Mehr Leistung, kürzere Ladezeiten?
Thermomanagement als Entwicklungsengpass in der Elektromobilität
Simulation sicherheitskritischer Systeme.(firmenpresse) - Die Diskussion um Reichweite dominiert seit Jahren die Elektromobilität. In der Entwicklung rückt jedoch zunehmend ein anderer Faktor in den Mittelpunkt: das Thermomanagement. Mit 800-Volt-Architekturen, immer höheren Ladeleistungen und steigenden Leistungsdichten wachsen die thermischen Belastungen von Batterien, Leistungselektronik und E-Antrieben erheblich. Die eigentliche Herausforderung liegt in der Beherrschung der entstehenden Wärme: dauerhaft, effizient und sicher.
Geänderte Anforderungen verändern den Entwicklungsprozess: Kühlkonzepte werden nicht länger nachgelagert entwickelt, sondern beeinflussen bereits die Architektur eines Fahrzeugs. Denn jede konstruktive Entscheidung, vom Kühlkanal über den Wärmetauscher bis zur Anordnung einzelner Komponenten, wirkt sich unmittelbar auf Leistungsfähigkeit, Lebensdauer und Schnellladefähigkeit aus.
Stößt klassische Entwicklung an ihre Grenzen?
"Thermomanagement wird häufig noch als Einzeldisziplin betrachtet", so Dipl.-Ing. (TU) Stefan Merkle, Geschäftsführender Gesellschafter der Merkle CAE Solutions GmbH. "Tatsächlich beeinflussen sich Strömung, Wärmeübertragung, Materialeigenschaften und Regelstrategie permanent gegenseitig. Genau diese Wechselwirkungen entscheiden darüber, ob ein System im späteren Betrieb zuverlässig funktioniert."
Physische Tests bleiben unverzichtbar. Ihr Nachteil jedoch: Sie beantworten meist nur die Frage, wie sich ein bereits entwickeltes System verhält. Kritische Temperaturspitzen, lokale Hotspots oder ungünstige Strömungsverteilungen werden häufig erst sichtbar, wenn Prototypen bereits aufgebaut sind, und Änderungen teuer werden.
Entscheidungen treffen, bevor Hardware entsteht
Hier setzt die simulationsgestützte Entwicklung an. Moderne Multiphysics-Modelle verbinden CFD-Simulation, Thermodynamik und 1D-Systemsimulation zu einem digitalen Gesamtsystem. So lassen sich Kühlkreisläufe, Wärmetauscher, Batteriemodule und Leistungselektronik bereits in frühen Entwicklungsphasen gemeinsam analysieren.
Ein typisches Beispiel ist die Auslegung eines Batterie-Kühlkreislaufs. Während klassische Versuche einzelne Betriebszustände untersuchen, können virtuelle Modelle unterschiedlichste Lastfälle innerhalb kurzer Zeit bewerten: vom Schnellladen über hohe Außentemperaturen bis zu dynamischen Fahrzyklen. Entwickler erkennen früh, wo Hotspots entstehen, welche Komponenten den Wärmehaushalt begrenzen und welche konstruktiven Änderungen die größte Wirkung erzielen.
Innovation beginnt mit besseren Entscheidungen
Der eigentliche Mehrwert moderner Simulation liegt nicht allein in der Verkürzung von Entwicklungszeiten. Sie verändert die Qualität technischer Entscheidungen. Varianten lassen sich bereits in der Konzeptphase objektiv vergleichen, Zielkonflikte zwischen Bauraum, Effizienz, Gewicht und Kühlleistung werden früh sichtbar und Entwicklungsrisiken deutlich reduziert.
Gerade vor dem Hintergrund immer kürzerer Innovationszyklen entwickelt sich Thermomanagement damit zum strategischen Erfolgsfaktor der Elektromobilität. Unternehmen, die thermische Zusammenhänge früh verstehen und digital absichern, schaffen die Grundlage für leistungsfähigere, robustere und wirtschaftlichere Fahrzeuggenerationen.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
thermomanagement
elektromobilitaet
e
mobility
batteriesysteme
kuehlkonzepte
multiphysics
simulation
cfd
simulation
systemsimulation
fahrzeugentwicklung
800
volt
technologie
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Das Unternehmen Merkle CAE Solutions GmbH in Heidenheim wurde 1989 als Merkle & Partner GbR von Luft- und Raumfahrtingenieur Stefan Merkle gegründet. Merkle CAE Solutions GmbH zählt zu den ersten und führenden Dienstleistern für ingenieurwissenschaftliche Berechnungen und Simulationen in Deutschland. Am Hauptsitz Heidenheim und den Niederlassungen Homburg/Saar und Erfurt bearbeiten die ca. 50 Mitarbeiter jedes Jahr rund 500 Kundenprojekte aus den Kerngebieten Strukturanalyse, Strömungssimulation und virtuelle Produktentwicklung. Zum Kundenkreis zählen namhafte Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Luft- und Raumfahrttechnik, der Automobilindustrie, der Konsumgüterindustrie und dem Schiffbau.
Kirchplatz 5, 86697 Oberhausen
Datum: 15.07.2026 - 13:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2262455
Anzahl Zeichen: 3627
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Marion Gräber
Stadt:
Heidenheim
Telefon: 0 84 35 / 485 99 94
Kategorie:
Maschinenbau
Meldungsart:
Diese Pressemitteilung wurde bisher 133 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mehr Leistung, kürzere Ladezeiten?"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Merkle CAE Solutions GmbH (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Europa investiert massiv in Raumfahrt- und Verteidigungsprogramme. Neue Satellitenkonstellationen, sicherheitskritische Infrastruktur und steigende Verteidigungsbudgets eröffnen Unternehmen aus Maschinenbau, Automotive und Hightech-Industrien attraktive Marktchancen. Gleichzeitig steigen die Anford
Wie gekoppelte Strömungs- und Strukturmodelle Entwicklungsrisiken reduzieren ...
Steigende Effizienzanforderungen, höhere Leistungsdichten und verkürzte Entwicklungszyklen erhöhen aktuell den Druck auf den Maschinen- und Anlagenbau. Gleichzeitig stoßen klassische Entwicklungs- und Testmethoden zunehmend an Grenzen. Denn viele Probleme entstehen heute nicht mehr an einzelnen
Multiphysics-Simulation im Orbit: Thermo-strukturelle Effekte gezielt beherrschen ...
Der Wettbewerb im All verschärft sich und mit ihm die Anforderungen an Raumfahrtsysteme. Wer nachhaltig im Rennen bleiben will, muss detailverliebt sein; denn im Orbit entscheiden oft wenige Mikrometer über Erfolg oder Ausfall. Thermisch bedingte Verformungen und Spannungen gehören zu den häufig
Weitere Mitteilungen von Merkle CAE Solutions GmbH
technotrans gewinnt weitere Datacenter-Folgeaufträge: Auftragseingang erreicht zweistelliges Millionen-Euro-Volumen ...
Die technotrans SE hat weitere Folgeaufträge für Flüssigkeitskühlsysteme in Datacentern erhalten und stärkt damit ihre Position im strukturell wachsenden Markt für die Datacenter-Infrastruktur. Der Auftragseingang hatte bereits im April 2026 das Vorjahresvolumen übertroffen und steigt mit die
Vollautomatisierte Abfülltechnik steigert Effizienz bei Symrise ...
Die Symrise AG am Produktionsstandort Goose Creek in South Carolina (USA) hat die Abfüllung kosmetischer Inhaltsstoffe grundlegend modernisiert. Ziel war es, körperlich belastende Prozesse zu automatisieren, die Anlagenleistung zu erhöhen und eine hohe Flexibilität im Umgang mit verschiedenen Vi
Effiziente Technologien für die Energiewende ...
Effizientere Wärmepumpen fürs Einfamilienhaus und für große Industrieanlagen sowie ein energieautarkes Kühlhaus in der Sahara: Am klimafreundlichen Heizen und Kühlen forscht Simon Klink, THE SCHAUFLER FOUNDATION Stiftungsprofessor für Kältetechnik und Wärmepumpen, seit Oktober 2025 an der U
Zwischenpositionen für Schwenkeinheiten: Tipps für den optimalen Einsatz pneumatischer Schwenkantriebe in der industriellen Automatisierung ...
ZWP-Modul: So realisieren Sie Zwischenpositionen bei Schwenkeinheiten Ein Schwenkantrieb kann mehr als nur Bewegungen zwischen 0° oder 180° abbilden. Er kann auch in einer dritten Stellung positioniert werden! Doch wie stoppt man eine Schwenkeinheit beispielsweise in der Mitte, um im Automation




