Die Zukunft der Medizin ist weiblich
ID: 23141
Ärztinnen unterscheiden sich in ihrem Therapieverhalten von ihren männlichen Kollegen. Dies ist zentrales Ergebnis einer Studie der von Studierenden der Universität Witten/Herdecke gegründeten und betriebenen Unternehmensberatung "NOHETO!" auf Grundlage von 32 qualitativen Tiefeninterviews und einer repräsentativen Befragung von über 200 Allgemeinmedizinern, Praktikern und Internisten. Laura Slevogt, seit 2005 Partnerin bei NOHETO!: "Die Struktur der Ärzteschaft befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Im Zukunftsmarkt Gesundheit werden gut ausgebildete Medizinerinnen künftig an entscheidender Stelle das Sagen haben. Eine Entwicklung, die die Medizin verändern wird."
Heute sind noch 65 Prozent der ca. 56.000 niedergelassenen Allgemeinmediziner, Praktiker und Internisten in Deutschland Männer. Ärztinnen stellen nur 35 Prozent der niedergelassenen Hausärzte. Unter den bis zu 34jährigen Ärzten ist die Geschlechterverteilung bereits ausgeglichen. Zudem geht eine grosse Zahl von (zumeist männlichen) Ärzten in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Ärztinnen rücken nach: Von 1994 bis 2004 stieg der Anteil der Frauen unter den Studierenden von 46 Prozent auf 59 Prozent. Und seit 2002 überwiegen die Absolventinnen im Fach der Humanmedizin. Diese Entwicklungen bedingen, dass der Anteil der Frauen in der zukünftigen Ärzteschaft in den nächsten Jahren auf über 50 Prozent steigt.
Dabei stellte sich u.a. heraus, dass sich die befragten Ärztinnen mehr Zeit für den einzelnen Patienten nehmen als ihre männlichen Kollegen. Pro Tag behandelt eine Hausärztin im Durchschnitt nur 48 Patienten.
Ärztinnen ist es zudem wichtig, sich auf ihr Gegenüber einzulassen und dessen Anliegen zu verstehen. Im Gespräch hören Ärztinnen stets mit, wie die aktuelle Bedürfnislage oder Lebenssituation ihrer Patienten beschaffen ist und reagieren darauf mit Empathie.
Kontakt: Laura Slevogt, Tel.: 02302/912-619, E-Mail: slevogt@noheto.de
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Datum: 28.09.2006 - 10:29 Uhr
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