UN-Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt: Verhandlungen zur Rettung der Welt
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UN-Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt: Verhandlungen zur Rettung der Welt
In Nagoya müsse ein Rettungsplan der Biosphäre für den Zeitraum nach 2010 und ein konkret formuliertes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht werden, das alle Staaten zur Umsetzung bis 2020 verpflichtet. Großen Nachholbedarf gebe es bei der Ausweisung und Finanzierung von Schutzgebieten. Insbesondere auf hoher See schreite die Plünderung der Ozeane ungebremst voran. Nur etwa ein Prozent der Hohen See ist geschützt. Der WWF fordert, bis 2020 mindestens 20 Prozent der Erdoberfläche unter Naturschutz zu stellen. Zentraler Punkt bei den Verhandlungen sei überdies ein rechtlich bindendes Protokoll, das die Biopiraterie beenden soll. Darin müssen die Rechte der indigenen Völker und lokalen Gemeinden berücksichtigt und ihre Beteiligung an ihren Naturschätzen sichergestellt werden. "Wenn es gelingen soll, mit südamerikanischen oder afrikanische Länder, die über enorme Naturschätze verfügen, den Rettungsplan durchzusetzen, muss man die Menschen an den wirtschaftlichen Gewinnen aus dem biologischen Reichtums ihrer Länder beteiligen", betont Günter Mitlacher vom WWF. Er fordert die Staatengemeinschaft auf, das sogenannte ABS-Protokoll erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Andernfalls seien der Rettungsplan und der Erfolg der gesamten Konferenz gefährdet.
Die Verhandlungen in Japan biete überdies die Gelegenheit, endlich ein gemeinsames Programm zum Thema Klimawandel und biologische Vielfalt in Angriff zu nehmen. Es gehe vor allem darum, die Vernichtung der Wälder zu stoppen und sie sowohl als Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen, als auch als Kohlendioxydspeicher zu bewahren. In Nagoya geht es nicht nur um mehr Geld für den Naturschutz, sondern auch darum, schädliche Subventionen zu streichen. Der WWF verweist darauf, dass weltweit Jahr für Jahr 670 Milliarden Euro an Staatshilfen in Branchen fließen, die wesentlichen Anteil an der Zerstörung der Natur haben. Diese fatale Fehlentwicklung müsse gestoppt und die Vergabe der Mittel an ökologische Kriterien geknüpft werden. Nur so lasse sich eine nachhaltige Wirtschaftsweise fördern und die Leistungen der Natur für die Menschheit sichern.
Kontakt
Günter Mitlacher
Leiter Biologische Vielfalt beim WWF Deutschland
z.Zt. in Nagoya
Tel. in Japan: +81 80 1012 8991
Jörn Ehlers
Pressestelle
Tel.: 0 30 / 30 87 42-12
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Datum: 18.10.2010 - 15:46 Uhr
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