Börsen-Zeitung: Zaungast bei der großen Party, Kommentar zur kräftigen Belebung im deutschen Maschinenbau von Daniel Schauber
ID: 236904
auch die Maschinenbauer dürfen an der Sause teilnehmen - allerdings
vorerst nur als Zaungast. Dabei kann die an der Börse noch
unterrepräsentierte Schlüsselbranche der heimischen Industrie mit
enormem Wachstum auftrumpfen: Im Juni kamen sage und schreibe zwei
Drittel mehr Bestellungen herein als ein Jahr zuvor. Schon der Mai
war ähnlich gut gelaufen.
Deutsche Maschinen sind weltweit wieder gefragt, vor allem in
China, Brasilien und Indien, aber auch im Heimatmarkt. Dennoch
spiegelt sich in den hohen prozentualen Zuwächsen kein neuer Boom,
sondern vor allem, wie tief der Maschinenbau in der Krise gefallen
ist. Es gilt die simple mathematische Weisheit, dass man nach einer
Schrumpfung von 50% um 100% wachsen muss, um das alte Niveau zu
erreichen. Von Rekorden sind die Maschinenbauer aber weit entfernt.
Im vergangenen Jahr sackte die Produktion um 25% ab, im laufenden
Turnus wird sie sich mit einem erwarteten Plus von 3% nur leicht von
dem Sturz erholen.
Das unterscheidet die spätzyklische Investitionsgüterbranche, die
der allgemeinen Entwicklung üblicherweise einige Monate
hinterherhinkt, fundamental von der Lage in anderen Industriezweigen.
So sind Chemie- und Industriegasehersteller längst wieder auf dem Weg
zu alter Stärke. Während sie die Krise schon verdaut haben, knabbert
der Maschinenbau noch an ihren Folgen. Das zeigt sich auch in den
Aktienkursen. Papiere von BASF oder Linde notieren nur knapp unter
ihren 2008 erreichten Höchstständen, während sich Aktien prominenter
deutscher Maschinenbauer wie Gea, Gildemeister oder Heidelberger
Druck erst langsam vom Tiefenrausch erholen.
Für den Maschinenbau ist die Krise also noch lange nicht vorbei.
Aber immerhin ist das Flaggschiff der deutschen Exportindustrie nach
dem schweren Sturm in ruhiges Fahrwasser gekommen. Und so lautet das
Kommando von der Brücke in den Maschinenraum: halbe Kraft voraus. Die
See ist ruhig, aber Eisberge sind in Sicht. Die Schuldenkrise zwingt
viele Länder zum Sparen, und die Konjunkturprogramme, die zuletzt für
Rückenwind sorgten, laufen aus. Für Maschinenbauer, deren Aktionäre
und Gläubiger besteht daher kein Anlass, sich von der Partylaune
anstecken zu lassen und Champagner auf dem Sonnendeck zu schlürfen.
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.08.2010 - 20:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 236904
Anzahl Zeichen: 2692
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 387 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Zaungast bei der großen Party, Kommentar zur kräftigen Belebung im deutschen Maschinenbau von Daniel Schauber"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
B (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Corona hat die Welt verändert - auch die Bürowelt: Arbeitsplätze sind mobil, das Arbeiten hybrid und die Büroräume hipp. Doch der Erfolg des richtigen Arbeitsumfeldes hängt davon ab, wer von der Belegschaft überhaupt mitmacht und sich am Ende im Job wirklich wohlfühlt. Im New-Work-Dickicht
Saarbrücken: Richtfest am Hauptbahnhof (FOTO) ...
Neues Geschäftshaus mit Hotel und Einzelhandel ist ein nachhaltiger Meilenstein für die Neugestaltung des Stadtzentrums Mit dem Richtfest für ein neues zentral gelegenes Hotel- und Geschäftshaus wurde am 10. November 2022 ein entscheidender Meilenstein für die Neugestaltung der Saarbrücker
Zeitverschwendung verschärft Fachkräftemangel / Langzeitstudie beweist: Büro-Effizienz um 50 Prozent niedriger als vor 10 Jahren (FOTO) ...
- Jede dritte Arbeitsstunde im Büro wird verschwendet - Effizienzkiller sind: Lange Suchzeiten, Meetings, weiter wachsende E-Mail-Flut - Problem hat sich in den letzten 10 Jahren dramatisch verschärft Zu den größten Problemen der Wirtschaft in Deutschland gehört derzeit der Fachkräft
Weitere Mitteilungen von B
BERLINER MORGENPOST: Kommentar zur Dauerkrise und zuÜbernahmeplänen bei der Berliner S-Bahn ...
Die Berliner sind unzufrieden. Auch nach gut einem Jahr Krise bei der S-Bahn kann das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG noch immer kein vollständiges Zugangebot gewährleisten. Hinzu kommen stetig neue Klagen über verdreckte Wagen, fehlende Informationen und kaputte Klimaanlagen, gerade
WAZ: Schalker Herzblut statt Kalkül. Kommentar von Reinhard Schüssler ...
Bei Geld, heißt es, höre die Freundschaft auf. Fußball-Bundesligist Schalke 04 dreht diese Erfahrung nun um: Wahre Freundschaft, diese Botschaft geht von der neuen Fan-Anleihe des Clubs aus, fängt dort an, wo die Anhänger ihrem - übrigens selbstverschuldet - in finanzielle Not geratenen
General-Anzeiger: "General-Anzeiger" Bonn: "Begrüßungsprämie ein PR-Gag": Interview mit DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann ...
Der Bonner Wirtschaftswissenschaftler Klaus F. Zimmermann hat die Idee von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), qualifizierte Zuwanderer durch eine Prämie nach Deutschland zu locken, als "sommerlichen PR-Gag" abgetan. In einem Interview des "General-Azeigers" Bonn
DGAP-News: Sky Deutschland AG: Sky Deutschland kündigt Finanzierungsmaßnahmen zur Erzielung von Erlösen von mindestens 340 Mio. EUR für weitere Wachstumsinitiativen an ...
Sky Deutschland AG / Kapitalmaßnahme 02.08.2010 18:03 Veröffentlichung einer Corporate News,übermittelt durch die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. ----------------------------------------------------------




