Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg): Gemeinsam Wege und Perspektiven für Kirche der Zukunft suchen
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Erzbischof Robert Zollitsch: Gemeinsam Wege und Perspektiven suchen
Freiburg (pef).
Freiburg (pef). Erzbischof Dr. Robert Zollitsch hat eine Dialog-Initiative gestartet, mit der die Situation der Erzdiözese Freiburg selbstkritisch beleuchtet und gemeinsam überlegt werden soll, wie die katholische Kirche Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen kann. Wie die Erzdiözese am Donnerstag (30.9.) in Freiburg mitteilte, gab es bei einer dreitägigen Dekanekonferenz erstmals einen so genannten "Reflexionstag" zur Lage der Kirche. Dabei wurde offen über die aktuelle Situation, den verstärkten Dialog sowie über eine dafür (auch innerkirchlich) erforderliche Kommunikationskultur und die Kommunikationsstruktur diskutiert. Auch auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz hatte es - bei der Herbst-Vollversammlung 2010 in Fulda ? einen solchen Reflexionstag gegeben. "Der Dialog lebt zunächst vom Hören. Gemeinsam wollen wir nach Wegen und Perspektiven suchen, die in die Zukunft führen", sagte Erzbischof Zollitsch in einem Gottesdienst (in der Seminarkirche des Priesterseminars Collegium Borromaeum) bei der Dekanekonferenz in Freiburg, die am Donnerstag (30.) zu Ende ging.
Kraftquellen in der Krise und Lob für Impulsreferat
Seit Dienstag (28.) hatten sich die Dekane der Erzdiözese in Freiburg getroffen und dort mit der Bistumsleitung über aktuelle Fragen gesprochen. In einem Podiumsgespräch mit Erzbischof Zollitsch wurden Kraftquellen in der Krise sowie konkrete Möglichkeiten thematisiert, Brücken des Dialogs zu bauen. Erzbischof Zollitsch hatte in einem viel beachteten Impulsreferat bei der Herbst-Vollversammlung der Bischofskonferenz (Titel: "Zukunft der Kirche ? Kirche der Zukunft") vor "Verschlossenheit und Realitätsferne" gewarnt und für eine "hörende und dienende Kirche" plädiert. Zugleich regte er einen intensiveren Dialog zwischen Bischöfen, Priestern und Laien an: "Dialog und gemeinsame Wegsuche sind unverzichtbar." Den breiten Reflexionsprozess in der Kirche in Deutschland will Zollitsch auch in der eigenen Erzdiözese voranbringen, um vor Ort nach Wegen zu suchen, "wie die Kirche ihrer Sendung auch in gewandelter Zeit gerecht werden kann." Zollitsch hofft, dass sich "viele in Wahrhaftigkeit, Mut und Klugheit an diesem Nachdenken beteiligen."
Jugend wieder 'Andocken an Kirche' ermöglichen
Die Dekane bewerteten das Impulsreferat des Erzbischofs sowie ihr dreitägiges Treffen in einer Konferenzbilanz als mutmachende Signale. Bis zum Jahresende sollen Einzelheiten des geplanten Reflexionsprozesses in der Erzdiözese ausgearbeitet und im Frühjahr 2011 kommuniziert werden. Zwischen Mai und November 2011 werden sich Pfarrgemeinderäte, Regionen, Dekanate und Verbände dann mit aktuellen Herausforderungen der Kirche beschäftigen und nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Dabei geht es zum Beispiel auch um Frauen in Leitungsaufgaben, Wiederverheiratete, die Weitergabe des Glaubens sowie um die Frage, wie Jugendlichen und Erwachsenen wieder ein "Andocken an die Kirche" ermöglicht werden könnte. Bis Ende 2011 sollen die Rückmeldungen gesammelt, dann im Frühjahr 2012 beraten und ? wo dies möglich ist ? in neue "Pastorale Leitlinien" umgesetzt werden.
Die Dekane der 26 Dekanate der Erzdiözese Freiburg treffen sich zweimal jährlich. Das Impulsreferat von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch bei der Herbst-Vollversammlung der Bischofskonferenz ("Zukunft der Kirche ? Kirche der Zukunft"") ist auch im Internet nachzulesen: http://www.erzbistum-freiburg.de/html/predigten_reden_von_erzbischof_zollitsch.html
Mit rund zwei Millionen Katholiken gehört das Erzbistum zu den großen der insgesamt 27 Diözesen in Deutschland. Auch der Kurznachrichtendienst "Twitter" bietet Informationen aus dem Erzbistum an - unter http://twitter.com/BistumFreiburg. Bei "Facebook" können interessierte Internetnutzer sich ebenfalls informieren - unter http://www.facebook.com/pages/Freiburg-Germany/Erzdiozese-Freiburg/314394243855.
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Datum: 30.09.2010 - 22:16 Uhr
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