Landkreis-München Sieger im Regional-Ranking:
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Von Gunnar Sohn
Köln – Nachdem die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) http://www.insm.de seit Jahren bereits Bundesländer und deutsche Großstädte unter die Lupe genommen hat, stellt sie nun das erste wissenschaftliche Regionalranking vor. Deutschlandweit wurden 435 Landkreise und kreisfreie Städte anhand von 47 Indikatoren untersucht. „Durch die Vielzahl der Indikatoren war es möglich, das ökonomische, soziale und strukturelle Niveau der einzelnen Regionen darzustellen. Die Indikatoren wurden zu den Gruppen Wohlstand, Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Struktur, Standort und Staat aggregiert. So können Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale differenziert analysiert werden. Im Gesamtranking wurden die sechs Gruppen zusammengeführt, so dass das übergeordnete Standortpotenzial der jeweiligen Region deutlich wird“, erklärt INSM-Geschäftsführer Max Höfer.
Sieger im Regionalvergleich, den die IW Consult GmbH http://www.iwconsult.de exklusiv für die INSM durchgeführt hat, wurde der Landkreis München. Hier verzeichnete man im vergangenen Jahr unter anderem das höchste Bruttoinlandsprodukt. Der Landkreis liegt auch bei Indikatoren wie „Kaufkraft“ und „Einkommen“ in Deutschland weit vorn. Generell ist festzustellen, dass Kreise und kreisfreie Städte aus Bayern, Baden-Württemberg und Süd-Hessen stark positioniert sind. In der Region München liegen sechs Landkreise und kreisfreie Städte in den Top 10 bundesweit. Dies macht die Vormachtstellung Münchens und seines Umlandes deutlich. Die 30 bundesweit Bestplatzierten im INSM-Regionalranking befinden sich bis auf sechs Landkreise und Erlangen in unmittelbarer Nähe zu den Boom-Regionen München, Stuttgart und Frankfurt am Main.
Hoffnungszeichen für andere weniger starke Regionen – vor allem im Osten Deutschlands –zeigen sich in Indikatoren wie dem Saldo der Gewerbean- und -abmeldungen: Hier führt der Landkreis Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern. Die Rangliste bezogen auf diesen Indikator, der die Gründungsdynamik abbildet, zeigt auch weitere ostdeutsche Regionen weit oben: zum Beispiel die kreisfreie Stadt Leipzig, deren Gründungsdynamik bundesweit Rang 7 erreicht, oder der Landkreis Potsdam-Mittelmark (Platz 9).
Positiv zu werten ist auch, dass in vielen ostdeutschen Landkreisen und Städten die kommunalen Investitionsquoten überproportional hoch sind und die Schulden der Kommunen vergleichsweise gering. Dies signalisiert zumindest potenzielle Handlungsspielräume für die Zukunft. Die Rangliste aller Kreise und kreisfreien Städte sortiert nach Investitionsquoten sind unter http://www.insm-regionalranking.de zu finden.
Kreise mit einer ausgeprägten Industriestruktur schneiden überdurchschnittlich gut in dem Ranking ab. Dies sind zum Beispiel die Landkreise Böblingen, Ingolstadt, Groß-Gerau und die kreisfreie Stadt Wolfsburg. Zwar haben die Top 4 (Landkreis München, Landkreis Freising, Main-Taunus-Kreis, kreisfreie Stadt München) einen hohen Dienstleistungsanteil. Dennoch sind unter den ersten 20 im Regionalranking neun Kreise und kreisfreie Städte, die einen signifikant höheren Anteil an Industriebeschäftigten als der Durchschnitt Deutschlands haben. Dies sind die Landkreise Böblingen, Ludwigsburg, Esslingen, Erlangen-Höchststadt, Dingolfing-Landau, Pfaffenhofen a.d.Ilm, Eichstätt, Ingolstadt und die Stadt Erlangen.
„Es geht uns bei diesem Ranking darum, Ursachen für Standortprobleme im Vergleich mit anderen Regionen transparent zu machen“, so INSM-Geschäftsführer Dieter Rath. „Wer zum Beispiel eine im Bundesvergleich niedrige Gründungsdynamik vorfindet, wird sich fragen, woran das liegt. Jenseits vieler regional bedingter Gründe kann das auch hausgemachte Ursachen geben, die abgestellt werden können, damit mehr Wachstum und Beschäftigung möglich werden. Das Ranking soll keine Region in die Ecke stellen, sondern Anstoß geben, die Bedingungen in weniger starken Regionen zu verbessern und auch in prosperierenden Kreisen und Städten sich anbahnende Probleme zu erkennen. So finden sich zum Beispiel in einigen Boom-Regionen des Südwestens recht wenig Jobs in schnell wachsenden Branchen und auch wenig Gründungsdynamik.“
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Datum: 15.11.2006 - 12:31 Uhr
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