Babys an der Promillegrenze
Alkohol schädigt das Kind im Mutterleib.
Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am SRH Wald-Klinikum Gera klärt auf über Risiken und Therapie.
Die kleine Meike spielt unbeschwert auf dem Spielplatz. Die meisten ihrer Freunde sind größer als sie, aber daran hat sie sich mittlerweile gewöhnt. Dass sie beim Lernen ein bisschen länger braucht als die anderen, ist für sie nichts Neues. Meikes Mama ist trocken, aber in der Schwangerschaft bestimmte noch die Sucht ihren Alltag – leider mit schweren Folgen für Meike.
Alkoholgenuss in der Schwangerschaft birgt hohe Risiken. Wird Alkohol täglich konsumiert, ist eine lebenslange Schädigung des Kindes unvermeidbar. In Deutschland kommen jährlich ca. 3.000 – 4.000 Babys mit dem sogenannten Fetalen Alkohol Syndrom (FAS) auf die Welt. Dieses bezeichnet die vorgeburtliche Schädigung des Kindes durch Alkohol. Nur zwei von zehn schwangeren abhängigen Frauen können auf das Trinken verzichten. „Bereits ab relativ geringen Mengen pro Tag ist eine Beeinträchtigung des Kindes unvermeidbar. Ab einer Flasche Wein (0,75 l) oder drei Flaschen Bier (0,5 l) pro Tag muss mit schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes durch Alkohol gerechnet werden, dem Fetalen Alkohol Syndrom“, sagt Prof. Dr. Jörg Seidel, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am SRH Wald-Klinikum Gera.
Geistige und körperliche Störungen, die oft gemeinsam auftreten, sind die Folgen. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom) und Entwicklungsverzögerungen bis hin zur deutlichen geistigen Behinderung zählen zu den häufigsten Symptomen. Die Kinder alkoholkranker Mütter sind oft sehr klein und zeigen Anomalien an Gesicht und Körper.
Neben diesen Auffälligkeiten bringt das FAS häufig psychische Probleme mit sich. Typisch sind Minderwertigkeitskomplexe, die Zurückgezogenheit oder Aggressivität hervorrufen. Viele dieser Kinder wachsen in Pflegefamilien auf. Auch bei Meike war am Anfang nicht klar, ob sie bei ihrer suchtkranken Mutter bleiben kann. Nachdem diese jedoch eine Entziehungskur hinter sich hatte, entschied das Jugendamt Meike bei ihrer Mutter zu lassen. Eine gezielte Frühförderung, um die Defizite auszugleichen, war jedoch die Bedingung.
In Frühförderstellen und integrativen Kindereinrichtungen werden betroffene Kinder therapiert. Die Frühfördereinrichtungen in Gera arbeiten eng mit der SRH Fachhochschule für Gesundheit zusammen. Diese bildet bisher als bundesweit einzige Hochschule Fachkräfte im Bachelorstudiengang „Interdisziplinäre Frühförderung“ (IFF) aus. Bereits während des Studiums setzen die Studierenden ihr Wissen praxisnah in einem Praktikumssemester im In- und Ausland um.
„Um Entwicklungsverzögerungen zu behandeln, ist die Frühförderung interdisziplinär aufgestellt. Das heißt, Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten und Heilpädagogen arbeiten Hand in Hand. Dadurch werden Behinderungen gemildert und die jungen Patienten so gut es geht dem Entwicklungsstand ihrer Altersgenossen angepasst“ sagt Prof. Seidel.
Eine bleibende Schädigung des Kindes ist jedoch vermeidbar. Meikes Mama hätte früher reagieren müssen. Suchtberatungsstellen und die Psychiatrische Klinik des SRH Wald-Klinikums Gera bieten psychologische Beratungsgespräche an, auf Wunsch auch anonym. Im Idealfall sollte sich eine alkoholabhängige Frau jedoch vor einer Schwangerschaft einer ambulanten oder stationären Suchtbehandlung unterziehen. Meike hätte es dadurch heute wesentlich leichter.
Am SRH Wald-Klinikum Gera ist in der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im August 2010 eine Station für Abhängigkeitserkrankungen zur Durchführung einer qualifizierten Entzugsbehandlung eröffnet worden. Im Fokus stehen Patienten mit einer Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten und illegalen Substanzen.
Möglichkeiten einer Beratung für Schwangere mit einer Abhängigkeit bestehen über die Psychiatrische Institutsambulanz (Telefon: 0365 / 828 4517); zur stationären Entzugsbehandlung informiert die Station P11 (Telefon: 0365 / 8284610).Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
SRH Bildung & Gesundheit
Die SRH ist ein führender Anbieter von Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen. Sie betreibt bundesweit private
Hochschulen, Bildungszentren, Schulen und Krankenhäuser. Vorstandsvorsitzender ist Prof. Klaus Hekking. Mit 8.000 Mitarbeitern betreut die SRH 250.000 Bildungskunden und Patienten im Jahr und erwirtschaftet einen Umsatz von 600 Mio. €. Zur SRH Kliniken GmbH gehören sieben Krankenhäuser mit 2.800 Betten in Baden-Württemberg und Thüringen. Der Unternehmensverbund steht im Eigentum der SRH Holding, einer gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Heidelberg. Ziel der SRH ist es, die Lebensqualität und die Lebenschancen ihrer Kunden zu verbessern.
Datum: 01.12.2010 - 15:47 Uhr
Sprache: Deutsch
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Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Frau Susann Lorenz
Stadt:
Heidelberg
Telefon: 06221-8223227
Kategorie:
Behandlung & Beratung
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