann die Bereitschaft zur Anwendung deutlich steigen", betont Reimann. Die geplante europäische EUDI-Wallet könne hier ab 2027 eine wichtige Rolle spielen und zusätzliche Anreize zur Nutzung schaffen.
Für die repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag des AOK-Bundesverbandes sind vom 13. bis zum 27. April 2026 insgesamt 8.522 gesetzlich Krankenversicherte ab 18 Jahren befragt worden. Es handelte sich um eine Kombination aus einer telefonischen Befragung und einer Online-Erhebung im Rahmen von forsa.omninet. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 1,8 Prozentpunkten nach oben oder unten.
Hinweis für die Redaktionen: Grafiken zu den Forsa-Ergebnissen finden Sie unter www.aok.de/pp/bv.
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Datum: 14.07.2026 - 09:00 Uhr
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