GEO Special "Peru und Bolivien" : Eine Meerschweinerei
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In Peru geschlachtet und gegessen: 65 Millionen Meerschweinchen
verspeisen die Peruaner pro Jahr, berichtet das Magazin GEO Special
in seiner neuesten Ausgabe, einem Heft über Peru und Bolivien.
Seit jeher herrscht in den Anden Eiweißmangel, schon vor 7000
Jahren hat man dort Meerschweinchen gegessen. Nach Europa kamen die
Tiere im 16. Jahrhundert, mit den Spaniern. In Cuzcos Kathedrale
hängt ein Gemälde vom heiligen Abendmahl, auf dem auch Jesus und
seine Jünger Meerschweinchen essen. Erzählt man einem Peruaner, dass
die Tiere bei uns nur zum Streicheln wohnen, müssen sie lachen.
"Das Ding auf meinem Teller sieht aus wie eine gegrillte Ratte",
schreibt GEO-Special-Autorin Amrai Coen. "Als Vegetarierin kann ich
mir Schöneres vorstellen als ein totes Meerschweinchen zum
Mittagessen. Es ist Sonntag, und ich bin bei einer Familie aus Cuzco
eingeladen. Dass ich kein Fleisch esse, nur Fisch, hatte ich
angekündigt. Aber Mutter Hermelinda ist Meerschweinchen-Züchterin. Um
mir zu imponieren, hat sie cuy al horno gemacht,
Ofen-Meerschweinchen. 'Wir essen es nur zu Feiertagen', sagt sie.
'Heute ist ein besonderer Tag, weil du zu Besuch bist!' Ich bin
gerührt und angeekelt. Es gibt kein Besteck, Cuy wird mit den Fingern
gegessen. Knochen knacken und knirschen, ich saue mich ein, es ist
eine Meerschweinerei. Die Konsistenz ähnelt Hühnchenfleisch. Ich
finde: würzig, nach Salz und Knoblauch. Gar nicht schlecht. Ich lasse
den Kopf liegen, nehme an, er sei pure Dekoration. Aber: 'Der Kopf
ist das Beste', sagt der Vater und pult das Fleisch aus den Wangen.
So wie ich das Cuy esse, um nicht unverschämt zu wirken, trinkt die
Familie aus Höflichkeit den Wein, den ich mitgebracht habe - aus
Biergläsern. Wein trinken sie nie, Weingläser haben sie nicht. Jeder
von ihnen kriegt ein paar Schlucke runter. Er schmeckt meinen
Gastgebern nicht. Beim Nachtisch sind wir uns endlich einig: Es gibt
Schnaps."
Das GEO Special "Peru und Bolivien" kostet acht Euro (als
DVD-Edition 15,90 Euro) und ist ab sofort im Handel erhältlich.
Unter www.geo.de/presse-download finden Sie das aktuelle Heftcover
zum Download.
Pressekontakt:
Maike Pelikan
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Telefon +49 (0) 40 / 37 03 - 21 57
Telefax +49 (0) 40 / 37 03 - 56 83
E-Mail pelikan.maike@geo.de
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Datum: 06.10.2010 - 10:00 Uhr
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