'Standort Mittelhessen wird durch LOEWE wissenschaftlich und wirtschaftlich erheblich gestärkt

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'Standort Mittelhessen wird durch LOEWE wissenschaftlich und wirtschaftlich erheblich gestärkt'



(pressrelations) -
Staatsministerin Kühne-Hörmann besucht in Gießen drei Projekte im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms des Landes

Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann hat bei ihrer Sommerreise in Gießen drei Projekte besucht, die im Rahmen des Forschungsförderprogramms LOEWE unterstützt werden: den von der Justus-Liebig-Universität Gießen federführend getragenen LOEWE-Schwerpunkt "Insektenbiotechnologie" und die beiden Verbundprojekte "Geohumus" und "Empfindlicher fluoreszenzbasierter Allergieschnelltest (FluoroAllerg)", die mit Partnern aus der Wirtschaft realisiert werden.

Mit der Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz ? kurz: LOEWE ? setzt das Land Hessen seit 2008 wissenschaftspolitische Impulse, um die hessische Forschungslandschaft nachhaltig zu stärken. "Die Landesregierung unterstützt mit dem LOEWE-Programm die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Hessen bei der weiteren Profilierung und bei der Umsetzung strategischer Ziele. LOEWE fördert herausragende wissenschaftliche Verbundvorhaben, insbesondere auch eine intensive Vernetzung von Wissenschaft, außeruniversitärer Forschung und Wirtschaft", hob Ministerin Kühne-Hörmann hervor. Darüber hinaus soll damit in Zusammenarbeit und Abstimmung mit den großen Forschungsorganisationen der Boden für die Ansiedlung weiterer, gemeinsam von Bund und Ländern finanzierter Forschungseinrichtungen bereitet werden. Für dieses Landesprogramm mit seinen drei Förderlinien (Zentren, Schwerpunkte und KMU-Verbundprojekte) stehen allein in dieser Legislaturperiode insgesamt 410 Millionen Euro zur Verfügung.

Bei den ersten drei Förderstaffeln des LOEWE-Programms wurden bislang insgesamt acht Zentren und 16 Schwerpunkte in Hessen zur Förderung ausgewählt. "Die Universität Gießen erzielte bei den bisherigen wettbewerblichen Auswahlverfahren beachtliche Erfolge", sagte Ministerin Kühne-Hörmann. Die Hochschule hat bei fünf Projekten die Federführung und ist an zwei weiteren beteiligt. Allein im Rahmen der beiden ersten Förderstaffeln wurden der Universität Gießen für den Zeitraum 2008 bis 2012 insgesamt rund 16,2 Millionen Euro bewilligt.



Die Ministerin fügte hinzu, dass außerdem bisher 21 Verbundprojekte mit Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie von Hochschulen aus Mittelhessen mit einem Gesamtvolumen von etwa 10,2 Millionen Euro zur Förderung ausgewählt wurden. Der Anteil der LOEWE-Förderung beträgt dabei knapp 4,3 Millionen Euro; die Differenz wird vorwiegend von den beteiligten kleinen und mittleren Unternehmen kofinanziert.

KMU-Verbundprojekt "Nachweisverfahren kontrolliert abbaubarer Polymerstrukturen von Geohumus"

Für dieses von der Firma Geohumus International GmbH (Frankfurt), der Universität Gießen (Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement) und der Universität Düsseldorf getragene Verbundprojekt wurden im Rahmen der LOEWE-Förderlinie 3 Landesmittel in Höhe insgesamt rund 365.000 Euro für den Zeitraum vom 1. Februar 2009 bis 31. Dezember 2010 bewilligt. Die Förderquote des Landes liegt ? gemessen an den Gesamtkosten des Projekts ? bei 49 Prozent und entspricht damit der LOEWE-Programmatik, wonach die Partner bei KMU-Verbundprojekten mindestens 50 Prozent der Gesamtkosten aus eigenen Mitteln finanzieren müssen.

Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung eines neuartigen, kostengünstigen Standardnachweisverfahrens der An- und Abreicherung von markierten Materialien in Böden. Diese Neuentwicklung bietet nach den Worten von Ministerin Kühne-Hörmann für den Konsortialführer Geohumus International GmbH, der wasserspeichernde Bodenhilfsstoffe herstellt, auch deshalb zusätzliche Marktchancen, weil durch gesetzgeberische Änderungen der Düngemittelverordnung ein Anstieg des Bedarfs an Nachweisverfahren absehbar ist.

LOEWE-Schwerpunkt "Insektenbiotechnologie"

Der von der Universität Gießen federführend getragene LOEWE-Schwerpunkt "Insektenbiotechnologie" wird ab 1. Januar 2011 bis 2013 mit insgesamt 4,5 Millionen Euro gefördert. Partner sind die Fachhochschule Gießen-Friedberg, die Goethe-Universität Frankfurt und die neue Fraunhofer-Projektgruppe an der Universität Gießen. Die weiteren Projektpartner, das Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (Aachen) und das Max-Planck-Institut für chemische Ökologie (Jena) haben als nicht in Hessen angesiedelte Institutionen assoziierten Status und erhalten daher keine LOEWE-Mittel.

Der LOEWE-Schwerpunkt zielt auf den Ausbau der Kooperation bestehender Arbeitsgruppen und Institutionen zum Thema Insektenbiotechnologie. Dabei handelt es sich um ein relativ junges Gebiet innerhalb der Biotechnologie, das weltweit großes Wachstumspotenzial hat. An der Universität Gießen soll erstmals in Deutschland eine operative Einheit aufgebaut werden, die sich der Entwicklung innovativer Spitzentechnologien an den Schnittstellen zwischen der Angewandten Entomologie der Roten, Grünen und Weißen Biotechnologie widmet. Die Arbeitsschwerpunkte umfassen die Identifizierung neuer Leitstrukturen aus Insekten und die Etablierung neuer Infektionsmodelle zur Anwendung in der Medizin, die Entwicklung neuer Produkte und Technologien für den modernen Pflanzenschutz sowie die Identifizierung neuer Enzyme für industrielle Produktionsprozesse. Außerdem geht es um den Aufbau von Modellen für die ökotoxikologische Risikobewertung und die Herstellung neuartiger Biosensoren.

Das LOEWE-Projekt ,Insektenbiotechnologie? hat für die Universität Gießen besondere Bedeutung, weil es sich einfügt in ihren profilbildenden Schwerpunkt "Lebenswissenschaften" mit der in Deutschland einmaligen Fächerkombination der Human- und Veterinärmedizin, Biologie, Chemie sowie der Agrar- und Ernährungswissenschaften. Verknüpft mit dem interdisziplinären LOEWE-Schwerpunkt ist zudem eine strategische Allianz der Universität Gießen mit der Fraunhofer-Gesellschaft. "Hierdurch wird der Standort Mittelhessen wissenschaftlich und wirtschaftlich erheblich gestärkt", sagte die Ministerin: "Das mittelfristige nachhaltige Ziel einer Fraunhofer-Institutsgründung in Gießen entspricht dem Ziel, verstärkt Bund-Länder-finanzierte Wissenschaftseinrichtungen nach Hessen zu holen."

KMU-Verbundprojekt "Empfindlicher, fluoreszenzbasierter Allergieschnelltest (FluoroAllerg)"

Das von der Firma Milenia Biotec GmbH (Gießen), der Universität Marburg (Fachbereich Pharmazie) und der PLS Design GmbH (Hamburg) getragene Verbundprojekt ist vom 1. Juli 2008 bis 31. Juli 2010 mit Landesmitteln von knapp 171.000 Euro unterstützt worden (Förderquote des Landes 40 Prozent).

Vor dem Hintergrund, dass unbehandelte Allergien häufig zur Entwicklung von Asthma führen, haben die Projektpartner einen einfach handhabbaren Schnelltest zur Diagnose von Allergien entwickelt. Dabei geht es um die Bestimmung von Nahrungsmittelallergien und von Allergien gegen Stoffe, die über die Atmung in den Körper aufgenommen werden.

Die Milenia Biotec GmbH, die mit weltweitem Vertrieb Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Immundiagnostik anbietet, ist auch Konsortialführerin des neuen LOEWE-Verbundprojekts "Vernetzte Entwicklung eines mobilen Diagnostiksystems auf Basis einer universellen Schnelltestplattform", das vom 1. August 2010 bis 31. Juli 2012 mit gut 280.000 Euro aus Landesmitteln unterstützt wird. Projektpartner sind hier das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (Klinik für Dermatologie und Allergologie in Marburg) und die Helmut Hund GmbH in Wetzlar. In dem neuen Projekt, für das Ministerin Kühne-Hörmann den Zuwendungsvertrag übergab, geht es um die vernetzte Entwicklung einer Technologieplattform für die Herstellung von diagnostischen Schnelltests.


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