Ebbe am Ausbildungsmarkt:
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DIHK sieht Chancen für so genannte Altbewerber - Ingenieurberufe brauchen mehr Werbung

(firmenpresse) - Berlin/Düsseldorf, 11. November 2010 - Der Lehrstellenmarkt scheint leergefegt. Das
Angebot übersteigt derzeit deutlich die Nachfrage. Darauf weist Hans Heinrich Driftmann
hin, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK)
http://www.dihk.de. Demnach wurden bis Ende Oktober bundesweit 327.000 neue
Ausbildungsverträge registriert. Das sind, trotz demografiebedingtem
Schulabgängerrückgang von drei Prozent, 0,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
„Dabei klafft eine große Lücke zwischen den alten und den neuen Bundesländern. In
Westdeutschland gibt es einen Zuwachs von 2,0 Prozent. In Ostdeutschland liegen die
Vertragszahlen knapp 8 Prozent unterhalb des Vorjahresniveaus“, erläutert Driftmann.
Diese insgesamt unerwartet gute Entwicklung weise darauf hin, „dass die Betriebe vor
dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels bereit sind, auch schwächeren
Schulabgängern eine Chance zu geben beziehungsweise noch stärker auf so genannte
Altbewerber zurückzugreifen.“ Der positive Trend werde durch die letzten Zahlen der
Bundesagentur für Arbeit http://www.arbeitsagentur.de bestätigt. Ende September waren
bundesweit noch knapp 20.000 freie Lehrstellen gemeldet – und das bei nur 12.300
unversorgten Bewerbern. „Das Angebot übersteigt damit deutlich die Nachfrage.
Altbewerber, die noch keine Stelle gefunden haben, sollten diese Situation nutzen und
sich bei den Nachvermittlungsaktionen noch um einen Ausbildungsplatz bewerben“,
empfiehlt der DIHK-Präsident. Der Ende Oktober unter Federführung des DIHK
verlängerte Ausbildungspakt trage der demografischen Trendwende Rechnung. Die
Paktpartner wollen Ausbildungsreife und Berufsorientierung verbessern, die Potenziale
von Leistungsschwächeren, Altbewerbern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
erschließen, aber auch Leistungsstarke für eine duale Ausbildung begeistern. Nur so
lasse sich das Ziel der Paktpartner erreichen, weiterhin jährlich 60.000 neue
Ausbildungsplätze und 30.000 neue Ausbildungsbetriebe zu gewinnen.
Unterdessen wird das Phänomen des Fachkräftemangels offensichtlich mit jedem Monat
spürbarer. „Rund zwei Drittel aller 176 Arbeitsagenturen berichten demnach von großen
Engpässen in Metallberufen, bei Ingenieuren und bei Ärzten. Noch schwieriger sei die
Lage bei Kranken- und Altenpflegern. Diese seien in über 90 Prozent der
Arbeitsagenturen schwer zu finden“, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters
http://www.reuters.com unter Berufung auf eine Sprecherin der Bundesagentur. „Einen
Anhaltspunkt gebe auch das Verhältnis von gemeldeten Arbeitslosen und gemeldeten
Stellen. Bundesweit gab es der Sprecherin zufolge im Juli rechnerisch 7,5 Arbeitslose für
eine gemeldete offene Stelle. Bei weniger als drei Arbeitslosen pro offener Stelle werde
von einem Engpass ausgegangen. Deutlich unter dieser Marke lagen Metallverformer,
Metallverbinder, Feinblechner und Elektriker, aber auch akademische Berufe wie
Ingenieure und Ärzte“, so die Agentur.
Nach einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft http://www.iwkoeln.de
fehlten allein im Juli dieses Jahres 36.800 Ingenieure. „Im Vergleich zu den Geistes- und
Sozialwissenschaften gelten insbesondere Ingenieurwissenschaften als harte Fächer”,
sagt Udo Nadolski, Geschäftsführer des auf Technical Recruitment und Outsourcing
Services spezialisierten Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de. Hierfür
müsse verstärkt geworben werden, um langfristig die Personallücken zumindest zu
verkleinern. „Die Hochschulen, aber auch Branchenverbände, müssen deshalb noch
intensiver als bisher an den Schulen für Ingenieurwissenschaften werben. So gibt es ja
mittlerweile in den Oberstufen zahlreiche Informationsangebote, wo Experten der
Arbeitsagenturen, der Studienberatungen oder der Wirtschaftsunternehmen den Schülern
Rede und Antwort stehen”, so der Düsseldorfer Personalexperte, nach dessen Ansicht
der Mangel an Spezialisten viele Unternehmen zukünftig stärker beeinträchtigen wird als
Bürokratie oder Lohnkosten. Zudem gebe es zahlreiche Ingenieure, die in ihren
Unternehmen neben ihrer eigentlichen Aufgabe, der Entwicklung und Konstruktion,
administrative und bürokratische Aufgaben bewältigen müssten. Hier gebe es durch
interne Organisationsreformen sicher noch manches zu verbessern.
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