Oasen in der Servicewüste
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Call Center-Leistungen könnten zum entscheidenden Service-Faktor für Unternehmen werden
Das gilt auch für die derzeit unter öffentlichem Beschuss stehende Call Center-Branche. Kritiker werfen vielen Hotline-Betreibern schlechten Service, lange Wartezeiten und hohe Gebühren vor. „Wer sich bei Telekom & Co. beschweren will, strandet oft in Warteschleifen. Oder er wird jeden Tag zu einem anderen Mitarbeiter durchgestellt, dem er den Vorgang aufs Neue erklären muss“, analysieren Matthias Kietzmann und Michael Franke im Focus http://www.focus.de. Schlechter Service spricht sich schnell herum, das belegt eine Studie des Internet-Service-Providers Easynet http://www.easynet.com und des Meinungsforschungsinstitutes YouGov http://www.yougov.com. „So würde beispielsweise mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Deutschen bei Schwierigkeiten mit einem Dienstleister die eigenen Arbeitskollegen darüber informieren. Wer also an der Betreuung seiner Kunden spart und diese mit endlosen Warteschleifen oder inkompetenten Ansprechpartnern verärgert, nimmt nicht nur einen erheblichen Imageverlust in Kauf, sondern auch sinkende Umsätze“, berichtet der Fachdienst Internethandel http://www.hsid.de/internethandel. Eine Service-Oase hat der amerikanische Bekleidungsversandhandel Landsend http://www.landsend.de geschaffen. Dazu zählt, dass die Service- und Bestell-Hotline für den Anrufer nicht nur kostenfrei ist, sondern auch ohne vorgegebenes Zeitbudget für die einzelnen Call Center Agents. „Der telefonische Service ist das entscheidende Kriterium für die Kundenbindung, das erkennen immer mehr Unternehmen“, sagt Bernhard Steimel, Sprecher der Initiative Voice Business http://www.voicedays.de, im Gespräch mit dem Onlinedienst NeueNachricht http://www.ne-na.de. Das gelte branchenübergreifend. „Passt der Service nicht, gibt es einen anderen Anbieter, bei dem ich versuchen kann“, so Steimel.
Günter Greff, Herausgeber des Fachdienstes Call Center Experts http://www.call-center-experts.de, sieht Millionen zufriedener Kunden in der kritischen Berichterstattung vernachlässigt. Auch er verweist auf den Service-Faktor: So „muss die Branche auch verdeutlichen, wie wertvoll sie heute für die Wirtschaft und den Verbraucher ist.“ Dazu gehöre Top-Service. Es sei heute eben nicht mehr ausreichend, höflich und freundlich zum Kunden zu sein. Der Kunde erwarte vor allem ein hohes Maß an Produkt- und Fachwissen.
Nur wer sich durch ein Alleinstellungsmerkmal, besseren Service, durch einen Luxusfaktor oder ein Einkaufserlebnis vom Wettbewerber unterscheiden kann, werde langfristig am Markt überleben, meint der Zukunftsforscher Matthias Horx http://www.horx.com: „Das kann man in den Innenstädten sehen, in denen alle mittelmäßigen Läden verschwinden. Es gibt hier nur noch Spezialisten-Filialisten und an den Stadträndern die Giganten. Gleichzeitig blüht das Nischenwesen. In den Großstädten entstehen unglaublich kreative Spezialläden im Luxus- und Designsektor, denen es nach wie vor sehr gut geht.“ Das über Jahrzehnte gelebte Credo vom Verteilungshandel, so Horx, greife nicht mehr. Der Kunde komme nicht mehr von selbst. Diese Ideologie habe zu einer Handelslandschaft geführt, die sehr bequem und ununterscheidbar geworden sei. „Nur so konnten sich die Discounter in dieser gigantischen Weise ausdehnen.“ Smarten und unterscheidbaren Produkten und Dienstleistungen dagegen gehöre nun die Zukunft.
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Datum: 19.07.2007 - 08:56 Uhr
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