Mit dem „Schnäpschen“ in den Ruhestand?
Tagung zum Suchtverhalten älterer Menschen
Schon heute leidet jeder zehnte Patient über 65, der in Allgemeinpraxen behandelt wird, unter einer Suchterkrankung – Tendenz steigend. Hinzu kommen häufig unerkannte psychosomatische Erkrankungen. In Düsseldorf erörtern über 70 Experten des AHG-Wissenschaftsrates zusammen mit namhaften Referenten am 12. und 13. Juli verschiedene Aspekte des Themas „Alter und Rehabilitation“. Betroffenen und Interessierten bietet eine Beratungsaktion unter der Rufnummer 01801-244 222* oder per E-Mail unter beratung@ahg.de auch darüber hinaus bundesweite Hilfe.
„Gönn´ dem Opa doch sein Schnäpschen, damit wird er hundert Jahre alt“ – was gut gemeint ist, kann in vielen Fällen ein bis vor wenigen Jahren kaum wahrgenommenes Problem verschleiern: die Sucht im Alter. Wurden im Jahr 2000 noch 8.373 Patienten über 55 wegen einer akuten Alkoholisierung im Krankenhaus behandelt, lag deren Zahl 2008 bereits bei 18.125 und entspricht einer Steigerung um 116 Prozent. Während Männer eher zur Flasche greifen, gilt Medikamentenabhängigkeit oft auch als „Frauensucht“, „heimliche“ oder „Alterssucht“ und bleibt allzu oft unerkannt.
Die Symptome werden oft anderen alterstypischen Erkrankungen zugeordnet. Häufig kommen noch weitere körperliche Einschränkungen oder krankhaftes Übergewicht hinzu und psychische Erkrankungen, etwa eine Depression. Mit steigender Lebenserwartung wächst die Zahl erkrankungsgefährdeter Senioren und wird angesichts längerer Lebensarbeitszeit perspektivisch auch zur volkswirtschaftlichen Belastung.
„Suchtkarrieren“ im Alter noch behandlungsbedürftiger
Die Gründe für die Entstehung der Alkoholabhängigkeit sind vielfältig und hängen auch von ihrem Beginn ab: Geschieht der Einstieg bereits in jüngeren Jahren, schwindet im Alter die Fähigkeit zur Kompensation und Alkoholtoleranz - der Betroffene wird behandlungsbedürftig. Stellen sich Alkoholprobleme erst spät ein, sind vor allem kritische Lebenssituationen dafür verantwortlich: Der Abschied vom Berufsleben und -status, der Verlust des Partners oder anderer sozialer Beziehungen und vieles mehr.
Stationäre Rehabilitation bei Älteren besonders erfolgreich
Das Vorurteil, dass sich eine stationäre Rehabilitation für ältere Patienten nicht mehr lohne, ist falsch. Untersuchungen zur Ergebnisqualität belegen: Gerade ältere Abhängigkeitskranke profitieren nachhaltig von der medizinischen Rehabilitation. Für sie liegt das Ziel der Behandlung insbesondere darin, die persönliche Entwicklung, das selbstbestimmte Leben in der Gesellschaft ganzheitlich zu fördern und Pflegebedürftigkeit zu verhindern.
AHG lädt zur Expertendiskussion über die Folgen des Wandels
Wie die Rehabilitation diesen Herausforderungen in Zukunft begegnen kann, diskutieren auf Einladung des AHG-Wissenschaftsrates Experten aus ganz Deutschland. Die AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft, die sich als eine der größten Unternehmensgruppen ihrer Art seit über drei Jahrzehnten der Behandlung chronisch kranker und abhängiger Menschen widmet, will mit dieser Tagung die Tür aufstoßen zu einem umfassenden und konstruktiven Dialog der Altersproblematik. Im Mittelpunkt stehen Bestandsaufnahmen aus Sicht von Wissenschaft und Medizin, der Kosten- und Leistungsträger. Am zweiten Kongresstag bieten interne Themenworkshops Gelegenheit, sich über konkrete Therapiemethoden und -erfahrungen aus den 45 Kliniken und Therapiezentren der AHG auszutauschen.
Beratungshotline für Betroffene und Interessierte
Neben dem Expertenaustausch bietet eine Beratungshotline Senioren, ihren Angehörigen und Interessierten Rat und Hilfe. Hier informieren Beraterteams und Ärzte per Telefon oder E-Mail während und auch nach der Fachtagung zu möglichen Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten.
*3,9 ct./Minute aus dem deutschen Festnetz • Mobilfunk max. 42 ct./Minute
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Zentrale
Öffentlichkeitsarbeit Kommunikation
Corinna Dönges
Leiterin
Tel. (02 11) 30.11 - 11 86
cdoenges(at)ahg.de
AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft
Helmholtzstr. 17
40215 Düsseldorf
www.ahg.de
Datum: 12.07.2010 - 18:13 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 226702
Anzahl Zeichen: 4057
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Christiane Lindenau
Stadt:
Düsseldorf
Telefon: 0211/30 11-11 85
Kategorie:
Behandlung & Beratung
Meldungsart: Unternehmensinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 12.07.2010
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