Europäische Biokraftstoff-Ziele fördern ökologische und soziale Konflikte - Studie belegt massive CO2-Emissionen und Landnutzungsänderungen
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Europäische Biokraftstoff-Ziele fördern ökologische und soziale Konflikte - Studie belegt massive CO2-Emissionen und Landnutzungsänderungen
"Die Untersuchung macht deutlich, dass eine Fläche ungefähr so groß wie Bayern in intensive Ackerkulturen oder Plantagen umgewandelt werden müsste. Wenn die EU-Mitgliedstaaten ihre Ziele im Bereich der Agrokraftstoffe nicht korrigieren, sind daher gravierende Konsequenzen für Klimaschutz und Ökosysteme weltweit zu befürchten", sagt NABU-Agrarexperte Florian Schöne.
Nach Angaben der Nationalen Aktionspläne sollen die Agrokraftstoffe bis zum Jahr 2020 9,5 Prozent des gesamten Treibstoffbedarfs im Verkehrssektor ausmachen, wovon über 90 Prozent aus angebauten Energiepflanzen kommen. Wenn dabei die indirekten Landnutzungsänderungen einbezogen werden, die durch eine Verdrängung der bisherigen Lebensmittelerzeugung auf andere Standorte entstehen, so ist mit zusätzlichen Treibhausgasemissionen in Höhe von 27 bis 56 Millionen Tonnen Kohlendioxid zu rechnen. Die Treibhausgasbilanzen der Agrokraftstoffe sind damit nach Berechnungen des IEEP im Schnitt um 81 bis 167 Prozent schlechter als fossile Kraftstoffe.
"Die Studie bestätigt die schlimmsten Befürchtungen zu den Schäden von Agrokraftstoffen für Umwelt und Klima. Die Umwandlung von Wald, Weideland oder Moorflächen in Ackerland und Plantagen führt dazu, dass deutlich mehr Kohlendioxid freigesetzt wird, als später durch die vermeintlichen Biokraftstoffe eingespart wird", so Corinna Hölzel, Waldexpertin von Greenpeace.
Die EU-Kommission diskutiert derzeit über die negativen Folgen so genannter indirekter Landnutzungsänderungen für die Klimaschutzpolitik.
Schon jetzt bestehen große Zweifel, ob Ethanol und Biodiesel zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes im Verkehr überhaupt helfen können. Die Umweltverbände rufen die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, ihre Ausbauziele für Agrokraftstoffe einzufrieren und die Konsequenzen der indirekten Landnutzungsänderungen in die Treibhausgasbilanzen der Kraftstoffe einzubeziehen.
"Agrokraftstoffe sind keine klimafreundliche Lösung für unseren Energiebedarf, sondern sie verdrängen vor allem in tropischen Ländern die lokale Bevölkerung, den Lebensmittelanbau und natürliche Ökosysteme wie Regenwälder", so Reinhild Benning, Agrarexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Solange die gesamten Konsequenzen der Agrokraftstoffe für Umwelt und Klima nicht berücksichtigt würden, müsse die Politik die Beimischungsziele grundsätzlich in Frage stellen.
Eine deutsche Kurzfassung der Studie ist im Internet zu finden unter www.nabu.de/biokraftstoffe
Die englischsprachige Langfassung steht ab dem 8. November unter www.nabu.de zur Verfügung.
Für Rückfragen:
Florian Schöne, NABU, Tel. 030-284984-1615
Corinna Hölzel, Greenpeace, Tel. 0171-8787833
Reinhild Benning, BUND, Tel. 030-27586481
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Datum: 08.11.2010 - 10:15 Uhr
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