Südwest Presse: Kommentar zum Fall Brunner
ID: 246827
Prügel der beiden Jugendlichen, in deren Strafprozess gestern die
Plädoyers gehalten wurden, würde er noch leben. Das ist unbestritten.
Und darüber, ob der Zusammenhang zwischen diesen Fakten nun als Mord,
Totschlag oder Körperverletzung mit Todesfolge zu werten ist, wird am
6. September das Gericht befinden. Bereits heute ist klar: Der
Brunner-Prozess gehört zu jenen spektakulären Strafverfahren, die -
wie es seit geraumer Zeit üblich geworden ist - von unsäglicher
Stimmungsmache begleitet waren. Zugegeben, von Verhältnissen wie in
den USA, wo es ab und an zum Konzept des Staatsanwaltes gehört, auf
die Dämonisierung des Angeklagten zu setzen, um so das Gericht zu
beeindrucken, sind wir zum Glück weit entfernt. Die Zutaten zu diesem
gefährlichen geistigen Gebräu waren indessen alle vorhanden. Bedrohte
Kinder; ein Mann, der - anders, als andere - nicht wegsieht und sein
Leben einsetzt. Ein Held. Ein Vorbild. Wer hier gut und wer böse ist,
wer will da noch zweifeln? So entstehen mediale Parallelprozesse,
hochemotional und bar nüchterner Distanz. Sie befeuern eine
Diskussion, die zunehmend droht, die Gerichte vor sich herzutreiben.
Es ist die Aufgabe der Justiz, diesem Druck zu widerstehen. Gelingt
ihr das, ist zu befürchten, dass eine nach Härte gierende Masse
bereit ist, Differenziertheit als Schwäche zu werten. Das wäre die
Höchststrafe. Und das beunruhigt.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 24.08.2010 - 19:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 246827
Anzahl Zeichen: 1694
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ulm
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 433 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Südwest Presse: Kommentar zum Fall Brunner"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
S (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft rufen das SÜDWIND-Institut und die Romero Initiative (CIR) Aktive dazu auf, sich gegen Menschenrechtsverletzungen im Zuge der WM einzusetzen. Lange vor der WM waren die skandalösen Arbeitsbedingungen im Bausektor Katars bekannt, von denen Arbeitsmigrant*i
Genieße Weihnachten nachhaltig mit dem Fleur de Sel der Alpen (FOTO) ...
Gerade in unsicheren Zeiten möchte man sich zu Weihnachten was Besonderes gönnen und mit der Familie mit gutem Gewissen feiern. Dazu gehört eine schön gedeckte Tafel, leckeres Essen und liebevoll ausgewählte Geschenke. Doch welche Produkte kann man in Zeiten der Klimakrise und Energieknapphei
Branchendialog Automobil: Beschwerdemechanismus in Mexiko braucht deutlich stärkeres Engagement von Unternehmen ...
Zivilgesellschaft: Automobil-Industrie muss Chance nutzen und sich stärker zum Pilotprojekt aus dem Branchendialog Automobil bekennen - mehr Beteiligung relevanter Unternehmen und verbindliche Zusagen für Beschwerdemechanismus in Mexiko wichtig Anlässlich des Fachtages "Branchendialog Aut
Weitere Mitteilungen von S
Ostsee-Zeitung: Kommentar zum freiwilligen Zivildienst ...
Es gibt keinen Grund, das absehbare Aus für den Zivildienst zu beklagen. Im Gegenteil: Der Untergang des Alten birgt die Chance für etwas Neues. So wie der Verteidigungsminister einen freiwilligen - dann aber auch längeren und attraktiveren - Wehrdienst anpeilt, so schlägt die zuständige Fam
Westdeutsche Zeitung: Ladenschlussgesetz = von Olaf Steinacker ...
Bitte keinen Flickenteppich. So stand es vor vier Jahren in einem Kommentar in unserer Zeitung. Gefordert wurde darin, kurz nachdem die Öffnungszeiten nach jahrelanger Diskussion in Nordrhein-Westfalen liberalisiert wurden, ein gewisses Maß an Verlässlichkeit. Schließlich wollen Kunden wissen
Neue Westfälische (Bielefeld): Personalausweis mit Chip Gefühlte Unsicherheit MICHAEL KAISER ...
Berichte über angebliche Sicherheitsmängel beim neuen Personalausweis schlagen hohe Wellen - wohl mehr ein Sturm im Wasserglas. Die Enthüllung reduziert sich letztlich auf die altbekannte Tatsache: Wer sich im Netz nicht vor virtuellen Ganoven schützt, lebt gefährlich. Und: Externe Kartenle
Neue Westfälische (Bielefeld): Fachkräftemangel Zuwanderung als Chance HANNES KOCH, BERLIN ...
In Ostdeutschland kann man teilweise schon beobachten, wie die Zukunft Deutschlands aussehen könnte. Viel Landschaft, wenig Menschen. Das kann man erholsam finden, ist aber ein Problem für unsere Hochleistungswirtschaft. Wenn weniger Menschen arbeiten und die Firmen freie Stellen nicht besetzen




