Pro-Kopf-Verschuldung steigt im Jahr 2025 auf 31 887 Euro / Öffentlicher Schuldenstand steigt um 15

Pro-Kopf-Verschuldung steigt im Jahr 2025 auf 31 887 Euro / Öffentlicher Schuldenstand steigt um 151,4 Milliarden Euro auf 2 662,2 Milliarden Euro

ID: 2264583

(ots) - Der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) war beim nicht-öffentlichen Bereich zum Jahresende 2025 mit 2 662,2 Milliarden Euro verschuldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach endgültigen Ergebnissen weiter mitteilt, entspricht dies einer Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland von 31 887 Euro. Das waren 1 821 Euro oder 6,1 % mehr als Ende 2024. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute und der sonstige inländische und ausländische Bereich, zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland.

Die öffentliche Verschuldung insgesamt stieg zum Jahresende 2025 um 6,0 % (151,4 Milliarden Euro) gegenüber dem Vorjahr.

Schulden des Bundes steigen um 6,2 %

Der Bund war Ende 2025 mit 1 840,4 Milliarden Euro verschuldet. Der Schuldenstand stieg damit gegenüber dem Jahresende 2024 um 6,2 % beziehungsweise 107,7 Milliarden Euro. Auf die Bevölkerungszahl umgerechnet betrugen die Schulden des Bundes 22 043 Euro pro Kopf (2024: 20 748 Euro).

Anstieg der Länderschulden um 2,9 %

Die Schulden der Länder stiegen Ende 2025 um 2,9 % (17,5 Milliarden Euro) gegenüber dem Vorjahr auf 624,9 Milliarden Euro. Der Schuldenstand der Länder pro Kopf im Jahr 2025 betrug 7 484 Euro (2024: 7 273 Euro).

Der stärkste prozentuale Schuldenanstieg pro Kopf gegenüber dem Vorjahr wurde Ende 2025 mit +17,1 % für Sachsen auf 1 736 Euro (2024: 1 482 Euro) ermittelt, wobei Sachsen wie im Vorjahr die zweitniedrigste Pro-Kopf-Verschuldung nach Bayern (1 448 Euro; 2024: 1 353 Euro) aufweist. In Baden-Württemberg stiegen die Pro-Kopf-Schulden um 11,0 % auf 4 295 Euro (2024: 3 869 Euro) und in Bremen um 9,9 % auf 37 418 Euro (2024: 34 037 Euro).

Lediglich in drei Ländern ging die Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahresende 2025 gegenüber dem Vorjahresende zurück. In Rheinland-Pfalz sank diese um 2,1 % prozentual am stärksten auf 6 892 Euro (2024: 7 043 Euro), während sie sich in Berlin und Nordrhein-Westfalen jeweils um 1,0 % auf 17 980 Euro (2024: 18 168 Euro) beziehungsweise 9 592 Euro (2024: 9 685 Euro) verringerten. Der Rückgang in Berlin ist insbesondere auf die Berichtseinheit "BEN Berlin Energie und Netzholding GmbH" zurückzuführen, die ab dem Jahr 2025 nicht mehr zum Sektor Staat gehört und deren Schulden daher nicht mehr in der Verschuldung Berlins enthalten sind.



Kommunale Verschuldung erhöht sich wie im Vorjahr prozentual zweistellig

Die Verschuldung der Gemeinden und Gemeindeverbände wuchs zum Jahresende 2025 im sechsten Jahr in Folge und erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 15,4 % (26,2 Milliarden Euro) auf 197,0 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2 550 Euro (2024: 2 209 Euro) an kommunalen Schulden.

Der stärkste prozentuale Anstieg der Pro-Kopf-Verschuldung gegenüber dem Vorjahr wurde mit 28,6 % in Baden-Württemberg auf 1 648 Euro (2024: 1 282 Euro) ermittelt. Danach folgen die Kommunen in Niedersachsen mit einem Zuwachs der Pro-Kopf-Verschuldung von 20,9 % auf 2 963 Euro (2024: 2 451 Euro) und in Sachsen von 19,4 % auf 1 065 Euro (2024: 892 Euro).

Lediglich in Thüringen verringerte sich die Pro-Kopf-Verschuldung auf der kommunalen Ebene zum Jahresende 2025 gegenüber dem Vorjahresende. Sie sank um 3,0 % auf 841 Euro (2024: 867 Euro). Damit wiesen die Kommunen in Thüringen wie im Vorjahr die zweitniedrigste Pro-Kopf-Verschuldung aus (nach den Kommunen in Brandenburg mit 688 Euro).

Die Sozialversicherung war Ende 2025 mit 0,16 Euro (2024: 0,19 Euro) pro Kopf verschuldet. Die Gesamtschulden reduzierten sich um 2,5 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro (2024: 16 Millionen Euro).

Methodische Hinweise:

Für die Berechnung der Pro-Kopf-Verschuldung wurden die Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung zum 30. Juni des jeweiligen Berichtsjahres auf Grundlage des Zensus 2022 herangezogen.

Im nachgewiesenen Schuldenstand ist nur der Nennbetrag der aufgenommenen Schulden (ohne anfallende Zinszahlungen) enthalten.

Die in der jährlichen Schuldenstatistik nachgewiesenen Schuldenstände können von den haushaltsmäßigen Schuldenständen abweichen. Die Verschuldung der Länder enthält auch die empfangenen Barsicherheiten aus Derivatgeschäften der Länderkernhaushalte (zum Beispiel Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2025 in Höhe von 983,9 Millionen Euro und in Hessen in Höhe von 444,2 Millionen Euro).

Weitere Informationen:

Weitere methodische Hinweise und Daten, einschließlich der Erläuterungen zu Abweichungen der haushaltsrechtlichen Darstellung von der amtlichen Statistik, enthält der Statistische Bericht "Schuldenstand des Öffentlichen Gesamthaushalts". Weitere wichtige Informationen zur Methodik bietet der Qualitätsbericht zur Statistik.

Detaillierte Ergebnisse sind auch in der Datenbank GENESIS-Online (Tabelle 71321-0005, 71321-0006 und 71321-0007) verfügbar.

Die Überleitung des Schuldenstandes der Finanzstatistik (nationaler Schuldenstand) in den Schuldenstand gemäß dem Maastricht-Vertrag (EU-weit harmonisierte Abgrenzung) kann in den "Informationen zur Statistik" des Statistischen Berichts "Schuldenstand des Öffentlichen Gesamthaushalts" nachvollzogen werden. Daten für die deutschen Staatsschulden nach den Maastricht-Vorgaben einschließlich der Schuldenquote (Schuldenstand im Verhältnis zum nominalen Bruttoinlandsprodukt) des Jahres 2025 hat die Deutsche Bundesbank in einer Pressemitteilung vom 31. März 2026 veröffentlicht.

Vorläufige Ergebnisse zur öffentlichen Verschuldung zum Ende des 1. Quartals 2026 hat das Statistische Bundesamt in der Pressemitteilung Nr. 216 vom 24. Juni 2026 veröffentlicht.

Nähere Informationen zu den Finanzen der Kommunen, die im Jahr 2025 ein neues Rekorddefizit verzeichneten, bietet die Pressemitteilung Nr. 114 vom 1. April 2026.

Monatsergebnisse zur Verschuldung des Bundes und seiner Sondervermögen sind im "Dashboard Konjunktur" (www.dashboard-konjunktur.de) im Themenbereich "Finanzen" verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie.

Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

Weitere Auskünfte:
Öffentliche Schulden, öffentliches Vermögen
Telefon: +49 611 75 4839
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