Zwei Erdbeben, zwei Nothilfeeinsätze: SOS-Kinderdörfer helfen in Kolumbien und Venezuela / Nach Einsatz im Nachbarland trifft die Katastrophe das eigene Land
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(ots) - Erst rückte das Nothilfeteam der SOS-Kinderdörfer Ende Juli aus Kolumbien aus, um nach dem verheerenden Erdbeben im Nachbarland Venezuela zu helfen. Tage später, am 10. August, bebte auch in der eigenen Heimat die Erde. Nun sind die Mitarbeitenden mit zwei schweren Katastrophen gleichzeitig konfrontiert.
In Kolumbien sind nach aktuellen Angaben mehr als 288 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 4.000 wurden verletzt. Insgesamt sind rund 145.600 Menschen von den Folgen des Bebens betroffen. Tausende Häuser wurden zerstört oder beschädigt, auch Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Straßen und andere wichtige Infrastruktur sind betroffen.
In Venezuela waren nach bisherigen Angaben mehr als 6.000 Menschen ums Leben gekommen, rund 17.000 wurden verletzt und fast 18.000 Menschen verloren ihr Zuhause.
"Für unsere Kolleginnen und Kollegen ist das extrem belastend. Gerade noch haben sie die Menschen im Nachbarland Venezuela nach einer verheerenden Katastrophe unterstützt, jetzt benötigen Kinder und Familien in ihrer eigenen Heimat dringend Hilfe. Die Humanitäre Hilfe nach den Erdbeben ist auch psychisch sehr herausfordernd. Zwei schwere Beben innerhalb weniger Wochen, das verlangt den Menschen und auch unseren Nothilfeteams enorm viel ab", sagt Petra Sorge-Booms, Vorständin der SOS-Kinderdörfer weltweit.
Kinder brauchen Schutz und psychologische Unterstützung
Besonders für Kinder sind die Folgen des Erdbebens gravierend. Viele haben ihr Zuhause verloren und trauern um Freunde und Angehörige. Hinzu kommt in beiden Ländern die Angst vor weiteren Nachbeben. Vor allem in Venezuela bebt die Erde immer wieder nach.
Während das Team von SOS Venezuela weiter in Venezuela Hilfe leistet, ist das kolumbianische Nothilfeteam nach Kolumbien zurückgekehrt hat bereits erste Nothilfemaßnahmen in Chocó und Valle de Cauca eingeleitet und bereitet weitere umfassende Unterstützung für die betroffenen Kinder und Familien vor. Es werden dringend Lebensmittel, Hygieneartikel und weitere Hilfsgüter, sichere Unterkünfte sowie Kinderschutz und psychosoziale Unterstützung benötigt.
Insgesamt sollen mit der geplanten Nothilfe in Kolumbien rund 5.970 Kinder, Jugendliche und Erwachsene erreicht werden. Vorgesehen sind unter anderem sichere Orte für Kinder, psychosoziale Unterstützung und Hilfe beim Zugang zu Bildung. Besonders gefährdete Familien sollen vorübergehend in Unterkünften aufgenommen werden. Zudem sollen Familien bei der Reparatur beschädigter Häuser und beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen unterstützt werden.
"Nach einer solchen Katastrophe geht es nicht nur darum, ein Dach über dem Kopf und ausreichend Lebensmittel zu haben. Gerade Kinder müssen wieder Sicherheit und Halt erfahren. Sie brauchen Menschen, die für sie da sind, Orte, an denen sie geschützt sind, und Unterstützung, um das Erlebte zu verarbeiten", sagt Sorge-Booms.
Venezuela: Nothilfe läuft weiter
Gleichzeitig setzen die SOS-Kinderdörfer ihre Nothilfe im Nachbarland Venezuela weiter fort. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien mit psychologischer Hilfe und haben eine Telefon-Hotline für Menschen in seelischer Not eingerichtet. Rund 2.500 Kinder und Erwachsene wurden bereits mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten versorgt. In Kinderschutzzentren finden Kinder sichere Orte zum Ausruhen und Spielen und werden dabei unterstützt, wieder Zugang zu Bildung zu bekommen.
Die Nothilfe soll weiter ausgebaut werden, in beiden Ländern sind auch Maßnahmen für den Wiederaufbau geplant.
"Für die Menschen in beiden Ländern wird der Weg zurück in einen normalen Alltag lang sein. Viele Familien haben innerhalb von Sekunden ihr Zuhause, Angehörige oder ihre Existenzgrundlage verloren. Entscheidend ist deshalb, dass die Hilfe nicht endet, wenn die Katastrophe aus den Schlagzeilen verschwindet", sagt Sorge-Booms.
Die SOS-Kinderdörfer weltweit rufen zu Spenden für die Erdbebenopfer in Kolumbien und Venezuela auf.
Online spenden:
Nothilfe-Fonds der SOS-Kinderdörfer weltweit (https://www.sos-kinderdoerfer.de/informieren/wie-wir-helfen/humanitaere-hilfe/nothilfe-fonds)
Spendenkonto der SOS-Kinderdörfer weltweit
IBAN: DE22 4306 0967 2222 2000 00
Bank: GLS Gemeinschaftsbank
Stichwort: Erdbeben Kolumbien und Venezuela
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de
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Datum: 18.08.2026 - 13:40 Uhr
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