Wenn Brötchen krank machen
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Die Therapie der Zöliakie besteht in einer lebenslangen konsequenten Meidung der auslösenden Getreideeiweiße. Diese Proteine befinden sich in Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste, Grünkern sowie verwandten Getreidearten und Urkornarten (beispielsweise Kamut und Einkorn) sowie Tritikale (Kreuzung aus Roggen und Weizen). Während über lange Jahre auch Hafer auf den Verbotslisten der Patienten stand, rechtfertigen wissenschaftliche Untersuchungen die Aussage, dass dieses Getreide beziehungsweise genauer die Substanz Avenin nur eine geringe Toxizität aufweist. Bedauerlicherweise sind reine Haferprodukte in Deutschland kaum erhältlich, sodass ein Restrisiko bleibt, erklärt Müller-Nothmann. Die Zöliakie grundsätzlich mit Getreideeiweiß in Zusammenhang zu bringen, wäre unsinnig, da auch andere Getreide nicht eiweißfrei sind. Jedes Getreide enthält Eiweiß, erläutert Müller-Nothmann. Selbst die Bezeichnung Gluten oder Klebereiweiß wäre zu ungenau, da es sich bei den Zöliakie-auslösenden Substanzen vielmehr um bestimmte Polypeptide handelt:
Weizen: Gliadin
Roggen: Gliadin
Gerste: Hordein
Die diätetische Lebensmittelindustrie bietet geschmacklich hervorragende Spezialprodukte an. Während solche Lebensmittel noch vor einigen Jahren nur im Reformhaus und dem Direktversand erhältlich waren, gehören sie heute auch zum Warensortiment von Biomärkten, Drogerien und vielen Supermärkten. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Zöliakie-Patienten ein erhöhtes Krebsrisiko aufweisen. Das Risiko steigt in Abhängigkeit von der Belastung mit den krankmachenden Getreideeiweißen. Besonders häufig bei Zöliakie-Patienten sind Malignome im Mund- und Rachenraum, der Speiseröhre sowie Non-Hodgkin-Lymphome. Diabetiker haben ein hohes Risiko, an Zöliakie zu erkranken. Betroffene Patienten leiden oftmals unter einer ausgeprägten Mangelernährung und bedürfen der Diätberatung durch spezialisierte Diätassistenten. Außerdem rät Sven-David Müller-Nothmann den Patienten zur Mitgliedschaft in der Organisation Deutsche Zöliakiegesellschaft e.V. (http://www.dzg-online.de). Individuelle fachärztliche Beratung ermöglicht das Beratungsportal http://www.qualimedic.de. Hier können die Nutzer in 57 Online-Sprechstunden 55 Fachärzte kostenlos um Rat fragen.
[1] Praxis der Diätetik und Ernährungsberatung, Eva Lückerath und Sven-David Müller-Nothmann, Hippokrates Verlag, ISBN 3-830-452-357, 39,95 Euro.
Das Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK) mit Sitz in Köln widmet sich insbesondere der individuellen Ernährungsberatung und betreibt wissenschaftlich begründete publikumsorientierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Ernährung, Prävention und Diätetik. Der bekannte Medizinpublizist Sven-David Müller-Nothmann leitet das ZEK. Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK), Sven-David Müller-Nothmann, Gotenring 37, 50679 Köln-Deutz, 0177-2353525, http://www.svendavidmueller.de, info@svendavidmueller.de
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Datum: 25.01.2007 - 17:57 Uhr
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