Außergewöhnlicher RWE-Film nach Jahrzehnten erstmals wieder im Kino
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Außergewöhnlicher RWE-Film nach Jahrzehnten erstmals wieder im Kino
? Wirtschaftsarchive zeigen Filme aus der Zeit, als der Pott noch kochte
Poppige Rhythmen, Kritik an Konsum und Umweltverschmutzung und zum Ende ein entschiedenes Plädoyer für die Kernkraft: Der 1974 für RWE gedrehte Film "Straße ohne Wiederkehr" - der ganz den Geist der frühen siebziger Jahre atmet - ist nicht nur inhaltlich außergewöhnlich als Industriefilm. Zu sehen ist er am Sonntag, 31. Oktober, im Rahmen der Veranstaltung "Industriefilm Ruhr 2010" im Essener Filmstudio Glückauf.
"Was, das soll ein Industriefilm sein?", schoss es mir durch den Kopf, als ich den Film das erste Mal sah", sagt Hans-Georg Thomas vom Historischen Konzernarchiv der RWE. Zu Beginn des Films beschwört die Sängerin Su Kramer vor einem geradezu psychedelisch angehauchten Hintergrund mit dem Lied von der "Straße ohne Wiederkehr" eine an Müll und Verschmutzung zugrunde gehende Welt. Und es geht weiter mit Bildern verschmutzter Flüsse, überbordender Müllhalden und im Verkehr erstickender Städte.
Der am 5. März 1974 im Essener Kino Lichtburg uraufgeführte Film greift geschickt die Diskussion der 1970er Jahre um die Grenzen des wirtschaftlichen Wachstums und die damit verbundene Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen auf. Daraus entwickelt sich ein Plädoyer gegen die zunehmende Technik- und Industriefeindlichkeit. Nur Technik könne helfen, die Lebensqualität der Menschen weiter zu verbessern und das größte anstehende Problem - eine zuverlässige Energieversorgung der rapide wachsenden Weltbevölkerung - zu lösen. Allein die Kernkraft sei in der Lage, den rasant ansteigenden Energiehunger der Menschheit sicher und wirtschaftlich zu stillen. So endet der Film mit den beschwörenden Worten "Wir müssen Kernkraftwerke (?) bauen. Weil schon die nächsten Generationen keine sauberen Energiequellen mehr haben werden, die ihre einzige Chance sind, zu überleben. Tun wir das nicht, dann werden wir erfahren, dass es kein Zurück mehr gibt. Dass diese Straße ohne Wiederkehr niemals betreten werde, liegt in der Hand jedes Einzelnen. Ist Aufgabe der menschlichen Vernunft."
"In der Zusammenfassung klingt das wie eine unzeitgemäße Belehrung, aber ?Straße ohne Wiederkehr? ist ein gut gemachter, kurzweiliger Film", sagt Archivar Hans-Georg Thomas. "Er nimmt mit eindrucksvollen, sorgfältig komponierten Bildern, vielfältigen filmischen Mitteln und der geschickten Verwendung von Musik zeitgenössische Stimmungen auf und wirbt geschickt für sein Anliegen. Ein im besten Sinne außergewöhnlicher Industriefilm."
Gemeinsam mit dem Historischen Konzernarchiv von RWE zeigen am Nachmittag zehn weitere Wirtschaftsarchive aus der Region ihre besten Industriefilme aus acht Jahrzehnten. Am Abend laufen dann drei Filme über das Ruhrgebiet aus den Jahren 1925, 1957 und 1964, die eindrucksvolle Bilder aus der Zeit zeigen, als der Pott noch kochte. "Die Filme sind sonst selten oder gar nicht öffentlich zu sehen", betont Thomas. "Da ist so manches Juwel dabei, das darauf wartet, von einem größeren Publikum entdeckt zu werden."
Industriefilm Ruhr spezial
Sonntag, 31. Oktober 2010,
14.00 bis 19.00 Uhr und
20.00 bis 23.30 Uhr im
Filmstudio Glückauf
Rüttenscheider Straße 2
45128 Essen
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Datum: 28.10.2010 - 13:15 Uhr
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