Biodiesel, emotionale Intelligenz und der klimapolitische Sockenschuss
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Die Irrungen der Staatsmänner und -frauen mögen insofern noch entschuldbar sein, als sie einem berufsbedingten Knick in der Wahrnehmung entspringen: Verantwortlich sei in Berlin ja nie der, der sich im Spiegel sieht. „Doch dass die Politiker nun mit ihrer Schuldverschieberei den Wähler als Ziel entdecken, lässt auf einen eklatanten Mangel an emotionaler Intelligenz schließen. Regel eins im gleichnamigen Lehrbuch der neuronalen Weisheiten lautet nämlich: Überzeuge durch eigenes Beispiel! Regel zwei: Erledige Deine Aufgaben zuerst“, fordert Siefer.
Leute wie Frau Künast oder Herr Schnappauf könnten sich zum Beispiel dafür interessieren, dass in Europa weiterhin und nach Belieben Milch und Joghurt, Schweinekeulen und Schinken hin und her gefahren werden. Sie könnten sich anstrengen, China ins Boot der Klimaschützer zu holen. Sie könnten sich massiv für den Schutz des Regenwalds in Brasilien einsetzen. Sie könnten für regionale Großprojekte kämpfen, die klären, wie sich Wasserstoff als Energieträger eignet. Vermutlich werde Herr Söder bald vorschlagen, ab 2030 die Nutzung der Kernfusion per Gesetz vorzuschreiben.
„Den politischen Entscheidern fehlt auch die Intelligenz, die ordnungspolitischen Folgen des eigenen Handelns richtig einzuschätzen. Kritisch ist nicht nur die von Siefer dokumentierte Idiotie bei den kurzatmigen Empfehlungen der Schmalspur-Klimatologen im Parlament. Ärgerlich ist der dissonante Chor der Politiker, die sich mit neuen fiskalischen Folterinstrumenten gegenseitig überbieten und gleichzeitig die Steuerbefreiung für Biodiesel aufheben. Kleinere und mittlere Unternehmen der Biodiesel- und Pflanzenölkraftstoffproduktion stehen deshalb am Rand der Pleite. Die mit Eigenmitteln aufgebaute Distributionsstruktur im Handel und die rund 1.900 öffentlichen Tankstellen für Biodiesel könnten verdrängt werden“, kritisiert Tobias Janßen, Vorstandschef der Beteiligungsgesellschaft Goldfish Holdings in Neuss http://www.goldfish-holdings.com. Klimapolitisch wäre das ein Sockenschuss. Der Deutsche Bauernverband http://www.bauernverband.de erneuert seine Forderung, die Besteuerung von Biodiesel und Pflanzenöl als Reinkraftstoff zu überprüfen. Angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten seien insbesondere kleine und mittlere Hersteller sofort von jeglicher Besteuerung freizustellen. Ohne eine schnelle Reaktion des Gesetzgebers bestehe, dass der Absatz von mehr als der Hälfte der Produktion zusammenbreche und die im Vertrauen auf eine Steuerbefreiung bis 2009 und darüber hinaus geschaffenen Kapazitäten kurzfristig vernichtet würden. Diese werden jedoch benötigt, um bis 2020 einen verbindlichen Mindestanteil von zehn Prozent Biokraftstoffen in Deutschland und der EU zu erreichen.
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Datum: 07.03.2007 - 09:29 Uhr
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