Millionenverluste durch Wettmonopol
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Private Anbieter beschneiden Budgets fürs Sport-Sponsoring
Unterdessen hat Wetten.de http://www.digibet.com, bislang Werbepartner von Hertha BSC Berlin und TSV 1860 München, sein komplettes Engagement im deutschen Sport-Sponsoring eingestellt. Die Und die Bwin-Millionen fließen jetzt an den spanischen Rekordmeister Real Madrid, dessen Ballkünstler Medienberichten zufolge ab der neuen Saison den Schriftzug des Sportwettenanbieters überall in Europa auf ihren weißen Trikots präsentieren werden. Nach Analysen des Magazins hat zwar auch der staatliche Anbieter Oddset http://www.oddset.de seine Werbemaßnahmen eingeschränkt, allerdings mit einem Taschenspielertrick: „Denn Lotto, der Mutterkonzern von Oddset, sprang kurzerhand in die Presche und hat von den bislang investierten 7,5 Millionen Euro kurzerhand vier Millionen übernommen.“ Schließlich sei Studien zufolge die Suchtgefahr bei Lotto weniger groß als bei Sportwetten, weswegen das Werbe-Engagement des Lottoblocks weniger kritisch gesehen werde, so die äußerst schwammige Begründung.
Was viele vermuten, bringt auch Sponsors auf den Punkt: „Die Bekämpfung der Wettsucht ist nicht der Hauptgrund für das Festhalten der Ministerpräsidenten am staatlichen Wettmonopol. Sondern die Befürchtung, dass eine vollständige Liberalisierung geringere Einnahmen für den Staat zur Folge hätte.“ Allein den Ertrag für die rheinland-pfälzische Landeskasse beziffert die Rhein-Zeitung http://www.rhein-zeitung.de auf etwa 185 Millionen Euro im Jahr 2006. „Ein Landeshaushalt ohne die Gelder von Lotto wäre heutzutage undenkbar“, bestätigte Landesfinanzminister Ingolf Deubel (SPD) bei der Feier zum 25-jährigen Jubiläum von „Lotto am Mittwoch“ Ende April in Mainz. „Dabei verwies er auf die unverzichtbaren Abgaben in Höhe von rund 40 Prozent des Lotto-Umsatzes, die Woche für Woche über die Landeshaushalte an gemeinnützige Zwecke verteilt werden können“, so die Tabakzeitung http://www.tabakzeitung.de.
„Immerhin rücken immer mehr Politiker von ihren gebetsmühlenhaft vorgetragenen Bekenntnissen zur Spielsuchtprävention ab und sagen, worum es geht, nämlich um Verluste für die Staatskasse“, sagt Helmut Sürtenich, Vorstand des Düsseldorfer Sportwettenanbieters Stratega-Ost http://www.stratega-ost.de. Ich vermute allerdings, dass diese Einsicht auch dem Druck aus Brüssel geschuldet ist, denn die Europäische Union hat ja erhebliche Bedenken gegen den Glücksspielstaatsvertrag zum Ausdruck gebracht.“ Spätestens der Europäische Gerichtshof werde das umstrittene Regelwerk auf Eis legen, glaubt Lotto-Verbandspräsident Norman Faber. Die Mühlen der Justiz mahlen aber bekanntlich langsam und so sieht er manchen Anbieter schon im Ruin. Wer sich gegen eine maßvolle Liberalisierung des Wettmarktes in Kombination mit einer dann fälligen Abgabe bei Sportwetten stemme, versündige sich an der Finanzierung des Breitensports und der Kulturpflege, so Sürtenichs Warnung. Denn „bei einem Kompromiss mit den privaten Anbietern durch Konzessionsabgaben oder Lizenzen könnte man einen erheblichen Anteil der Überschüsse, die dadurch erwirtschaftet werden, für soziale Zwecke, Sport und Kultur abzweigen“, so zitiert Sponsors Boris Hedde von der Kölner Fachagentur Sport und Markt http://www.sportundmarkt.de.
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Datum: 05.06.2007 - 12:33 Uhr
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