Automobilzulieferer-Studie von PRTM sieht deutsche Unternehmen vorn
Aktuelle Studie von PRTM Management Consultants"Automotive Supplier Mergers&Acquisitions 2010"analysiert die Wettbewerbsfähigkeit und Akquisitionskraft der wichtigsten Automobilzulieferer weltweit. Deutsche Hersteller dürfen nach einem schwierigen Krisenjahr auf deutliche Erholung hoffen.
Gute Ausgangsposition trotz leichter Verschlechterung
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Position der deutschen Unternehmen insgesamt etwas verschlechtert. So befinden sich von den deutschen Automobilzulieferern mit Bayer und Bosch nur noch zwei Unternehmen unter den besten acht. Im letzten Jahr waren noch fünf deutsche Unternehmen auf den vorderen Rängen platziert. "Insgesamt spielt die Abhängigkeit der deutschen Automobilzulieferer vom Premiumsegment eine Rolle für das schlechtere Abschneiden, wie auch die Tatsache, dass sie nicht in dem Umfang wie andere Regionen Arbeitskräfte abgebaut haben. Darüberhinaus spielen individuelle Entwicklungen eine Rolle. So wurden von einigen Unternehmen Akquisitionen getätigt. Diese beeinträchtigen normalerweise die Finanzposition des Aufkäufers", sagt Dr. Norbert Wittemann, Geschäftsführer von PRTM Management Consultants und Autor der Studie.
BASF, im letzten Jahr noch zweiter im Ranking, belegt jetzt den 12. Platz. Ebenso verloren einige Plätze die im Vorjahr gut platzierten Hersteller Elring-Klinger und Knoor-Bremse. Inbesondere die Prozessindustrie, also Kunststoffteile- , Guss- und Stahlunternehmen, ist überdurchschnittlich hart getroffen worden. Thyssen Krupp war mit steigenden Rohwarenpreisen konfrontiert, die nicht an die eigenen Kunden weitergegeben werden konnten.
Stammbelegschaften werden zum Wettbewerbsvorteil
Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig. Global gesehen konnten Unternehmen ihre Position verbessern, denen es gelungen ist, ihre Personalkosten rasch und deutlich zu reduzieren, vor allem in den USA und Japan. Ein wesentlicher Grund für das schlechtere Abschneiden der deutschen Zuliefererindustrie liegt aber darin, dass die deutschen Automobilzulieferer stärker als andere in Europa, Nordamerika oder Asien vom Premiumsegment abhängen. Dieses konnte beispielsweise von der Abwrackprämie, die eine Absatzverlagerung hin zu Mittelklasse und Kleinwagen bewirkte, nicht in gleichem Umfang wie die kleinen Klassen profitieren. "Für die deutschen Automobilzulieferer stellen aber die heimischen OEMs aus dem Premiumsegment wichtige Kunden dar", erläutert Norbert Wittemann.
Die Studienergebnisse legen jedoch nahe, dass die deutschen Unternehmen vom bevorstehenden Aufschwung überproportional profitieren könnten. Gründe liegen vor allem in der Personalpolitik. Zwar haben auch deutsche Unternehmen in der Krise Personal abgebaut. Im Vergleich zu den Unternehmen im NAFTA-Raum oder in Asien ist das jedoch in geringerem Umfang passiert und sie konnten mit Hilfe staatlicher Stützungsmaßnahmen wie Kurzarbeit ihre Stammbelegschaften besser halten. "Weil es den deutschen Unternehmen gelungen ist, mit nahezu unveränderten Stammbelegschaften durch die Krise zu kommen, sind sie in der aktuell guten Auftragslage ohne Anlaufzeiten lieferfähig", sagt Norbert Wittemann. Dies stelle bereits jetzt einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar.
Die untersuchten Unternehmen (Reihenfolge wie Platzierung):
Bayer; Denso; Valeo; Matsushita Electric; DuPont; Delphi; Bridgestone; Michelin; Bosch; Hitachi; Continental; ElringKlinger; Aisin Seiki; TRW Automotive; Sumitomo Electric; Autoliv; BASF; Johnson Controls; Knorr-Bremse; Magna; GKN; ZF; Freudenberg; Evonik Degussa; Goodyear; Federal Mogul; ThyssenKrupp; Toyota Boshoku; Calsonic Kansei; Benteler; Faurecia; Dana; Grammer; Lear; Rieter; Georg Fischer; LEONI; Arvin Meritor.
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Datum: 18.10.2010 - 12:32 Uhr
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