Union und SPD legen zu Jahresbeginn zu

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Union und SPD legen zu Jahresbeginn zu



(pressrelations) - -Skandal: Mehrheit fordert strengere Gesetze und Kontrollen Nach den bekannt gewordenen erhöhten Dioxinwerten in Geflügelprodukten und Schweinefleisch befürworten 84 Prozent der Deutschen strengere Gesetze und Kontrollen im Lebensmittelbereich, lediglich 15 Prozent sind der Auffassung, dies sei nicht nötig. Die Erwartung bleibt hier aber weit hinter dem Wunsch zurück: Nur 43 Prozent glauben, dass es auch tatsächlich zu einer Verschärfung der Regelungen kommen wird, eine Mehrheit von 55 Prozent bezweifelt dies. Eine Gefahr für die eigene Gesundheit durch dioxinverseuchte Produkte sehen 46 Prozent der Deutschen, 52 Prozent befürchten keine solche Beeinträchtigung. Mit 79 Prozent signalisieren die weitaus meisten Befragten Bereitschaft, für bessere Lebensmittel auch einen höheren Preis zu bezahlen, nur 19 Prozent lehnen dies ab.

Im Frühjahr stehen wichtige Landtagswahlen an, dabei gehen die Meinungen zu den Chancen der FDP unter ihrem Vorsitzenden Guido Westerwelle auseinander: 44 Prozent glauben, dass die FDP mit einem anderen Parteichef größere Chancen hätte, 50 Prozent verneinen dies. Auf die ohne Vorgaben gestellte Nachfrage, mit wem die FDP besser ins Rennen ginge, gibt es jedoch wenig konkrete Vorschläge. Mit 36 Prozent können die meisten keine Alternative nennen, 3 Prozent verweisen auf Christian Lindner, 2 Prozent auf Rainer Brüderle und 1 Prozent auf Philipp Rösler (sonstige: 2 Prozent).

Diskussionen gab es zuletzt auch über die Linke und deren Verhältnis zum Kommunismus. 37 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass die Linke mehrheitlich den Kommunismus anstrebt, 53 Prozent glauben das nicht (weiß nicht: 10 Prozent). Dabei sind Befragte im Westen (41 Prozent) wesentlich häufiger davon überzeugt, die Linke setze auf den Kommunismus, als Befragte im Osten (21 Prozent).

Die Führungsqualität der beiden Vorsitzenden der Linken Gesine Lötzsch und Klaus Ernst wird - auch im Quervergleich - sehr schlecht beurteilt. Nur 18 Prozent meinen, diese Doppelspitze führe die Partei gut (nicht gut: 50 Prozent, weiß nicht: 32 Prozent). Defizite sehen die meisten auch bei der FDP: Guido Westerwelle stellen lediglich 22 Prozent ein gutes Zeugnis als Parteichef aus (nicht gut: 68 Prozent, weiß nicht: 10 Prozent). Bei der SPD sind 43 Prozent der Meinung, dass die Partei von Sigmar Gabriel gut geführt wird (nicht gut: 38 Prozent, weiß nicht: 19 Prozent). Horst Seehofer als Chef der CSU bescheinigen 47 Prozent eine gute Parteiführung (nicht gut: 31 Prozent, weiß nicht: 22 Prozent) und Angela Merkel als CDU-Vorsitzende 59 Prozent (nicht gut: 30 Prozent, weiß nicht: 11 Prozent). Am besten schneiden die Grünen mit ihren beiden Vorsitzenden ab, 63 Prozent aller Befragten finden, die Grünen werden gut geführt von Claudia Roth und Cem Özdemir (nicht gut: 23 Prozent, weiß nicht: 14 Prozent).



Zum Jahresauftakt werden die meisten der zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker besser beurteilt als zuletzt im Dezember. Karl-Theodor zu Guttenberg führt die Liste weiterhin mit großem Abstand an. Er kommt nach Sympathie und Leistung auf der Skala von +5 bis -5 auf einen Durchschnittswert von 2,5 (Dez. II: 2,2). Auf Platz zwei Frank-Walter Steinmeier mit 1,3 (Dez. II: 1,2) und ebenfalls mit 1,3 - mit Unterschieden nur im Hundertstelbereich - Bundeskanzlerin Angela Merkel (Dez. II: 1,0). Danach Ursula von der Leyen mit 1,0 (Dez. II: 0,9), Wolfgang Schäuble mit unveränderten 0,6, Sigmar Gabriel mit 0,5 (Dez. II: 0,3), Renate Künast mit 0,4 (Dez. II: 0,2) und Horst Seehofer mit 0,3 (Dez. II: 0,1). Im Negativbereich der Skala liegen Gregor Gysi mit minus 0,8 (Dez. II: minus 0,7) und Guido Westerwelle unverändert mit minus 1,5.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, könnten die großen Parteien zulegen: In der Politbarometer-Projektion, die längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie koalitionstaktische Überlegungen berücksichtigt, erhielte die CDU/CSU 35 Prozent (plus 1), die SPD 29 Prozent (plus 1), die FDP käme auf 5 Prozent (unverändert), die Linke auf 8 Prozent (minus 1) und die Grünen auf 18 Prozent (minus 1). Die sonstigen Parteien zusammen lägen bei 5 Prozent (unverändert). Somit hätten weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün zurzeit eine Regierungsmehrheit.

Die Umfragen zum Politbarometer wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 11. bis 13. Januar 2011 bei 1245 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Daten zur politischen Stimmung (Rohdaten): CDU/CSU: 38 Prozent, SPD: 33 Prozent, FDP: 3 Prozent, Linke: 7 Prozent, Grüne: 17 Prozent. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 28. Januar 2011.


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Datum: 14.01.2011 - 12:45 Uhr
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