Sozialministerium und hessische Bäcker gegen Gewalt an Frauen

Sozialministerium und hessische Bäcker gegen Gewalt an Frauen

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Sozialministerium und hessische Bäcker gegen Gewalt an Frauen




(pressrelations) - ötchentütenaktion steht unter dem Motto: 'Gewalt kommt mir nicht in die Tüte'

1,2 Millionen Brötchentüten mit dem Aufdruck "Gewalt kommt mir nicht in die Tüte" werden ab Samstag, 20. bis Samstag, 27. November über die Verkaufstheken von Hessischen Bäckereien gehen. Anlass ist der 25. November, der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Seit 1981 setzen sich jährlich an dem Aktions- und Gedenktag Menschen für ein Ende der Diskriminierung und jeder Gewalt an Frauen ein. Sie kämpfen weltweit für die Einhaltung von Menschenrechten gegenüber Mädchen und Frauen. Die Auftaktveranstaltung am 19. November in Wiesbaden leitet die Brötchentüten-Aktionswoche ein. In 21 Landkreisen und kreisfreien Städten haben Frauenbeauftragte die erste hessenweite Brötchentütenaktion vorbereitet ? gemeinsam mit dem Bäckerinnungsverband Hessen, dem hessischen Sozialministerium, mit Netzwerken gegen häusliche Gewalt und den örtlichen Bäckereien.

Koordiniert wird dies vom Bäckerinnungsverband Hessen, den Sprecherinnen der Landesarbeitsgemeinschaft der Hessischen Frauenbüros (LAG) und Susanne Herz, Frauenbeauftragte im Kreis Bergstraße. Begleitet von weiteren Aktionen vor Ort wollen die Akteure darauf aufmerksam machen, dass häusliche Gewalt keine Privatsache ist. Um bestehende Hilfsangebote bekannter zu machen, sind Informationen zu den regionalen Hilfseinrichtungen wie z.B. Frauenhäusern und regionale Adressen von Beratungsstellen auf der Rückseite der Brötchentüte aufgedruckt. Die Rückseite sieht in jedem Landkreis anders aus. Die Vorderseite der über eine Million Brötchentüten ist hessenweit mit "Gewalt kommt mir nicht in die Tüte" und "?denn Gewalt in der Familie und in anderen sozialen Beziehungen ist keine Privatsache" bedruckt.

Die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper, Landesinnungsmeister Wolfgang Schäfer vom Bäckerinnungsverband Hessen, stv. Obermeister Walser, Christa Winter und Rita Czymai, als Sprecherinnen und Verantwortliche der LAG der Hessischen Frauenbüros und Susanne Herz Frauenbeauftragte des Landkreises Bergstraße, stellten heute die gemeinsame Kampagne gegen häusliche Gewalt in Wiesbaden vor. "Erst die gemeinsame Zusammenarbeit hat das Projekt auf Landesebene möglich gemacht", betonten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Aktion. "Seelische und körperliche Gewalt in der Partnerschaft sind kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Es handelt sich dabei um kriminelle Energie, die geächtet und bekämpft werden muss. Hierbei muss es vor allem unser Ziel sein, das Thema ?Häusliche Gewalt? aus der Tabuzone herauszuholen, zu sensibilisieren und auf Hilfsangebote hinzuweisen", betonte Staatssekretärin Petra Müller-Klepper. "Durch die gemeinsame, hessenweite Brötchentütenaktion ist es möglich, gleichzeitig Prävention und Informationen an die hessischen Bürgerinnen und Bürgern heranzutragen. So kann häusliche Gewalt aus dem Privatbereich herausgeholt und in der Öffentlichkeit und im Alltag thematisiert werden."



Die Veranstalter/innen verfolgen neben der Sensibilisierung und Ächtung häuslicher Gewalt ein weiteres Anliegen. "Die finanzielle Absicherung der Einrichtungen, die von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder unterstützen, muss unbedingt verbessert werden", betonte Christa Winter. Beratungsstellen und Frauenhäuser hätten oftmals Schwierigkeiten, ihre wichtige Arbeit ausreichend zu finanzieren.

Seit der Einführung des Gewaltschutzgesetzes im Jahre 2002 wurden hessenweit bis zum Jahr 2009 53.411 Fälle von häuslicher Gewalt polizeilich erfasst. Die Dunkelziffer liegt bei diesen Delikten aber deutlich darüber. Die Opfer sind meistens weiblich (86,7% ). Auch Kinder sind betroffen. Untersuchungen zeigen, dass Frauen im Schnitt sieben Jahre in einer Gewaltbeziehung leben, bevor sie Hilfe suchen. Der Anstieg um 3,7% von 7.271 Fällen im Jahr 2008 auf 7.541 Fälle häuslicher Gewalt im Jahr 2009 in Hessen ist dadurch zu erklären, dass das Thema immer stärker aus dem Dunkelfeld geholt wird. Eine größere Anzeigebereitschaft macht die "Dunkelfeldaufklärung" möglich. Die öffentliche Thematisierung wie in der landesweiten Brötchentütenaktion führen dazu, dass das Tabu und das Schweigen gebrochen werden und mehr Opfer häuslicher Gewalt den Mut haben, den Täter (87,4% männliche, 12,6% weibliche Tatverdächtige ) anzuzeigen.

Die kommunalen Frauenbüros und die Netzwerke gegen häusliche Gewalt freuen sich daher über die Zusammenarbeit mit den Bäckerinnungen, denn hierdurch wird eine große Verbreitung von Informationen zu Hilfsangeboten möglich. Dieser neue Weg der Informationsverbreitung erreicht Menschen, die sonst vermutlich wenig über Hilfsangebote erfahren. In zahlreichen Kommunen werben auch die Landräte und Ober/Bürgermeister/innen gemeinsam mit den Obermeistern der Bäckerinnung vor Ort und Akteure durch öffentlichkeitswirksame Aktionen.

Organisatoren:
Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin des Hessischen Sozialministeriums

Maja Weise, Leiterin der Stabstelle Frauenpolitik

Wolfgang Schäfer, Landesinnungsmeister des Bäckerinnungsverbands Hessen

Stefan Körber, Geschäftsführer des Bäckerinnungsverbands Hessen

Dirk Walser, stv. Obermeister der Bäckerinnung Wiesbaden-Rheingau-Taunus und Bäckermeister von Walser Brot

Christa Winter, Sprecherin der LAG Hessischer Frauenbüros und Frauenbeauftragte der Universitätsstadt Marburg

Rita Czymai, Sprecherin der LAG Hessischer Frauenbüros und Frauenbeauftragte des Rheingau-Taunus Kreis

Susanne Herz, Frauenbeauftragte des Landkreises Bergstraße Kathrin Rahn Landespolizeipräsidium


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Datum: 19.11.2010 - 17:15 Uhr
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