Kaum tagesaktuelle Sondersendungen zu wirtschaftlichen Großereignissen im Fernsehen
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Kaum tagesaktuelle Sondersendungen zu wirtschaftlichen Großereignissen im Fernsehen
Ernst-Schneider-Preis der IHKs benennt Mängel in der Wirtschaftsberichterstattung
Köln, 16. September 2010 - Die wirtschaftlichen Ereignisse dervergangenen zwölf Monate haben nach Untersuchungen des von dendeutschen Industrie und Handelskammern (IHKs) gestifteten Ernst-Schneider-Preises Schwächen in der Berichterstattung deutlichgemacht. Das Fernsehen habe auf außergewöhnliche Ereignisse -drohender ökonomischer Kollaps, beispiellose Anstrengungen zurRettung des Euro, Finanzkrise der Kommunen - nicht angemessenreagiert. Defizite sieht man beim Journalistenpreis der deutschenWirtschaft auch in Unterhaltungssendungen. Die jetzt vorgelegteAnalyse der Wirtschaftsberichterstattung stützt sich auf Studien,Medienbeobachtungen und die Auswertung von über 1000 Beiträgendes renommierten Journalistenwettbewerbs.
"Es fällt auf, wie wenig tagesaktuelle Sondersendungen das Fernsehenzu wirtschaftlichen Großereignissen macht", sagte Walter Richtberg,Vorsitzender des Ernst-Schneider-Preis e. V. Die ARD habelediglich einen "Brennpunkt" (zur Griechenland-Krise) gesendet. Auchdas vergleichbare "ZDF spezial" sei kaum für Wirtschaftsthemengenutzt worden. Richtberg wünscht sich neben Dokumentationenmehr aktuelle Beiträge, die die komplexen Vorgänge in der Wirtschaftunter Verzicht auf Fachausdrücke einem breiten Publikum verständlicherklären. "Öffentlich-rechtliche Sender haben die Ressourcen,gesellschaftlich wichtige Themen aufzugreifen und die Zuschauer mitrelevanten Informationen zu versorgen."
Nachholbedarf sieht der Ernst-Schneider-Preis e. V. auch in der Fernsehunterhaltung.
Die Diskrepanz zwischen der Realität der Zuschauerund der im Fernsehen gezeigten Welt werde größer. Während Digitalisierungund Globalisierung nahezu allen Arbeitsbereichen gravierendeVeränderungen abverlangten, zeigten die Sender im fiktionalenProgramm oft eine wenig gewandelte, klischeelastige Lebenswirklichkeit.
Diese Darstellung werde von jüngeren Zuschauern immer wenigergeschätzt.
Die Printmedien hätten im vergangenen Jahr auf die bemerkenswertenEreignisse flexibler reagiert und vielfach in Titelgeschichten denwirtschaftlichen Lauf der Welt erklärt. Die Berichterstattung sei nachgefragtworden und belege das gewachsene Interesse der Menschenan wirtschaftlichen Zusammenhängen. Auffallend sei dabei die Fülleder Darstellungsformen gewesen, die zu zahlreichen herausragendenDokumentationen, Reportagen, Themenseiten, Interviews und Seriengeführt habe.
Der Ernst-Schneider-Preis ist der Journalistenpreis der deutschenWirtschaft. Er ist benannt nach dem Unternehmer und KunstmäzenErnst Schneider, der von 1963 bis 1969 Präsident des DeutschenIndustrie- und Handelskammertages war. Der Medienpreis der IHKssetzt sich für die Behandlung wirtschaftlicher Themen in den Medienein und schreibt seit 1971 einen renommierten Autorenwettbewerbaus. Die Studie ist beim ErnstSchneider-Preis der deutschen Industrie-und Handelskammern e.V. erhältlich (sigrid.baum@koeln.ihk.de).
Kontakt:
Christian Knull
Ernst-Schneider-Preis der deutschen Industrie- und Handelskammern e. V.
Unter Sachsenhausen 10 - 26
50667 Köln
Tel.: 0221 1640-157
Fax: 0221 1640-499
www.ernst-schneider-preis.de
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Datum: 16.09.2010 - 11:16 Uhr
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