Ausländische Unternehmensübernahmen: Keine negativen Folgen für Beschäftigung und Produktivität
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Ausländische Unternehmensübernahmen: Keine negativen Folgen für Beschäftigung und Produktivität
Mit etwa drei Prozent befindet sich nur ein sehr kleiner Teil der Betriebe in Deutschland in ausländischem Eigentum. Diese Unternehmen beschäftigen etwa sieben Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland. Sie sind nicht nur mehr als doppelt so groß wie inländische Betriebe, sondern auch produktiver und exportorientierter als der Durchschnitt der Betriebe. Firmen mit ausländischen Mehrheitseigentümern sind besonders häufig in Hamburg, Bremen, Berlin und Hessen angesiedelt. In den ostdeutschen Bundesländern finden sich dagegen nur wenige Unternehmen in Auslandseigentum.
"Wir haben untersucht, welche Eigenschaften ein Betrieb haben muss, um für einen ausländischen Investor interessant zu sein, und wie sich die Übernahme auswirkt", sagte Mattes. Es zeigte sich, dass - aus unterschiedlichen Motiven - sowohl Betriebe mit einer eher niedrigen als auch solche mit einer überdurchschnittlichen Produktivität relativ häufig Ziel von Übernahmen werden. Deutsche Unternehmen, die eine gute Marktstellung in Deutschland haben oder sehr exportstark sind, werden gerne übernommen, weil sie dem ausländischen Investor den deutschen Absatzmarkt erschließen. Unternehmen mit einer niedrigen Produktivität bieten wiederum die Möglichkeit der Produktivitätssteigerung. Dagegen werden Betriebe mit einer durchschnittlichen Produktivität relativ selten übernommen.
In den ersten zwei Jahren nach einer Übernahme zeigen sich weder bei der Beschäftigung noch bei der Produktivität signifikante Veränderungen im Vergleich zu vergleichbaren Unternehmen, die nicht von ausländischen Investoren übernommen worden sind. Hingegen stieg die Exportrate bei den übernommenen Betrieben signifikant. Der Experte führt die positiven Effekte einer Übernahme auf die Einbindung eines Betriebs in das internationale Netzwerk eines ausländischen multinationalen Unternehmens zurück. "Dies können Technologietransfers, Synergie- und Marktmachteffekte sein oder schlicht ein professionelleres Management", so Mattes.
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Datum: 20.10.2010 - 10:16 Uhr
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