Kulturstaatsminister Bernd Neumann widerspricht Lothar de Maizière bei Ausstellungseröffnung der Gedenkstätte Marienborn
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Kulturstaatsminister Bernd Neumann widerspricht Lothar de Maizière bei Ausstellungseröffnung der Gedenkstätte Marienborn
Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat heute bei der Eröffnung der neuen Wanderausstellung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn einer Äußerung von Ministerpräsident a.D. Lothar de Maizière entschieden widersprochen.
In der Rede des Staatsministers zur Eröffnung heißt es wörtlich: "Immer wieder müssen wir uns und den nachfolgenden Generationen verdeutlichen, was es bedeutet, in einer Diktatur leben zu müssen. Die DDR war ein undemokratischer Staat, der seine Bürger hinter Mauern und Stacheldraht einsperrte. Ich halte die aktuelle Aussage des ehemaligen Ministerpräsidenten Lothar de Maizière in der Passauer Neuen Presse für abwegig und nicht nachvollziehbar, nach der die DDR kein Unrechtsstaat, sondern kein vollkommener Rechtsstaat gewesen sei. Im Gegenteil die DDR war ein Unrechtsstaat durch und durch. Sie verwehrte ihren Bürgern fundamentale Rechte wie Reise-, Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Die DDR verfügte über keine unabhängige Justiz, die staatliche Maßnahmen hätte überprüfen und Bürger vor staatlicher Willkür und Unrecht schützen können. Es war im Grunde ungeheuerlich, sich als demokratische Republik zu bezeichnen. Die Wesensmerkmale der Demokratie wie Gewaltenteilung, Herrschaft auf Zeit, freie Wahlen waren alle ausgeschaltet."
Zur Gedenkstätte Marienborn erklärte der Kulturstaatsminister: "Am ehemaligen alliierten Kontrollpunkt Marienborn waren nicht nur Deutsche von Deutschen getrennt, an dieser Stelle war Europa und die ganze Welt in zwei Teile geteilt.
Die Bürde der Teilung und der Druck des Grenzregimes der DDR waren hier besonders spürbar. Als historisch-authentischer Ort, an dem die Geschichte hautnah erfahrbar wird, leistet die Gedenkstätte einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung und zur Erinnerung an das begangene Unrecht des SED-Regimes. Deshalb hat mein Haus die denkmalgerechte Sanierung und Rekonstruktion der Gedenkstätte unterstützt und sie im Rahmen des Gedenkstättenkonzepts in die institutionelle Förderung aufgenommen. So erhält sie die nötige, auf Kontinuität angelegte Planungs- und Entwicklungssicherheit."
Die Wanderausstellung "SED, wenn Du nicht gehst, dann gehen wir. Friedliche Revolution, Grenzöffnung und Deutsche Einheit 1989/1990" zeigt die Entwicklung in der DDR von der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 über die Grenzöffnung und die ersten freien Wahlen bis zur deutschen Einheit 1990. Als größte Grenzübergangsstelle an der ehemaligen innerdeutschen Grenze war der Grenzkontrollpunkt Marienborn-Helmstedt einzige Verbindungsstrecke der West-Alliierten nach West-Berlin. 1945 von den alliierten Siegermächten eingerichtet, wurde sie 1950 von der DDR übernommen. Nach Einstellung der Kontrollen wurde sie 1990 unter Denkmalschutz gestellt und 1996 als Gedenkstätte eröffnet. Der BKM hat unter anderem von 2001 bis 2004 die Sanierung und Rekonstruktion der Gedenkstätte mit 381.000 Euro gefördert und sie 2009 in die institutionelle Gedenkstättenförderung aufgenommen.
Weitere Informationen unter: http://www.grenzdenkmaeler.de/
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Datum: 23.08.2010 - 19:16 Uhr
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