Durchbruch für die Geophysik?
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Von Ansgar Lange/Gunnar Sohn
Bonn/Nordhausen - An der Bundesstraße 4 zwischen Nordhausen und Magdeburg ist der Aufbau Ost bislang weitestgehend spurlos vorübergegangen. Obwohl stark befahren, schlängelt sie sich weiterhin kurvenreich und unübersichtlich durch den Ostharz. Dies soll sich nun ändern. Insbesondere der Knotenpunkt der von Hohegeiß kommenden B 81 mit der B 4 - Ortsname: Netzkater - soll im Auftrag des Straßenbauamtes Nordthüringen ausgebaut werden.
Bevor die Baumaschinen anrücken, muss jedoch erkundet werden, ob die in dieser Region weit verbreiteten Altbergbaustollen, die vor über hundert Jahren in die Berge getrieben wurden, eine Gefahr für die Neutrassierung darstellen. Alte Risszeichnungen der Bergwerke existieren zwar, doch weiß niemand genau, wie exakt sie die Lage der unterirdischen Hohlräume darstellen und ob die alten Archivunterlagen überhaupt vollständig sind.
Unter der Bauleitung des Planungsbüros IHU Nordhausen http://www.ihu-gmbh.com und der Regie der Bergsicherung Ilfeld http://www.bergsicherung-ilfeld.de wurde daher im November 2006 erstmals ein neues geophysikalisches Verfahren eingesetzt, das unterirdische Hohlräume bis in 60, 70 Meter Tiefe sicher erkennen kann. Bisher stieß die ortsgenaue und kostengünstige Lokalisierung solcher Hohlräume mittels geophysikalischer Verfahren an recht enge Grenzen. Doch damit scheint es ein Ende zu haben.
Nur zwei Tage brauchten die Spezialisten Vera Becker und Armin Meiwald von der FKO Underground Analysis in Düsseldorf http://www.fko-underground.de, um das Messprogramm auf der B 4 selbst sowie auf angrenzenden Flächen durchzuführen und zu dokumentieren. Erst danach rückte die Bergsicherung mit dem Bohrhammer an, um die per Geophysik erzielten Messergebnisse zu verifizieren. In 25 bis 30 Meter Tiefe, so die mit innovativer Technik erzielten Messdiagramme, würden die Stollen des Altbergbaus zu finden sein. „Alle nach dem neuen Verfahren festgelegten Bohrungen ergaben Volltreffer, trafen also auf Hohlraum oder die Bruchmassen zusammengestürzter Altstollen. Darüber hinaus bestätigte die Geophysik auch die nach alten Zeichnungen festgelegten Bohrpunkte. Hier hieß es ebenfalls: Treffer“, so FKO-Geschäftsführer Andreas Oberholz.
„Ich sehe in dem hier eingesetzten Verfahren einen wesentlichen Fortschritt in der Untersuchung von Verdachtsflächen. Mit dieser Technik kann eine flächenhafte Erstuntersuchung und bei festgestellten Interferenzen eine detaillierte Feinanalytik den Aufwand für die abschließende bohr- und kameratechnische Erkundung wesentlich reduzieren“, sagte Dipl.-Ing. Reiner Fehling, der als langjähriger ehemaliger Geschäftsführer der Bergsicherung Ilfeld die Chancen des Verfahrens erkannte und seine Fortentwicklung unterstützte.
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Datum: 12.01.2007 - 11:45 Uhr
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