taz - Echt grün nur mit Recyclingpapier!
ID: 272713
taz - Echt grün nur mit Recyclingpapier!
Die Tageszeitung taz hat einen CO2-Fußabdruck von rund 5.500 Tonnen CO2 pro Jahr. Für ein verkauftes Exemplar werden demnach rund 300 Gramm Treibhausgase emittiert. Dies hat das Öko-Institut im Rahmen einer aktuellen Untersuchung im Auftrag der taz errechnet. Ziel der Studie war es die Gesamtemissionen des Zeitungsbetriebs über den ganzen Lebenszyklus - also von der Rohstoffgewinnung, die Herstellung, den Transport bis hin zur Abfallbehandlung - zu berechnen. Gleichzeitig haben die Experten des Öko-Instituts einen erweiterten Berechnungsansatz für die Bilanzierung von Treibhausgasen für Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Papier, angewandt.
Zeitungen in Deutschland bestehen durchschnittlich zu etwa 70 Prozent aus Recyclingpapier, was auch in etwa dem Rücklauf von Zeitungen in Deutschland in das stoffliche Recycling entspricht. Der Rest ist Frischfaserpapier - das heißt Papier, das aus Holz hergestellt wird. Wenn Holz als Rohstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, gleich ob sie energetisch oder stofflich genutzt werden, gehen etablierte Ökobilanzen von einer Klimaneutralität aus. Das Öko-Institut erweitert jedoch die Bewertungskriterien und legt den heute durchschnittlichen Recyclingpapieranteil von 70 Prozent als sogenannten Benchmark-Wert zugrunde. Eine Zeitung, die weniger Recyclingpapiere einsetzt, wird mit einem Malus in der Öko-Bilanz belegt - sie erhält Minuspunkte. Eine Zeitung, die mehr Recyclingpapiere bzw. Altpapier zur Herstellung einsetzt, erhält Bonuspunkte.
"Dieses Vorgehen berücksichtigt erstmals, dass auch nachhaltig bewirtschaftete nachwachsende Rohstoffe ein rares Gut sind", erklärt Stefan Seum, Experte für CO2-Bilanzierung von Waren und Dienstleistungen am Öko-Institut. "So werden nachwachsende Rohstoffe zum Beispiel für die Produktion von Bioenergie benötigt, um die Klimaziele zu erreichen. Wir müssen deshalb an anderer Stelle Alternativen in der Nutzung - wie Recycling bei Papier - finden."
Bei der taz trägt die Papierherstellung mit knapp 70 Prozent am stärksten zu den Treibhausgasemissionen der Zeitung bei. In 2007 setzte die taz insgesamt 35 Prozent Druckpapiere auf Recyclingpapierbasis ein. Durch eine Erhöhung auf 100 Prozent Recyclingpapier könnten etwa die Hälfte der papierseitigen Emissionen eingespart werden. Das entspricht über 2.800 Tonnen Treibhausgase (in CO2-Äquivalenten) jährlich. Die taz wird aufgrund der Ergebnisse der Studie bis 2011 ihre Produktion vollständig auf Recyclingpapier umstellen.
Die Analyse ist Teil des Prosa Pro Klima Projekts und wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierten Sozial-Ökologischen Forschungsprogramms (SÖF) durchgeführt. Das Öko-Institut wird bei der Weiterentwicklung der hier erstmals angewandten Methodik künftig intensiv mit Forschungspartnern diskutieren.
Ansprechpartner:
Stefan Seum
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Institutsbereichs Infrastruktur Unternehmen Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Telefon: +49-30/405085-376
E-Mail: s.seum@oeko.de
Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.
Kontakt Pressestelle:
Tel.: +49 761 452 95-22
Fax: +49 761 452 95-88
E-Mail: presse@oeko.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 11.10.2010 - 11:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 272713
Anzahl Zeichen: 4053
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 283 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"taz - Echt grün nur mit Recyclingpapier!"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Öko-Institut e.V. - Institut für angewandte Ökologie (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Waschmaschinen, Wäschetrockner und Kühlschränke innerhalb von 5 Jahren defekt - Verbraucher tauschen funktionierende Flachbildfernseher früher aus Verbraucher und Verbraucherinnen nutzen neu erworbene Produkte heute kürzer als früher. Erste Zwischenergebnisse einer Studie des Umweltbundesam
EEG 3.0: Ein Reformmodell für die Finanzierung der erneuerbaren Energien ab 2017 ...
Erneuerbare Energien-Anlagen sollen ab 2017 für die Bereitstellung von Leistung eine Prämie erhalten anstatt wie bisher für die erzeugte Kilowattstunde Strom. Honoriert wird so vor allem die "systemdienliche" Erzeugung von erneuerbarem Strom. Mit dem neuen Modell soll einerseits ein v
Mehr Kostentransparenz: Effiziente Haushaltsgeräte trumpfen durch Auszeichnung der Energiekosten im Handel ...
Händler können ab sofort Elektro-Haushaltsgeräte zusätzlich zum Kaufpreis mit dem sogenannten Energieindikator auszeichnen. Dieser zeigt an, wie hoch die jährlichen Energiekosten eines Gerätes sind. Vorteil für Konsumentinnen und Konsumenten: Sie sehen so auf den ersten Blick, wie viel Geld
Weitere Mitteilungen von Öko-Institut e.V. - Institut für angewandte Ökologie
Die Sonnensteinheizung, eine ideale Ergänzung zur bestehenden Solaranlage ...
Solaranlagen arbeiten effektiv und liefern kostenlose Energie, die für den Nutzer Energiekosten spart. Neuerdings kann man die bestehende Solaranlage noch besser nutzen, speziell in der Übergangszeit und im Winter. Wie das geht zeigt Ikratos aus Weißenohe: so entwickelten die Solarspezialisten ei
Deutscher Solarpreis vergeben ...
Die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien EUROSOLAR e.V. hat am 9. Oktober im Historischen Ratssaal des Alten Rathauses der Stadt Speyer den Deutschen Solarpreis 2010 vergeben. Die Auszeichnungen wurden von EUROSOLAR-Präsident Dr. Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises,
Neue Online-Plattform Energieberater-2020 ...
Der Bundesarbeitskreis Altbausanierung e.V. (BAKA), das Deutsche Energieberater Netzwerk e.V. (DEN) und der Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker Bundesverband e.V. (GIH) trafen sich auf der Fachmesse RENEXPO® in Augsburg, um die Rahmenbedingungen einer gemeinsamen Plattform für qualifizie
Offshore-Windenergie: Chance für Hafenwirtschaft -- Katherina Reiche kündigt Runden Tisch ?Hafeninfrastruktur für die Offshore-Windenergienutzung? an ...
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche, hat einen Runden Tisch zur Hafeninfrastruktur für die Offshore-Windkraftnutzung angekündigt. "Der Ausbau der Offshore Windenergie ist eine große Chance für die deutschen Häfen und zugleich eine große Hera




