Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
ID: 32026
Peter Drucker und die drei goldenen Regeln der Mitarbeiterführung
Bonn/Köln – „Der Mensch steht im Mittelpunkt unseres Unternehmens“ – Dieser Satz ist eigentlich nicht mehr als eine Floskel. Doch in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnt er eine ganz neue und aktuelle Bedeutung. Unternehmen sollten sich um ihre Mitarbeiter nicht nur aus reiner Menschenliebe kümmern, sondern aus eigenem Interesse. „Nicht der Extra-Euro, sondern Sinn zieht Talente an“, schreibt der Bonner Wirtschaftsjournalist Axel Gloger in der Juli-Ausgabe des Trendletter http://www.trendletter.de. Dieser Informationsdienst berichtet über mögliche zukünftige Entwicklungen in Wirtschaft, Management, Marketing, Technologie und Gesellschaft. In seinem Artikel setzt sich Gloger mit dem Buch „The Definitive Drucker“ auseinander, das im August in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Alles über Management“ bei Redline-Wirtschaft http://www.redline-wirtschaft.de erscheinen wird. In dem Buch findet sich quasi das Vermächtnis des vor einiger Zeit verstorbenen Management-Gurus Peter Drucker.
Er hat drei goldene Regeln der Mitarbeiterführung definiert: „Begegnen Sie den Menschen in Ihrem Unternehmen jeden Tag mit Würde und Respekt. Geben Sie Ihren Mitarbeitern alles an Bildung, Training, Ermutigung, Unterstützung, was sie brauchen. Quittieren Sie Leistung mit Anerkennung“. Für Menschen Sorge zu tragen, so Gloger, sei laut Drucker die oberste Aufgabe des Unternehmers in Zeiten knapper werdender Personal-Ressourcen. Das habe nichts mit Sozialromantik zu tun, eher mit nüchternem Kalkül: „Denn Qualifizierte können ihr Talent in verschiedenen Branchen, Unternehmen, Funktionen einsetzen – wenn es ihnen an einem Ort nicht passt, ziehen sie weiter. Nur ein starker Anker hält Leistungsträger auf Dauer.“
Der Personalexperte Marc Emde von der Kirch Personalberatung http://www.kirchconsult.de in Köln bestätigt diese Einschätzung. Um Leistungsträger zu halten, böten Unternehmen ihren Arbeitnehmern Anreize durch Nebenleistungen, so genannte Fringe-Benefits: Gesundheits- und Kinderbetreuungsprogramme, Dienstwagen, Altersvorsorge und Rentenverträge oder Fortbildungen. Gute Rahmen- und Arbeitsbedingungen könnten schlummernde Potenziale wecken. Nur so könne man auch Abwanderungstendenzen entgegenwirken. Die Unternehmen müssten ihre spezielle Arbeitskultur stärker vermarkten. „In den Unternehmenskulturen der Zukunft wird sich eine neue Teilhabe-Kultur etablieren. Die Bindungen und Loyalitäten werden offener und individueller. Das heißt aber auch: Unternehmen werden die unvermeidlichen Risiken der Wirtschaftswelt, aber auch die Chancen, mit den Mitarbeitern teilen. Dazu gehören dann Bonusausschüttungen an die Mitarbeiter, Aktien, immaterielle Benefits, wie zum Beispiel Zeit oder Weiterbildungsgratifikationen", betont der Personalexperte Emde. Angesichts des Mangels an hochqualifiziertem Personal in bestimmten Branchen würde eine „Elite“ der Arbeitnehmer zu modernen Söldner, die es sich leisten könnten, national wie international zu arbeiten und den Arbeitgeber häufiger zu wechseln. Wer Erfahrungswissen und Kompetenz ans eigene Unternehmen langfristig binden wolle, müsse sich als Arbeitgeber schon eine Menge einfallen lassen, um attraktiv zu sein. Drucker fordert darüber hinaus, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens eine klare und knappe Botschaft brauchen, gleichsam eine Vision über den Sinn ihres Tuns. „Man kann es auch biblisch ausdrücken“, so Emde. „Dann könnte man sagen: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Ein gutes Gehalt, ein schicker Dienstwagen und ein paar Prämien für besondere Leistungen reichen nicht aus, wenn es an dem nötigen Respekt gegenüber dem einzelnen Mitarbeiter mangelt.“
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Datum: 02.07.2007 - 14:17 Uhr
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