Europäisches MIT stirbt vor der Geburt – Virtuelles Institut als Alternative?

Europäisches MIT stirbt vor der Geburt – Virtuelles Institut als Alternative?

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(firmenpresse) - Bonn/Neuss – Ein europäisches Institut für Spitzenforschung und Technologietransfer nach dem Vorbild des Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://web.mit.edu bleibt wohl nur ein Traum des EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso. Im Jahr 2005 schlug die Kommission auf seine Initiative hin vor, ein großes Institut für technologisch ausgerichtete Forschung zu gründen, da die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Produkte seit langem als eine Schwäche Europas gilt. Das „European Institute of Technology“ (EIT) sollte Abhilfe schaffen, berichtet Jürgen Kaube in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) http://www.faz.net.

Eine soeben im Auftrag des Europäischen Parlaments http://www.europarl.de publizierte Studie komme zu dem Ergebnis, dass es in der EU große Unterschiede nationaler Innovationskraft gebe. Darum eigne sich das geplante EIT keinesfalls dazu, Ungleichgewichte der europäischen Forschungspolitik auszugleichen. „Im Klartext: Die Einrichtung eines Instituts der Spitzenforschung würde dem Gedanken widerstreben, alle europäischen Nationen könnten sich daran auf gleiche Weise beteiligen“, so Kaube.

Bereits im vergangenen Jahr hätten die EU-Mitgliedsstaaten den Plan einer zentralen Forschungs- und Studieneinrichtung verworfen. Stattdessen, so der Vorschlag der Kommission im November 2006, solle das EIT als ein „virtuelles Institut“ mit mehreren kleinen Standorten und einer Reihe von Forschungsnetzwerken zu ausgewählten Themen eingerichtet werden. Kostenvoranschlag: 2,4 Milliarden Euro. Die Finanzierung sei allerdings bis heute unklar. „Eine zentrale Einrichtung würde zu wenig Kontakt zu den schon existierenden und oft sehr gut funktionierenden Technologie-Einrichtungen der universitären und außeruniversitären Forschung besitzen. Ein vollkommen dezentralisiertes, virtuelles EIT hingegen widerspreche dem Gedanken des erstrebten Technologietransfers, der nur durch regionale Kooperation zu verwirklichen sei“, zitiert der FAZ-Wissenschaftsredakteur aus dem Gutachten.



Dieses schlage nun vor, bis zu 20 kleinere „European Institutes for Technology“ einzurichten, jedes mit einem eigenen Forschungsthema, etwa 300 festen Mitarbeitern und einem Budget von höchstens 70 Millionen Euro sowie institutionalisierten Kontakten zu europäischen Industrieunternehmen. Als amerikanisches Modell dafür werde das Cold Spring Harbor Laboratory (New York), ein biomedizinisches Technologiezentrum im Staat New York genannt.

„Die Deutschen forschen, die Geschäfte machen die anderen. Sie versäumen es, ihre Erfindungen in marktfähige Produkte zu verwandeln. Dies ist auch das Problem der Europäer. Mehr Zentralismus und mehr Geld führt nicht zu größeren Erfolgen beim Technologietransfer. Wir Europäer können von den Amerikanern lernen, wie Wissenschaft und Wirtschaft besser vernetzt werden können“, sagte Tobias Janßen von der Neusser Beteiligungs- und Beratungsgesellschaft Goldfish Holdings http://www.goldfish-holdings.com. „Wir beobachten das hier zu Lande schon seit langem: Es reicht nicht aus, bei Patentanmeldungen oder in bestimmten Forschungsdisziplinen spitze zu sein. Die daraus entstehenden Produkte müssen auch zur Marktreife gebracht werden. Man muss mit ihnen Geld verdienen können.“

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